Flexible Packaging Europe
Force-Majeure-Meldungen bereiten Sorgen

04.02.2021 Die Mitglieder von Flexible Packaging Europe (FPE) zeigen sich besorgt über die jüngsten Entwicklungen auf den Polymermärkten in Europa.

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Innerhalb kürzester Zeit wurden die Hersteller mit einer erhöhten Anzahl von „Force-Majeure“-Erklärungen oder „Wartungs“-Ankündigungen der führenden Polymerhersteller in Europa konfrontiert, was zu plötzlichen und erheblichen Engpässen zusammen mit Preissteigerungen in der Lieferkette führte.

Die Converter müssen deshalb mit Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Bestellanforderungen ihrer Kunden rechnen, insbesondere im Lebensmittel- und Getränkesektor.

Erhöhte Nachfrage im Lockdown

Die Kunden haben einen erhöhten Bedarf, um die europäische Bevölkerung während der Pandemie und der damit verbundenen zahlreichen Lockdowns versorgen zu können. In Zeiten, in denen Kantinen und Restaurants meist geschlossen sind und mehr Erwachsene und Kinder von zu Hause aus arbeiten und lernen, sind die europäischen Verbraucher auf eine sichere und stabile Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken angewiesen. Fast die Hälfte der Fast-Moving Consumer Goods (FMCG) ohne Getränke in der Europäischen Union sind mit flexiblen Verpackungen verpackt. Beispiele sind alle Arten von verpackten Lebensmitteln, Tiernahrung, Körper- und Haushaltspflegeprodukte.

Sowohl kleine und mittelständische Hersteller als auch multinationale Unternehmen im Bereich der flexiblen Verpackungen leiden unter der unzureichenden Rohstoffversorgung, die auch zu einer erhöhten Komplexität in den Produktionsplänen der FPE-Mitgliedsunternehmen führt.

Verknappung der Produktionskapazität

Guido Aufdemkamp, Geschäftsführer von FPE, kommentierte die jüngsten Entwicklungen: „Wir sind besorgt über diese unglückliche Situation, die wie eine Wiederholung des ersten Halbjahres 2015 erscheint. Die Kürzung der Produktionskapazitäten mit unterschiedlichen Begründungen und Argumenten in einem so kurzen Zeitraum scheint entweder der Test oder die Ausnutzung von Marktmacht zu sein. Insbesondere nach 2015 hätten unsere Mitglieder kontinuierliche Investitionen in und regelmäßige Wartung der alternden europäischen Polymerproduktionsanlagen erwartet.“

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