Pro Carton
Eindringlicher Appell für mehr Vermeidung

22.11.2021 Winfried Mühling, General Manager von Pro Carton gibt eine Erklärung zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung ab.

Winfried Mühling, General Manager von Pro Carton
© Foto: Pro Carton
Winfried Mühling, General Manager von Pro Carton

Vor dem Hintergrund der COP26-Klimakonferenz zu Beginn dieses Monats hatte die „European Week for Waste Reduction“ (EWWR) noch nie so viel Bedeutung wie jetzt. Der thematische Fokus in diesem Jahr auf Kreislaufwirtschaft unterstreicht die Notwendigkeit, zu gewährleisten, dass sowohl der einzelne Bürger als auch die breitere Gesellschaft involviert und engagiert sind. Es ist besonders wichtig, vor Ort die Vorteile und den Nutzen der Umsetzung von „Zero-Waste“- und kreislaufwirtschaftlicher Aktivität erkennen zu können – eine Initiative, die Pro Carton gerne unterstützt. Im Rahmen der EWWR wurde festgestellt, dass „Zusammenarbeit der einzige Schlüssel“ ist, eine Kreislaufwirtschaft kann nicht isoliert aufgebaut werden. Alle Organisationen und alle Akteure innerhalb der Wertschöpfungskette, bis hin zu Verbrauchern und Recyclern, müssen wohlüberlegt handeln, um die drohenden Gefahren des Klimawandels abzuwenden.

Wir wissen, dass die Nachfrage nach nachhaltigeren Verpackungen ausgeprägt vorhanden ist. In unserer jüngsten Verbraucherstudie mit 7.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern aus ganz Europa stellten wir fest, dass mehr als 6 von 10 Verbrauchern angeben, dass die Auswirkungen von Verpackungen auf die Umwelt ihre Kaufentscheidungen beeinflussen. Darüber hinaus bevorzugten vier von fünf Befragten in einem Szenario, in dem dasselbe Produkt entweder mit einer Verpackung aus Kunststoff oder einer Verpackung aus Karton oder Pappe erhältlich war, das kartonbasierte Format, und nur einer von zehn Befragten würde das in Kunststoff verpackte Produkt bevorzugen. Die Karton- und Faltschachtelindustrie beobachtet eine beständig steigende Nachfrage von Marken aus den verschiedensten Sektoren, die den wichtigen Wandel zu nachhaltigeren Verpackungsmaterialien umsetzen.

Natürlich ist Abfallvermeidung in vielen Formen möglich, und es ist wichtig, daran zu denken, dass nicht alle Verpackungen zwangsläufig zu „Abfall“ werden. Sehr ähnlich wie wir bei Pro Carton fördert die EWWR drei Grundprinzipien – Reduzierung des Verbrauchs, Wiederverwendung von Produkten und Recycling von Abfall.

Auch wenn sich die Notwendigkeit der Reduzierung hauptsächlich auf die Ressourcenminimierung konzentriert, ist die Bedeutung der Verpackung und ihrer Funktion bei der Umsetzung dieser Nachhaltigkeitsinitiative nicht zu unterschätzen. Bei richtiger Verwendung erhöhen Verpackungen die Haltbarkeit von Produkten und schützen sie während des Transports, was für die Verringerung des Problems der Lebensmittelverschwendung von allerhöchster Bedeutung ist. Aus diesem Grund sind zweckdienliche Lösungen, die auf Reduzierung ausgelegt sind und weniger Umweltbelastung verursachen, von enormem Vorteil. Hier ist Karton die Antwort der Verpackungsindustrie für die Kreislaufwirtschaft. Da der Einsatz von Karton die Abfallproduktion reduziert, ist er das perfekte Beispiel für ein funktionales Verpackungsmaterial, das sich aufgrund seiner Eigenschaften auch wiederverwenden und recyceln lässt.

Es ist daher offensichtlich, dass Kartonverpackungen die nachhaltigste Verpackungsform sind. Kartonverpackungen werden aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt, deren Nutzung keine Erschöpfung der natürlichen Ressourcen der Erde zur Folge hat. Die eingesetzten Papierfasern können 25-mal oder mehr recycelt werden. Tatsächlich werden aktuell europaweit fast 85 % aller Papier- und Kartonverpackungen recycelt – ein höherer Anteil als bei jedem anderen Verpackungsmaterial.

Obwohl diese Zahl ermutigend hoch ist, halten wir im Einklang mit der EWWR Marken, Regierungen und Verbraucher dazu an, noch mehr zu tun. In unserer Umfrageuntersuchung gaben mehr als die Hälfte (58 %) der Verbraucher an, dass sie jetzt mehr recyceln als noch vor einem Jahr, und mehr als die Hälfte kauft inzwischen weniger plastikverpackte Produkte. Wir möchten die Messlatte noch höher legen und streben eine Recycling-Quote von 90 % bis 2030 an. Um dies zu erreichen, ist die aktive Mitarbeit von Händlern und Verbrauchern erforderlich, damit sie diese wertvollen Materialien sortieren, sammeln und an die Recycler abgeben, um sie in den Kartonfabriken wiederverwenden zu können.

Es ist an der Zeit, eine wertvolle Lektion von der Natur zu lernen; die Natur verschwendet nichts, und natürliches Recycling findet in allen organischen Ökosystemen statt, die als beständiger Kreislauf funktionieren. Ebenso wie bei der COP26-Klimakonferenz reicht eine Woche nicht aus, um sich auf dieses wichtige Thema zu konzentrieren. Aber es ist eine hervorragende Gelegenheit, um damit zu beginnen, besonders in Bezug auf die Bewusstseinsbildung. Nutzen wir diese Gelegenheit als Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen, um Kreislaufwirtschaft zu praktizieren und gemeinsam Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung für nachhaltige Ressourcennutzung und Abfallverwertung umzusetzen. Damit ermöglichen wir eine bessere Zukunft für unseren Planeten.

Winfried Mühling

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