Pilotprojekt in der Zentralschweiz angelaufen
Migros sammelt Kunststoffverpackungen ein

18.05.2021 Die Genossenschaft Migros Luzern hat Anfang Mai als erste Genossenschaft der Migros-Gruppe einen Sammelsack für Kunststoffverpackungen eingeführt. Das gesammelten Kunststoffe werden sortiert, recycelt und zukünftig für neue Verpackungen wiederverwendet.

Die Kunden können zuhause Kunststoffverpackungen sammeln und diese in einer von über 40 Migros-Filialen retournieren. Ausgenommen sind Getränkeverpackungen z.B.aus PET, für die es in Schweiz gesonderte Sammlungen gibt.
© Foto: Migros
Die Kunden können zuhause Kunststoffverpackungen sammeln und diese in einer von über 40 Migros-Filialen retournieren. Ausgenommen sind Getränkeverpackungen z.B.aus PET, für die es in Schweiz gesonderte Sammlungen gibt.

Mit der Lancierung des Sammelsackes bietet die Migros Luzern für die Zentralschweizer Bevölkerung eine einfache Möglichkeit, Kunststoffverpackungen zuhause zu sammeln und in einer von über 40 Migros-Filialen zu retournieren. Somit kann die Migros gemeinsam mit den Abfallverbänden und den Kunden einen weiteren Beitrag zur Schließung des Kreislaufs leisten. „Wir freuen uns, dass es nun los gegangen ist und wir der Zentralschweizer Bevölkerung diese sinnvolle und nachhaltige Dienstleistung anbieten können“, sagt Guido Rast, Leiter der Genossenschaft Migros Luzern. Der Sammelsack ist in drei Größen (17, 35 und 60 Liter) in der Migros erhältlich und kostet 0.90, 1.70 und 2.50 Franken.

Kooperation mit Zentralschweizer Abfallverbänden

In den letzten Monaten bereiteten die Migros und die zuständigen Zentralschweizer Abfallverbände gemeinsam die Lancierung vor. „Ich freue mich, dass wir diesen entscheidenden Schritt für die Kreislaufschließung in der Zentralschweiz nun gemeinsam gehen können“, so Christine Wiederkehr-Luther, Leiterin Nachhaltigkeit der Migros-Gruppe.

Die Abfallverbände begrüßten es, dass sich die Migros für einen gesamtheitlichen Ansatz engagiert, indem sie nicht nur sammelt, sondern gleichzeitig das Ziel verfolgt, das Rezyklat zukünftig wieder in ihren Verpackungen einzusetzen. „Erst wenn ein wesentlicher Anteil des gesammelten Kunststoffs wieder für hochwertige Verpackungen eingesetzt wird, kann von echter Kreislaufschließung gesprochen werden“, so Daniele Vergari vom Luzerner Verband REAL. Die Migros habe dank ihrer flächendeckenden Infrastruktur die Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen. Überzeugt hat die Verbände zudem, dass die Migros den Transport der Sammlung durch die Nutzung der Rückwärtslogistik ohne zusätzliche Fahrten abwickeln kann. „In der ersten Phase sollen Erfahrungen gewonnen werden, um die Prozesse weiterzuentwickeln und damit auch die Umweltbilanz der Sammlung zu verbessern», so Vergari.

Aus dem Material entstehen neue Verpackungen

Das gesammelte Material wird durch Inno Recycling übernommen und der Sortierung zugeführt. Anschließend rezykliert das Unternehmen Inno Plastics das sortierte Material und produziert Regranulate. Aus diesem recycelten Kunststoffen sollen zukünftig neue Verpackungen für Produkte der Migros-Industrie entstehen. Damit kann die Migros den Anteil an neuem Material deutlich reduzieren und dazu beitragen, die Ressourcen zu schonen.

Dieses Potenzial überzeugte auch den WWF: „Ein sparsamer Umgang mit unseren Ressourcen bedingt eine konsequente Ausrichtung auf eine umfassende Kreislaufwirtschaft. Die Lancierung des Migros Sammelsackes ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und kann die benötigten Entwicklungen beschleunigen», so Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz.

Sofern das Angebot bei den Migros Kunden Anklang findet und die erste Etappe erfolgreich verläuft, prüft die Migros eine Ausweitung der Plastiksammlung auf weitere Regionen in der Schweiz.

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