Uraltes Material aus nachwachsenden Rohstoffen ist zurück
Getränkeverpackung aus Vulkanfiber

18.10.2021 Der Bioverbundwerkstoff Vulkanfiber ist bereits seit 1855 bekannt. Das Material basiert vollständig auf den nachwachsenden Rohstoffen Baumwolllinters und Zellstoff. Und man kann damit auch Verpackungen herstellen. Erste Versuche verliefen vielversprechend.

Die Vulkanfiber bietet als Grundlage für Verpackungen so einige Vorteile.
© Foto: Sachsenröder
Die Vulkanfiber bietet als Grundlage für Verpackungen so einige Vorteile.

Die Sachsenröder GmbH & Co. KG aus Wuppertal, Hersteller des auf nachwachsenden Rohstoffen basierten Materials, entwickelt derzeit mit einem Branchenpartner eine Verpackungslösung, die vollständig ohne Kunststoff- oder Metallverbunden auskommt.

„Mit einem Hersteller arbeiten wir aktuell an einer innovativen Entwicklung für flüssige Produkte, wobei unser Material Vulkanfiber Savutec gegen das Eindringen von Mikroorganismen sowie das Austreten der Flüssigkeit ausgerüstet wird“, erklärt Ahmed Rabhi, Leiter für Forschung und Entwicklung bei Sachsenröder. Hierfür kommt eine nachhaltige, biologisch abbaubare und lebensmittelverträgliche Beschichtung zum Einsatz, um eine undurchlässige Barriere aufzubauen. „Diese Schutzschicht verleiht der Vulkanfiber alle notwendigen funktionalen Eigenschaften, um die hohen Sicherheitsansprüche der Lebensmittelstandards zu erfüllen.“

Die Vulkanfiber wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts von Wuppertaler Traditionsunternehmen Sachsenröder entwickelt. Sie basiert vollständig auf den nachwachsenden Rohstoffen Baumwolllinters und Zellstoff. Durch spezielle Verfahren entsteht aus beiden Rohstoffen ein leichtes, widerstandsfähiges und vielfältig bearbeitbares Material, das sogar im heimischen Kompost vollständig verrottet.

Erst die Entwicklung von Kunststoffen hat die damalige Erfolgsgeschichte der Vulkanfiber – dieser wurde für Koffer, Lampenschirme und in der Möbelproduktion verwendet – ausgebremst. Heute könnte sie das globale Kunststoffmüllproblem beseitigen und die endliche Ressource Erdöl schonen. „Die Verpackungsbranche hat ein originäres Interesse an der Entwicklung von umweltfreundlichen Alternativen zu den herkömmlichen, aus Erdöl hergestellten Kunststoffverpackungen, um Abfällen, Umweltschäden, Wegwerf-Kunststoffprodukte und Ressourcenverschwendung zu reduzieren“, erläutert Rabhi.

Vulkanfiber – Zahlreiche Vorteile für viele Anwendungen

Die Vulkanfiber bietet als Grundlage für Verpackungen noch weitere Vorteile, die über ökologische Aspekte hinausgehen. Da das Hinzufügen von Kunststoffen oder Aluminium nicht nötig ist, können Materialverbrauch und Kosten gesenkt werden. Zudem ist das Material trotz seines geringen Gewichts äußerst robust und bietet einen hohen Schutz des verpackten Produkts. Es ist zudem gegenüber Ölen, verdünnten Säuren und Laugen resistent. „Grundsätzlich bietet Vulkanfiber Savutec wegen der umfangreichen Materialeigenschaften eine gleichwertige Alternative für alle Bereiche der Lebensmittelverpackungen und vieler weiterer Verpackungsarten“, sagt Rabhi. „Zudem lassen sich optisch äußerst ansprechende Produkte entwickeln.“

In diesem Kontext steht Sachsenröder interessierten Unternehmen nicht nur als Lieferant, sondern auch als Entwicklungspartner für innovative Lösungen zur Seite.

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