Forschung
Aus Abwässer werden Biokunststoffe

05.04.2022 Eine klimaneutrale und umweltfreundliche Lebens- und Wirtschaftsweise bedeutet unter anderem, Rohstoffe möglichst vollständig in einen Kreislauf zu führen. Dazu gehört nicht nur die Ressourceneffizienz in der Produktion, sondern auch die Nachnutzung von Abfällen und Abwasser.

 Das KIT forscht am Abwasser: Rohstoffe gewinnen, u.a. für Bio-Kunstoffe.
© Foto: KIT
Das KIT forscht am Abwasser: Rohstoffe gewinnen, u.a. für Bio-Kunstoffe.
In dem Projekt KoalAplan („Kommunales Abwasser als Quelle für Ammoniumstickstoff, Wasserstoff und Bioplastik“) wollen Forschende unter der Leitung der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des KIT und weitere Beteiligte nun anhand verschiedener biologischer Verfahren hochwertige Produkte aus kommunalem Abwasser gewinnen.

Organischer Kohlenstoff ist der Hauptbestandteil von Abwasser. Dieser wird bisher in Methan umgewandelt. „Ein Ziel des Projekts ist es, weitere nachhaltige Produkte aus dem Abwasser zu erhalten. Bei der Reinigung des Abwassers im Hauptstrom etwa soll Ammonium zurückgewonnen werden, das als Dünger für den Landbau dient“, so Professor Harald Horn vom Engler-Bunte-Institut – Wasserchemie und Wassertechnologie des KIT und Projektkoordinator von KoalAplan. Bei der Abwasseraufbereitung wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler außerdem für eine nachhaltige, zirkuläre Bioökonomie Wasserstoff und Polyhydroxyalkanoate als Rohstoff für biobasierten Kunststoff erzeugen. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg fördert das Projekt mit rund 2,3 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und aus Landesmitteln. Durch die geförderten Projekte würden Verfahren, die im kleinen Maßstab bereits funktionieren, in Demonstrations- und Pilotanlagen im Sinne einer Raffinerie kombiniert und erprobt. Dies sei eine wichtige Zwischenstufe, bevor im nächsten Schritt die Verfahren in Kommunen oder in der Industrie zum Einsatz kommen könnten, so das KIT.
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