Forum Rezyklat
Qualität der Recyclingmaterialien verbessern

23.06.2022 Jedes Jahr verbrauchen und entsorgen deutsche Haushalte mehr Verpackungen. Aber auch immer mehr werden recycelt. Jetzt wurde eine Studie in Auftrag geben, die unterschiedliche Sortierungsverfahren bewerten wird.

Drei Universitäten forschen zur Effektivität der Sortiertechniken.
© Foto: Forum Rezyklat
Drei Universitäten forschen zur Effektivität der Sortiertechniken.

Die Sortierung gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die Recyclingquoten seit dem Inkrafttreten des Verpackungsgesetzes im Juli 2021 bereits zum zweiten Mal erhöht und der Einsatz von Rezyklat den Herstellern ab 2025 erstmals gesetzlich vorgeschrieben werden.

Mit diesen gesetzlichen Umweltzielen kommen auf alle Unternehmen entlang des Recyclingkreislaufs Herausforderungen zu. Beim Erfüllen der Recyclingauflagen spielen Sortiertechnologien eine zentrale Rolle. Im Forum Rezyklat diskutieren und bewerten deshalb Fachleute für Kreislaufwirtschaft die Technologien mit dem Ziel, auf Basis einer neutralen Gegenüberstellung eine Vergleichbarkeit zu schaffen und somit Investitionsentscheidungen zu erleichtern.

Das Fachpaket „Technologie und Recyclingfähigkeit“ des Forum Rezyklat hat dazu eine Vergleichsstudie von Sortiertechnologien in Auftrag gegeben. Zusammen mit der Technischen Universität Hamburg, der Hochschule Pforzheim und der Montanuniversität Leoben wurde ein Forschungskonsortium ins Leben gerufen, das im Rahmen einer Vorstudie zunächst relevante Technologie-Anbieter identifizieren und deren Verfahren bewerten wird. Bei der Auswahl und Bewertung spielen vor allem Kriterien wie die Reife und die voraussichtlichen Kosten der Ansätze eine wichtige Rolle. Die Vorstudie wird voraussichtlich Ende 2022 abgeschlossen sein. Bei Bedarf soll darauf aufbauend eine Hauptstudie unter anderem mit praktischer Versuchsdurchführung neuer Sortiertechnologien erfolgen.

Vor allem der Sortierung von Leichtverpackungen wird eine zentrale Rolle zugeschrieben. Gebrauchte Kunststoffverpackungen sollen zukünftig nicht mehr nur nach Material möglichst sortenrein sortiert werden, sondern auch anhand weiterer Eigenschaften, wie zum Beispiel ihrer Lebensmitteleignung. Vor diesem Hintergrund werden am Markt aktuell Technologien als Problemlösungen diskutiert und beworben, die sich zwar im Ansatz unterscheiden, letztlich aber alle die Qualität der produzierten Recyclingmaterialien verbessern sollen. Mittels digitaler Wasserzeichen, fluoreszierender Marker (Tracer-Based-Sorting) oder Bilderkennung sollen in Kombination mit künstlicher Intelligenz gebrauchte Verpackungen aus Kunststoff oder Papierverbund besser sortiert, verwertet und damit eine grundlegende Voraussetzung für hochwertiges Recyclingmaterial geschaffen werden.

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