Weltweiter Umgang mit Plastikmüll
IK begrüßt UN-Abkommen

03.03.2022 Auf der Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UN) in Nairobi wurde ein rechtlich bindendes internationales Abkommen im Kampf gegen Plastikmüll in der Umwelt auf den Weg gebracht.

Die Bekämpfung der Meeresverschmutzung nimmt Fahrt auf. Jetzt gibt es ein UN-Akommen.
© Foto: pixabay.com/rievieshan/
Die Bekämpfung der Meeresverschmutzung nimmt Fahrt auf. Jetzt gibt es ein UN-Akommen.

Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen ist überzeugt, dass ein weltweites Übereinkommen ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem veränderten und positiven Umgang mit Kunststoffen ist. Wissenschaft, Gemeinsinn und Verbindlichkeit müssen die Leitplanken sein.

Kunststoff sei ein leistungsstarkes Material. Moderne Medizin, sichere Lebensmittel, digitale Kommunikation oder auch Solarenergie – all das wäre ohne Kunststoffe nicht möglich. In Anbetracht der vermüllten Meere, wilder Deponien und ihrer Konsequenzen für Flora und Fauna sei die Betonung der Vorzüge jedoch keine passende Antwort, so die IK. Denn einmal in der Umwelt gelandet, würden sehr schnell Nachteile aus der Langlebigkeit des Materials. Die Antwort der deutschen Hersteller lautet: so wenig Verpackung wie möglich, so viel wie nötig. Braucht es die besonderen Eigenschaften des Kunststoffs nicht oder gibt es keine entsprechenden Sammel- und Verwertungsmöglichkeiten vor Ort, sollten Kunststoffe nicht eingesetzt werden. Abfälle sollten vielmehr als Rohstoffe genutzt werden. Das reduziert Einträge in die Umwelt und entlast die CO2-Bilanz zusätzlich.

Ein Problem – viele Lösungen

Ob nun die von der Industrie initiierte Global Plastics Flow Studie, der Global Plastics Outlook der OECD oder die Meta-Studie des WWF zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut; die Ergebnisse zeigten: Die Eintragspfade von Kunststoffen in die Umwelt sind vielfältig. Dementsprechend werde es auch nicht die eine Lösung geben. Aber es gebe bereits heute eine Vielzahl an Maßnahmen für einen verantwortungsvollen Umgang und weniger Abfall in der Umwelt. Diese gilt es für mehr Menschen verfügbar zu machen, sie weiterzuentwickeln und breite ökologische und ökonomische Vorteile aus ihnen zu generieren. Darin sieht die IK das große Potenzial eines UN-Abkommens.

Während geschlossene Kreisläufe weltweit unterschiedlich definiert würden, bestehe Einigkeit darüber, dass das Sammeln und Sortieren von Abfällen aus Kunststoff oberste Priorität haben muss, um Einträge von Kunststoffen in die Umwelt grundsätzlich zu verhindern. Dabei müsse regional unterschiedlich gehandelt werden. In Regionen, die nicht über eine effektive Sammlungs- und Verwertungsinfrastruktur für Kunststoffabfälle verfügen, kann es kein „Weiter so“ geben.

Kreislaufwirtschaft als Leitprinzip

Das Prinzip der erweiterte Produktverantwortung sei ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Das bedeutet: Wer verpackte Produkte in einer Region in Verkehr bringt, muss dafür Sorge tragen, dass die Verpackungen nach Gebrauch wieder eingesammelt und einer Verwertung zugeführt werden. In Europa erfolgt das in der Regel über die Beteiligung in einem Dualen System.

Darüber hinaus müsse die Kreislaufwirtschaft zu einem Motor werden, der Kunststoffabfällen einen Wert gibt. Kunststoffprodukte müssten voll recyclingfähig gestaltet werden, damit das Material als Rohstoff für die Kunststoffproduktion seinen Wert behält.

Für entscheidend hält die IK den ins Spiel gebrachten Experten-/Wissenschaftsrat, der die Optionen auf ihre Konsequenzen hin überprüft und Machbarkeit gewährleistet. Denn wohin die populäre, aber leider auch sehr pauschale Forderung von Kunststoffverboten führe, zeigt beispielsweise der Poly Problem Report „Strafsache Strohhalm“. Ganzheitliches, langfristiges sowie ergebnisoffenes Denken müsse zu fundierten Entscheidungen führen, um das Beste aus dem Wertstoff Kunststoff herauszuholen – für Mensch, Umwelt und Klima.

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