Quote liegt bei 41,8 Prozent
Mehrweg-Ziel kaum erreichbar

12.08.2021 Jahrelang ging in Deutschland der Anteil von Getränken, die in Mehrwegflaschen abgefüllt werden, zurück. Aktuelle Daten zeigen nun erstmals wieder einen Anstieg des Mehrweganteils im Getränkebereich. Das gesetzliche Ziel von 70 Prozent wird jedoch deutlich unterschritten.

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Jährlich wird der Einsatz von Getränkeverpackungen in Deutschland untersucht. Für das Jahr 2019 zeigt eine Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) im Auftrag des Umweltbundesamtes eine leichte Zunahme des Anteils von Mehrwegflaschen. Es wurden 41,8 Prozent der in Deutschland verbrauchten Getränke im Jahr 2019 in Mehrwegverpackungen abgefüllt. Gegenüber dem Vorjahr liegt der Wert 0,6 Prozentpunkte höher. Damit stieg der Anteil von Mehrweggetränkeverpackungen in den pfandpflichtigen Getränkesegmenten erstmals seit der Pfandeinführung für Einweggetränkeverpackungen im Jahr 2003 an. Vor allem eine stärkere Nachfrage nach Wasser in Mehrwegflaschen ließ die Mehrwegquote ansteigen: In allen anderen Getränkesegmenten sank der Anteil von Mehrweg auch im Jahr 2019.

Die verstärkte Nachfrage nach Wasser in Mehrwegflaschen stoppte auch erstmals den zuvor deutlichen ⁠Trend⁠ zu Einwegkunststoffflaschen. Insgesamt wurden in den pfandpflichtigen Getränkesegmenten 5,9 Prozent weniger Getränke in Einwegkunststoffflaschen verbraucht. Trotzdem sind Einwegkunststoffflaschen mit 50,7 Prozent Anteil am Getränkeverbrauch und einer Stückzahl von 16,5 Milliarden Flaschen immer noch das beliebteste Packmittel für Getränke in Deutschland.

Mehrweg-Glas wird stärker nachgefragt

Die Studie zeigt auch, dass Mehrwegflaschen nicht allgemein, sondern nur solche aus Glas stärker nachgefragt werden. Hingegen zeigt sich bei Mehrwegflaschen aus Kunststoff ein verringerter Verbrauch von 0,6 Prozentpunkte auf 12,1 Prozent. Die GVM erklärt den Rückgang mit der aktuellen Diskussion um Kunststoffverpackungen. Einen starken Zuwachs bei Einweg gab es mit einem Anstieg auf 5,2 Prozent bei in Dosen abgefüllten Getränken. Bier ist zwar weiterhin das Getränkesegment mit dem höchsten Mehrweganteil, aber dieser sank 2019 weiter um 0,8 Prozentpunkte auf 78,7 Prozent, da Bier in Einwegdosen wieder häufiger nachgefragt wird.

Insgesamt über alle Getränkesegmente hinweg unabhängig von der Pfandpflicht sind Einwegflaschen aus Kunststoff das häufigste Packmittel. 2019 wurde die immense Menge von 18,9 Milliarden Einwegkunststoffflaschen verbraucht. Allein unter Annahme der kleinen Füllgröße 0,5 Liter würde diese Menge Einwegflaschen aus Kunststoff aneinandergereiht schon etwa hundertmal die Erde umrunden. Diese Daten zeigen, dass weitere Anstrengungen notwendig sind, um Mehrwegsysteme zu stärken. Setzt sich die aktuelle Entwicklung (außer beim Wasser) fort, kann das Mehrwegziel des Verpackungsgesetzes nicht erreicht werden.

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