Stellungnahme zur Methodik der GVM-Studie zu Papierverbunden
WPV weist Vorwürfe zurück

05.05.2021 Die IK hat eine Studie der GVM zur Substitution von Kunststoffverpackungen durch Papierverbunde veröffentlicht. Die IK sieht sich durch die Prognosen der Studie in ihrer Kritik am Trend zur Substitution von Kunststoffverpackungen durch PPK-Verbunde bestätigt. Der WPV weist in einer Stellungnahme die Vorwürfe jetzt entschieden zurück.

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In der Studie wagt die GVM Prognosen zu den Auswirkungen dieses Substitutionsprozesses bis in das Jahr 2025 bezüglich Marktsegmente, Materialverbrauch und Recyclingfähigkeit der Verpackungen. Die IK sieht sich durch die Prognosen der GVM-Studie in ihrer Kritik am Trend zur Substitution von Kunststoffverpackungen durch Verbundverpackungen auf Basis von Papier, Karton und Pappe (PPK-Verbunde) bestätigt bis hin zum Vorwurf des „Greenwashings“ der Hersteller und Inverkehrbringer von PPK-Verbunden. Diesen Vorwurf weist der Der Wirtschaftsverband Papierverarbeitung (WPV) mit Nachdruck zurück.

Methodik der Studie sei fraglich

Angesichts von Nachfrageverschiebungen, Innovationen bei Herstellung und Recycling von Verpackungen und neuer staatlicher Regularien sei die Methode der GVM-Studie mehr als fraglich, aus dem Status Quo von 2021 Entwicklungen auf den Verpackungsmärkten bis 2025 zu prognostizieren. Dass sich die Autoren der Studie hier selbst nicht sicher sind, zeigten Formulierungen wie „wir gehen davon aus“, „es ist nicht unwahrscheinlich“ oder „wenn man eine bessere Recyclingfähigkeit der Kunststoffverpackungen in 2025 zu Grunde legt“. Hier handelt es sich offensichtlich mehr um Spekulationen als um faktenbasierte Prognosen, so der WPV.

Bezüglich der Recyclingfähigkeit beziehe sich die GVM auf den „Mindeststandard“ der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR). Allerdings werde der ZSVR-Mindeststandard seit seiner ersten Veröffentlichung im Jahr 2019 jährlich überarbeitet, einer öffentlichen Konsultation unterzogen und in aktualisierter Fassung veröffentlicht. Wie kann vor diesem Hintergrund die heutige Recyclingfähigkeit von Verpackungen für Szenarien des Jahres 2025 herangezogen werden, ohne die dann geltenden Beurteilungskriterien des ZSVR-Mindeststandards im Detail zu kennen?, fragt sich der WPV.

WPV kommt zu anderen Schlussfolgerungen

Unabhängig von den methodischen Zweifeln komme der WPV bei einer ausgewogeneren Auswertung der Ergebnisse der Studie zu deutlich anderen Schlussfolgerungen als IK und GVM:

GVM prognostiziert, dass bis 2025 insgesamt 60,9 kt Kunststoffverpackungen durch PPK-Verbunde substituiert würden, wovon 28,2 kt der substituierten Kunststoffverpackungen nicht recyclingfähig seien. Für die substituierenden PPK-Verbunde stuft GVM insgesamt 9,3 kt als nicht recyclingfähig ein. Im Vergleich zu den 28,2 kt nicht recyclingfähigen Kunststoffverpackungen sind dies 67 % weniger nicht recyclingfähiges Material! Selbst wenn GVM für 2025 von einer verbesserten Recyclingfähigkeit der Kunststoffverpackungen ausgeht, würden immer noch 16,1 kt nicht recyclingfähige Kunststoffverpackungen anfallen, hingegen nur 9,3 kt nicht recyclingfähige PPK-Verbunde. Dies entspreche immer noch 42 % weniger nicht recyclingfähiges Material.

Bezüglich der Auswirkungen der Substitution auf Recyclingfähigkeit und Müllvermeidung sieht der WPV hierin einen großen Erfolg. Der Vorwurf des „Greenwashings“ an die Hersteller und Inverkehrbringer von PPK-Verbunden sei somit völlig aus der Luft gegriffen und unseriös. Wichtiger sei vielmehr, dass durch den Einsatz von PPK-Verbunden die Menge an Abfall, der nicht recyclingfähig ist, signifikant zurückgeht.

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