Rezorce Getränkekarton
Lebenszyklusanalyse liegt vor

20.10.2021 Zotefoams präsentiert Ergebnisse aus der Lebenszyklusanalyse ihrer Monomaterial-Kartonverpackung Rezorce. Diese soll geringere Umweltauswirkungen haben als konventionelle Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel.

Konzeptdarstellung von Rezorce-Kartons
© Foto: Zetafoams
Konzeptdarstellung von Rezorce-Kartons

Die Rezorce-Kreislaufverpackung für Getränkekartons besteht nach Unternehmensangaben aus vollständig recycelbarem Monomaterial, dessen Barriereeigenschaften alle Standards der Lebensmittelindustrie erfüllen beziehungsweise übertreffen. Rezorce sei damit die erste praktikable Alternative zu Barriereverpackungen aus Verbundmaterialien, ist man sich bei Zotefoams sicher. Bei der unabhängigen Lebenszyklusanalyse wurde ein Vergleich angestellt zwischen drei Arten von Rezorce-Verpackungen mit jeweils unterschiedlichen Anteilen an recyceltem Polyethylen (HDPE) einerseits und herkömmlichen Multimaterial-Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel andererseits. Wie sich dabei zeigte, schneiden Rezorce-Kartons funktional mindestens ebenso gut ab wie herkömmliche Getränkekartons.

Verglichen mit herkömmlichen Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel sei der Energieverbrauch beim Herstellen, Abfüllen und Transportieren von Rezorce-Kartons 5-mal geringer. Für die Produktion von Rezorce werde 11-mal weniger Wasser benötigt, und das Treibhauspotenzial sei – Recycling vorausgesetzt – um 50 % geringer.

Rezorce basiere auf einem mikrozellularen Schäumverfahren. Schaumstoffschichten wechseln sich mit festen Schichten ab, sodass optimale Barriereeigenschaften entstehen. Die Verpackung sei aus den Abfallströmen heraus recycelbar und könne außerdem (sofern lebensmitteltaugliches recyceltes Polymer zur Verfügung steht) aus bis zu 100 % recycelten Bestandteilen produziert werden.

Ergebnisse lassen aufhorchen

Zotefoams hatte bei The LCA Centre eine Lebenszyklusanalyse in Auftrag gegeben: Die Umweltauswirkungen von Rezorce sollten mit den Umweltauswirkungen der derzeit auf dem Markt befindlichen Multimaterial-Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel verglichen werden. Drei Arten von Rezorce-Kartonverpackungen aus aufgeschäumtem hochdichtem Polyethylen (mit einem Recyclinganteil von 12,5 %, 25 % beziehungsweise 50 %) wurden evaluiert, außerdem eine Kartonverpackung für flüssige Nahrungsmittel mit Schichten aus Pappe (72,5 %), Polyethylen (24 %) und Aluminiumfolie (3,5 %). Die Kartonverpackungen boten jeweils Kapazität für 1 Liter Apfelsaft.

Schlüsselelemente für die Lebenszyklusanalyse waren das Treibhauspotenzial (in kgCO2-eq, Kohlendioxid-Äquivalent), der Wasserverbrauch (in m3) und der kumulierte Energieaufwand (in MJ-eq, Megajoule-Äquivalent) bei vier verschiedenen Szenarien von der Wiege bis zum Werkstor (cradle-to-gate) sowie in der letzten Phase des Lebenszyklus (mit Müllverbrennung, Recycling oder einer Mischung daraus). Die Ergebnisse waren: Rezorce hat ausgenommen in dem Szenario mit Verbrennung beider Verpackungen immer ein geringeres Treibhauspotenzial.

Dr. Alan Campbell, technischer Leiter bei The LCA Centre äußert sich dazu wie folgt: „Der recycelte Rezorce-Behälter zeichnet sich durch eine potenziell höhere Umweltfreundlichkeit aus, da das Treibhauspotenzial geringer ist als bei anderen Verpackungsmöglichkeiten.“

Die Daten der Lebenszyklusanalyse wurden auch einem Peer-Review durch Dr. Leigh Holloway vom Umwelt- und Innovationsberatungsunternehmen Eco3 Ltd unterzogen. Durch seine Zusammenarbeit mit dem renommierten IFEU-Institut in Deutschland war Dr. Holloway schon an zahlreichen Peer-Reviews zu Kartonverpackungsprodukten für flüssige Nahrungsmittel beteiligt. Unter anderem ging es dabei auch um die Produkte eines führenden Herstellers von (aseptischen) Multimaterial-Kartons.

Der Kommentar von Neil Court-Johnston, Vice President of Strategy EMEA bei Zotefoams: „Wir freuen uns sehr, die Ergebnisse der kürzlich für uns durchgeführten Lebenszyklusanalyse vorstellen zu können, denn die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Bei Zotefoams erleben wir gerade eine spannende Zeit mit Rezorce – wir haben eine Million US-Dollar in ein Pilotwerk in den USA investiert. Markenartikler und Einzelhandelsunternehmen erhalten damit die Möglichkeit, Versuche im Schnellverfahren durchzuführen und die Plattformtechnologie noch vor den anstehenden gesetzlichen Fristen zu implementieren.”

„Wir arbeiten mit Initiative New Plastics Economy zusammen und unterstützen deren Holy Grail-Projekt”, so Neil Court-Johnston weiter. „Anhand von chemischen Tracern und digitalen Wasserzeichen sollen dabei Kunststoffabfälle nachverfolgt werden. Ziel ist es, die Sortierung gebrauchter Verpackungen zu verbessern und die Recyclingquoten zu steigern. Hersteller und Markenartikler erkennen, dass sich die bevorstehenden Nachhaltigkeitsziele mit der derzeitigen Technologie nicht erreichen lassen. Wir kooperieren in diesem Bereich bereits mit gleichgesinnten Partnern – Getränkekartons sind erst der Anfang.”

Die gesamte Lebenszyklusanalyse kann hier abgerufen werden.

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