Bobst Group
Mit den Problemen in der Lieferkette umgehen

01.06.2022 Bobst hat einige der wichtigsten Herausforderungen untersucht, mit denen die Verpackungsindustrie aktuell konfrontiert ist.

© Foto: Bobst

Im Fokus steht die Versorgung mit Verpackungsmaterialien, die in der globalen Lieferkette zu einem akuten Problem geworden ist. „Angesichts unerwarteter globaler Ereignisse sind die Rohstoffkosten in außergewöhnlicher und unvorhersehbarer Weise gestiegen.“ Dieses Zitat von Acimga, dem Verband italienischer Hersteller von Maschinen für die Druck-, die Papier- und die verarbeitende Industrie, fasst die Situation zusammen, in der sich die Verpackungsbranche aktuell befindet. Die COVID-19-Pandemie, der Konflikt in der Ukraine, die Preisinflation und andere Faktoren hätten in den letzten zwei Jahren zu einer Vielzahl von Engpässen in der globalen Lieferkette geführt.

Die Verfügbarkeit und die Preise der Rohstoffe sind dabei ein besonderes Problem. Die Preise von Materialien, die vielfach in der Herstellung flexibler Verpackungen eingesetzt werden, sind in den letzten Monaten weiter gestiegen – noch angeheizt von den höheren Energiekosten. Die Nachfrage nach Aluminium und Polyethylen, also nach zwei wichtigen Rohstoffen für flexible Verpackungen mit hoher Barriere-Wirkung, übersteigt inzwischen auf vielen Märkten das Angebot.

Preise auf Rekordniveau

Die Preise für PET (Polyethylenterephthalat) mit einer Stärke von 12 Mikron und für BOPP (biaxial orientiertes Polypropylen) mit 20 Mikron Stärke, die beide sehr häufig bei Lebensmittelverpackungen verwendet werden, bewegen sich auf Rekordniveau. Ende 2021 lagen die Kosten für 20-Mikron-BOPP um 80 % über denen des Vorjahres (Flexible Packaging Europe, 2022). Zwischenzeitlich wurden etwa 80 bis 85 % der gesamten Produktion von Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) in den USA von schweren Winterstürmen im Jahr 2021 beeinträchtigt (Plastics Today, 2021). Die Auswirkungen sind nach wie vor spürbar.

In der Etikettenindustrie hat die zunehmende Papierknappheit inzwischen erhebliche Auswirkungen auf das Etikettenangebot. Sowohl die Markenartikelhersteller als auch die Verbraucher werden die Folgen zu spüren bekommen. Diese Knappheiten bei den Verpackungsmaterialien wurden von dem signifikanten Anstieg der globalen Verbrauchernachfrage nach Ende der COVID-Beschränkungen noch verschärft.

Für die Markenartikelhersteller und die Verpackungshersteller bringt das komplexere Prozesse, geringere Gewinnmargen, längere Vorlaufzeiten und weitere Auswirkungen auf die Produktion mit sich. Angesichts der plötzlichen und drastischen Preiserhöhungen können viele von ihnen sogar ihre Verträge nicht mehr zu den vereinbarten Preisen einhalten.

Bobst ist sich des Drucks und der Schwierigkeiten, mit denen die gesamte Branche konfrontiert ist, voll bewusst. Zwar kann das Unternehmen keinen Einfluss auf die Einkaufspreise der Verpackungsmaterialien nehmen. Aber es dazu beitragen, eine breite Palette von Verpackungsmaterialien zu managen und den Abfall zu minimieren, um im Geschäft Kontinuität zu gewährleisten.

Welche Lösungen sind verfügbar? Zum Beispiel die One ECG-Technik von Bobst für den Druck mit festem Farbsatz wird in analogen und digitalen Druckverfahren in der Herstellung von Etiketten, flexiblen Verpackungen, Faltschachteln und Verpackungen aus Wellpappe eingesetzt. Der Druck mit festem Farbsatz ist ein Verfahren zur Digitalisierung der Farbabstimmung, das den Material- und Druckfarbenabfall sowie den Wasserverbrauch und den Energieeinsatz in der Trocknung minimiert.

Null-Fehler-Produktion kann helfen

Bobst hat Produktionsanlagen entwickelt, die für Einsätze in aller Welt konzipiert sind und daher eine breite Palette von Verpackungsmaterialien unterstützen können. Das hilft Verpackungsherstellern, die zu neuen Lieferanten wechseln müssen.

Die Qualitätskontrolle ist ein weiteres wesentliches Element eines besseren Managements von Verpackungsmaterialien. Egal, ob minderwertige und fehlerhafte Verpackungen an Abpackunternehmen, an den Einzelhandel oder an Markenartikelhersteller geliefert werden – sie führen zu unnötigem und vermeidbarem Abfall. In der heutigen Zeit ist diese Art von Verschwendung schlicht nicht mehr bezahlbar. Zudem könnte sie über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

Bobst war nach eigenen Aussagen das erste Unternehmen, das ein Qualitätskontrollsystem entwickelt hat, mit dem Faltschachtelhersteller eine Null-Fehler-Produktion realisieren können. Mit Accucheck lassen sich Zuschnitte schon beim Einzug in Faltschachtelklebemaschinen auf Fehler hin kontrollieren. Das System ist kompatibel mit den neuesten Faltschachtel-Klebemaschinen Masterfold 75|110 und Expertfold 50|80|110. Accucheck ist auch in der neuen Digital Master Serie 340/510 für die Etikettenproduktion als Standard-Leistungsmerkmal erhältlich.

Premium Gap Control ist ein System, das den Faltprozess in der Herstellung von Faltkisten aus Wellpappe bei voller Produktionsgeschwindigkeit lückenlos überwacht. Die digitalen Prüftische von Bobst wiederum fungieren als „Qualitätssicherungszentrum“, indem sie den Maschinenführern mit Augmented-Reality-Projektionen bessere Möglichkeiten an die Hand geben und gleichzeitig fotografische Nachweise für Audits aufzeichnen. Damit schaffen sie in der Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe Vertrauen und gewährleisten höchste Produktionsqualität.

Die neue Rotationsstanze Masterline DRO und die Flexodruckmaschine Masterflex-HD sind mit dem neuen Start & Go-System für die Qualitätskontrolle und für ultrapräzises Einregistern ausgestattet. Dank dieses Systems werden bei Auftragswechseln lediglich wenige Bogen Anlaufmakulatur benötigt. Start & Go ermöglicht das vollautomatische Einrichten von Mehrfarbaufträgen mit automatischem Ausgleich von Registerabweichungen bei lediglich elf Bogen.

Dies sind nur einige Beispiele für heute verfügbare Lösungen, die dazu beitragen können, den Abfall zu minimieren und die anhaltenden Probleme mit der Verfügbarkeit von Verpackungsmaterialien zu entschärfen.

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