Plattform Verpackung mit Zukunft
Verpackungsmythen: Aufklärung tut Not

11.10.2021 Die Plattform Verpackung mit Zukunft organisierte am 8. Oktober 2021 ihren österreichweit ersten Pop-Up Stand vor der Lidl-Filiale in Anif bei Salzburg.

Im Fokus stehen Lebensmittelverschwendung, Recycling und Kreislaufwirtschaft.
© Foto: Plattform Verpackung mit Zukunft/Wolfgang Lienbacher
Im Fokus stehen Lebensmittelverschwendung, Recycling und Kreislaufwirtschaft.

Ziel des Pop-Up Standes ist die Aufklärung und der Dialog mit den Konsument:innen zu den Themen Lebensmittelverschwendung, Recycling und Kreislaufwirtschaft. Zu diesem Anlass kooperieren Unternehmen aus der gesamten Verpackungswertschöpfungskette mit Lidl Österreich.

„In der öffentlichen Wahrnehmung herrscht seit längerem ein verzerrtes Bild von Verpackungen. Klar ist: Jede überflüssige Verpackung ist zu vermeiden. Was auf den ersten Blick manchmal überflüssig erscheint, ist es in vielen Fällen aber nicht. Denn der Einsatz der richtigen Verpackung hat bei richtiger Entsorgung überwiegend positive Effekte auf die ökologische Bilanz eines Produktes“, erklärt Plattformkoordinatorin Sandra Pechac. „Hier wollen wir entgegenwirken und die Konsument:innen unterstützen, sich im Verpackungsdschungel zurecht zu finden.“ Mit dem interaktiven Pop-Up Stand möchte die Plattform Verpackung mit Zukunft Lebensmittelverschwendung, Recycling und Kreislauffähigkeit im Zusammenhang mit Verpackungen thematisieren. Konsument:innen sollen dort abgeholt werden, wo sie im Produktkreislauf erstmalig mit Verpackungen in Berührung kommen: beim Einkaufen.

Verpackungswertschöpfungskette macht sich stark

Als Vertreter der über 20 Mitglieder der Plattform sind die CEOs von Erema Group GmbH, Greiner Packaging International GmbH und Brantner Environment Group GmbH gemeinsam mit Nachhaltigkeitsexperten sowie dem CEO von Lidl Österreich vor Ort. Im Austausch mit Konsument:innen werden gängige Verpackungsmythen entkräftigt und Tipps und Tricks zum richtigen Einsatz und zur angemessenen Entsorgung von Verpackungen gegeben. Im Dialog soll eine gesamtheitliche Betrachtung über den Nutzen von Verpackungen geschaffen und auch offen über die Nachteile gesprochen werden.

Lebensmittelverschwendung reduzieren

„Verpackungen jeglicher Art, von Kunststoff, Aluminium bis Karton und Glas, stellen nicht nur sicher, dass Lebensmittel schonend transportiert werden können, sondern sorgen vor allem auch für eine längere Haltbarkeit der Produkte. Durch optimierte Verpackungen können Lebensmittelabfälle um bis zu 75% reduziert werden. Der Umweltnutzen durch vermiedene Abfälle ist damit in den meisten Fällen deutlich höher als der Umweltaufwand für die Verpackung selbst“, sagt Alessandro Wolf, CEO von Lidl Österreich und ergänzt: „Gleichzeitig übernehmen wir als Lidl Österreich selbstverständlich Verantwortung für unsere Verpackungen und vermeiden und reduzieren diese im Rahmen unserer Klimaoffensive wo es sinnvoll ist, gestalten sie recyclingfähig und verwenden wo möglich die Rezyklate. Bei den PET-Flaschen unserer Eigenmarken sind das im Schnitt schon über 50%. Bis Ende des Jahres werden wir beispielsweise bei allen unseren Saskia Mineralwasserflaschen bereits 100% rPET verwenden.“

„Wir gestalten Produkte und Verpackungen so, dass sie recyclingfähig sind und schließen Kreisläufe“, erklärt Manfred Stanek, CEO von Greiner Packaging. „Bereits in vielen Verpackungen konnten wir Plastik reduzieren, die Recyclingfähigkeit erhöhen oder recyceltes Plastik einsetzen. Dass dabei die Produktsicherheit erhalten bleiben muss, hat oberste Priorität.“

Richtiges Sammeln und Trennen

Schon heute werden die Zielvorgaben des EU-Kreislaufwirtschaftspakets 2025 für Verpackungen aus Papier, Glas und Metall erfüllt, erhebt ARA - Altstoff Recycling Austria AG. Bei Kunststoffverpackungen gibt es hier noch Aufholbedarf. Das aktuell in Diskussion befindliche Einwegpfand für PET-Flaschen und Dosen ist ein wichtiger Schritt, sich dieser Problematik anzunehmen. „Wir sind darauf angewiesen, dass auch die Konsument:innen mitmachen und die Verpackung klar als Wertstoff und nicht als Müll betrachten“, meint Josef Scheidl, CEO bei Brantner Environment. „Unsere Sortieranlagen sind am höchsten Stand der Technik, dennoch ist es entscheidend, dass beim Entsorgen vom Müll, mehr auf das Trennen geachtet wird.“

„Wir brauchen eine Veränderung hin zu mehr Kreislaufwirtschaft. Mit dem Willen zu Kooperation und im Zusammenspiel modernster Technologien ist das für unterschiedliche Verpackungsmaterialien realisierbar. Auch für Kunststoffe. Das müssen wir – die Akteure in der Wertschöpfungskette – umsetzen und für die Bevölkerung sichtbar machen“, ist Manfred Hackl, CEO der Erema Group, überzeugt.

Vision Kreislaufwirtschaft

Die Plattform Verpackung mit Zukunft will die Vision von effektivem Sammeln, Trennen und Recyclen und einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft verwirklichen. Dabei stehen die Mitgliedsunternehmen sinnbildlich für die vier Grundsätze der Plattform. Die vier Eckpunkte einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft Reduce, Replace, Reuse und Recycle werden von den Mitgliedern der Plattform in vielen Bereichen bereits umgesetzt.

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