AGVU tritt Holy Grail-Initiative bei
Das digitale Wasserzeichen kommt voran

13.09.2021 Mikromarkierungen auf Verpackungen, sogenannte digitale Wasserzeichen, haben das Potenzial die Sortierprozesse in den Recyclinganlagen deutlich zu verbessern.

So sieht es der Verbraucher, die Scanner erkennen das rechte Bild: Digitales Wasserzeichen.
© Foto: Plastics Technology
So sieht es der Verbraucher, die Scanner erkennen das rechte Bild: Digitales Wasserzeichen.

Sie führen zu höheren Recyclingquoten und zu qualitativ hochwertigeren Rezyklaten, indem Hochleistungskameras die Wasserzeichen im Sortierprozess erkennen und eine genaue Ausschleusung der einzelnen Verpackungsmaterialien ermöglichen. Insbesonders verschiedene Kunststoffarten können so treffsicher identifiziert werden.

Im Rahmen der europäischen Initiative „Holy Grail 2.0“, geleitet durch den europäischen Markenverband AIM und unterstützt durch die Alliance to End Plastic Waste, werden nun die ersten semi-industriellen Sortiertests in Kopenhagen durchgeführt. Nach erfolgreichem Abschluss ist die industrielle Testphase in Deutschland und Frankreich vorgesehen. Die AGVU begleitet die Initiative und den geplanten Großversuch in Deutschland als neues Mitglied der europäischen Advisory Group der Holy Grail-Initiative.

Erkenntnisse aus dem Pilotversuch werden in die Fortentwicklung dieser digital gestützten Sortiertechnik einfließen. Für den deutschsprachigen Raum beruft die AGVU einen regelmäßig tagenden „Runden Tisch“ zum Austausch interessierter Stakeholder ein. Hier werden neben den Ergebnissen der digitale Wasserzeichen nutzenden Pilotanlagen auch alternative Ansätze, wie beispielsweise QR-Codes oder chemische Farb-Tracer, diskutiert und Vorschläge zur Fortentwicklung erarbeitet. Grundlegendes Merkmal dieser neuen Plattform ist die Technologieoffenheit. Daher wird nicht nur der Einsatz digitaler Wasserzeichen anhand einer virtuellen Tour durch die erste Pilotanlage in Kopenhagen vorgestellt, sondern es werden auch weitere Verfahren zur Verbesserung von Sortier- und Recyclingprozessen diskutiert. Ziel ist es, mit fundierten Impulsen zu einem Qualitätssprung in der Sortierung durch Einsatz digitaler Technik beizutragen, die Qualität und Quantität von Kunststoffrezyklaten zu steigern und CO2-Emissionen zu verringern.

Hersteller wie Procter & Gamble sehen in digitalen Wasserzeichen einen Hebel, um das Recycling zu verbessern. Deshalb hat P&G 2016 in Zusammenarbeit mit der Ellen MacArthur Foundation das Projekt „Holy Grail“ als Teil der New Plastics Economy ins Leben gerufen. Das offizielle Pionierprojekt wurde von 2016 bis 2019 von P&G geleitet und beinhaltete mehrere Untersuchungen zur verbesserten Sortierung z.B. durch fluoriszierende Marker oder digitale Wasserzeichen.

Auf „Holy Grail“ folgte dann im Jahr 2020 „Holy Grail 2.0“. Das Folgeprojekt konzentriert sich ausschließlich auf digitale Wasserzeichen für eine intelligente Sortierung und wird maßgeblich von der European Brands Association (AIM) mit Unterstützung der Initiative Alliance to End Plastic Waste vorangetrieben. Mehr als 130 Mitgliedsunternehmen und Organisationen aus der gesamten Wertschöpfungskette der Verpackungsindustrie unterstützen das Projekt.

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