Lebensmittelbecher mit IML aus kreislauffähigem PP
Greiner nutzt Rohstoffe der zweiten Generation

07.06.2021 Mit dem Bornewables-Portfolio integriert Greiner Packaging erstmals nachwachsende Ressourcen in die Produktion von Lebensmittelbechern aus Polypropylen mit In-Mold-Labeling (IML) als Dekorationstechnologie.

Die neuen IML-Musterbecher für Molkereiprodukte bestehen aus Bornewables Monomaterial und wurden ganz im Sinne von Design for Recycling für ein gängiges Recycling in herkömmlichen Anlagen entwickelt.
© Foto: Greiner
Die neuen IML-Musterbecher für Molkereiprodukte bestehen aus Bornewables Monomaterial und wurden ganz im Sinne von Design for Recycling für ein gängiges Recycling in herkömmlichen Anlagen entwickelt.

Im Gegensatz zu erneuerbaren Rohstoffen, die mit landwirtschaftlichen Nutzpflanzen für Lebensmittel und Viehfutter hergestellt werden, bestehen die Bornewables aus Rohstoffen der zweiten Generation, d.h. aus erneuerbaren Quellen, die ausschließlich aus Abfall- und Reststoffströmen stammen: aus der Pflanzenölproduktion sowie aus Ölabfällen und -rückständen, aus der Holzindustrie oder aus der Lebensmittelindustrie, wie beispielsweise Altöl.

Gleiche Materialleistung

Bornewables bieten die gleichen Materialeigenschaften wie Polyolefin-Neuware, weisen dabei jedoch einen erheblich geringeren CO2-Fußabdruck auf. „Das Bornewables-Portfolio ist ein wichtiger Schritt in unserem Bestreben, Produkte anzubieten, die von traditionellen Rohstoffen entkoppelt sind, mit dem Ziel, eine Lösung für die CO2-Herausforderung zu bieten. Mit dieser Produktpalette helfen wir unseren Kunden und der Wertschöpfungskette, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, ihre bestehenden Qualitätsstandards zu erhalten und Verpackungslösungen anzubieten, die für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen sind. Wir konzentrieren uns auf die Bedürfnisse unserer Kunden und der Wertschöpfungskette, während wir daran arbeiten, den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe voranzutreiben", sagt Trevor Davis, Head of Marketing, Consumer Products bei Borealis.

Deutliche Reduktion des CO2-Fußabdrucks

Eine von Borealis am Standort Kallo in Belgien initiierte Lebenszyklusanalyse hat gezeigt, dass die Verwendung von Bornewables den CO2-Fußabdruck eines Produkts um mindestens 2,7 kg CO2eq für jedes Kilogramm Polymer reduziert. Das bedeutet eine Einsparung von bis zu 120 % im Vergleich zu fossil basiertem Borealis PP und entspricht in etwa dem Laden von 2.700 Smartphones in einem Jahr*. Zudem wird durch den Einsatz dieser kreislauforientierten Premium-Polyolefinen die Erschöpfung fossiler Ressourcen um ca. 69 % reduziert. Das gesamte Bornewables-Portfolio von Borealis wurde im Rahmen des internationalen Zertifizierungssystems ISCC PLUS (International Sustainability & Carbon Certification) zertifiziert. Diese Chain of Custody-Zertifizierung garantiert den Kunden, dass die verwendeten Rohstoffe als erneuerbar, nachhaltig produziert und bis zum Ursprungsort rückverfolgbar zertifiziert sind.

Die Zertifizierung basiert auf dem Massebilanz-Ansatz, d.h. dass für jeden Materialstrom ein Beitrag zum Einsatz von chemisch recyceltem oder erneuerbarem Material geleistet wird. Auch einige Standorte von Greiner Packaging sind bereits ISCC Plus-zertifiziert.

Fokus auf Design für Recycling

Die neuen IML-Musterbecher für Molkereiprodukte bestehen aus Bornewables Monomaterial und wurden ganz im Sinne von Design for Recycling für ein gängiges Recycling in herkömmlichen Anlagen entwickelt. Das verwendete kreislauforientierte PP-Material entspricht in seiner chemischen Struktur einem Standard-Kunststoff und kann im selben Kreislauf wie die Standard-Polymere recycelt werden.

Stephan Laske, R&D Director bei Greiner Packaging: „Nur wenn alle Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette mitmachen und die gleichen Nachhaltigkeitsziele verfolgen – vom Rohstofflieferanten bis zum Brand Owner – funktionieren solche Konzepte wie unsere neuen IML-Becher. Wir als Verpackungs-Hersteller unterstützen dies im Zuge unserer eigenen Circular Economy-Strategie und gehen hier gemeinsam mit Partnern und Lieferanten wie Borealis neue Wege.“

*Quelle: 2 Stunden Smartphones laden mit 6W in der EU (2018) mit ~230grCO2/kWh

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