Studie Lebensmittelverschwendung
Verbraucher:innen fordern bessere Verpackungshinweise

19.07.2021 Verbraucher:innen fordern von der Lebensmittelindustrie unter anderem klarere Hinweise auf Verpackungen, die über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinausgehen. Dies geht aus einer aktuellen Studie von Danone, Too Good To Go und Innofact hervor.

Der Zusatzhinweis "Oft länger gut" soll Verbraucher:innen darauf aufmerksam machen, dass das Produkt nach dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums oftmals noch einwandfrei genießbar ist.
© Foto: obs/Too Good To Go
Der Zusatzhinweis "Oft länger gut" soll Verbraucher:innen darauf aufmerksam machen, dass das Produkt nach dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums oftmals noch einwandfrei genießbar ist.

Zum Thema Lebensmittelverschwendung hatte das Marktforschungsinstitut Innofact in Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelhersteller Danone und dem Social-Impact-Unternehmen Too Good To Go in einer repräsentativen Umfrage 3.000 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Wie die Studie zeigt, sehen Verbraucher:innen Lebensmittelverschwendung als großes Problem und sind motiviert, dagegen selbst aktiv zu werden. Doch es mangelt ihnen an Informationen, wie sie die Verschwendung im eigenen Haushalt gezielter vermeiden können.

"Die Befragung hat gezeigt, wie viel jeder Einzelne bereits gegen Lebensmittelverschwendung tut und gibt uns als Unternehmen wichtige Hinweise, wie und wo wir Verbraucherinnen und Verbraucher noch besser informieren können", sagt Sina Kneis, Leiterin Public Affairs und Nachhaltigkeit bei Danone Deutschland.

Laut Studie sieht die Mehrheit der Befragten (83 Prozent) Lebensmittelverschwendung als großes oder sehr großes Problem an. Die beiden Haupt-Probleme: Lebensmittelverschwendung ist ethisch nicht vertretbar (42 Prozent) und schadet der Umwelt (38 Prozent). Allein in Deutschland würden pro Jahr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel unnötigerweise weggeworfen, so die Studienherausgeber.

Verbraucher:innen wünschen mehr Aufklärung

In der Studie werde zudem deutlich, dass sich Verbraucher:innen bessere Informationen (49 Prozent) und mehr Aufklärung (47 Prozent) wünschen, damit sie in Zukunft ressourcenschonender mit Lebensmitteln umgehen können. Die Hauptforderung an die Lebensmittelindustrie: klare und verständliche Hinweise auf Verpackungen, wie beispielsweise der Hinweis "Oft länger gut" von Too Good To Go. Dieser animiere dazu, die eigenen Sinne einzusetzen und Lebensmittel durch Schauen, Riechen und Probieren auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums auf Genießbarkeit zu testen. Drei Viertel der Befragten würden diesem Hinweis folgen, wenn dieser ergänzend zum Mindesthaltbarkeitsdatum auf Verpackungen angegeben wird, so ein Studienergebnis. Außerdem wünschen sich Verbraucher:innen das Bereitstellen von Aufklärungsmaterialien, die informieren und dabei unterstützen, Lebensmittelverluste zu vermeiden.

Die Umfrage zeigt auch nationale Besonderheiten: In Deutschland ist die Forderung nach besser erklärtem Mindesthaltbarkeitsdatum auf Verpackungen mit 56 Prozent groß. Hierzulande testen rund 62 Prozent der Befragten die Genießbarkeit von Lebensmitteln anhand des Geschmacks – in Österreich sind es 59 und in der Schweiz 55 Prozent.

Befragte erwarten Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung

Ein Großteil der Befragten (79 Prozent) erwartet von Lebensmittelhersteller:innen, dass sie Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung ergreifen. Unternehmen sollten laut Befragten alle Prozesse der Wertschöpfungskette so umstellen, dass minimale Lebensmittelverluste anfallen (49 Prozent). Darüber hinaus sollten Daten über Lebensmittelverschwendung geteilt (40 Prozent) und eigene Mitarbeiter:innen besser über das Thema informiert werden (38 Prozent).

Aber auch vom Einzelhandel und der Gastronomie erwarten knapp über 80 Prozent entscheidende Schritte zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten. Ein Großteil der Befragten sieht sich aber beim Thema Lebensmittelverschwendung auch selbst in der Verantwortung (83 Prozent). Um weniger Lebensmittel wegzuwerfen, achten die Befragten auf eine richtige Lagerung (86 Prozent), Resteverwertung (83 Prozent) und gezieltes Einkaufen (82 Prozent).

Danone hat sich für die DACH-Region beispielsweise vorgenommen, die Lebensmittelverluste bis Ende 2021 um 30 Prozent zu reduzieren, bis 2025 um 50 Prozent. So eröffnete das Unternehmen im Jahr 2020 einen Online-Clearance-Sales-Shop. Über diesen können (Groß-) Handelspartner:innen Produkte mit geringem Rest-MHD günstiger kaufen. Dadurch konnten laut Unternehmen bereits 30 Prozent mehr Lebensmittel im Vergleich zum Vorjahr gerettet werden.

 

 

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