Marines Littering
Riesen-Schiff soll Meere von Kunststoffmüll befreien

14.05.2021 Ein gigantischer Katamaran soll dazu beitragen, das Litteringproblem der Weltmeere zu lösen. Nach einem ganzheitlichen Konzept wird derzeit ein Fahrzeug entwickelt, das sich weitgehend autark verhält – in Sachen Fortbewegung und auch beim Sammeln und Verwerten von Kunststoffen gleich vor Ort.

Ein innovativer Riesen-Katamaran zur Sammlung von Meeresmüll soll Maßstäbe bei Energieeffizienz und Emissionsreduzierung setzen und mit einem ganzheitlichen Konzept dazu beitragen, die Zersetzung von Makro-Meeresmüll zu Mikroplastik zu verhindern.
© Foto: The SeaCleaners
Ein innovativer Riesen-Katamaran zur Sammlung von Meeresmüll soll Maßstäbe bei Energieeffizienz und Emissionsreduzierung setzen und mit einem ganzheitlichen Konzept dazu beitragen, die Zersetzung von Makro-Meeresmüll zu Mikroplastik zu verhindern.

Der Weltumsegler Yvan Bourgnon ist Schirmherr und Initiator des Projektes, das das Littering-Problem unserer Ozeane aktiv angehen wird. Bourgnon gründete die Umweltschutzorganisation „The Sea Cleaners“, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Finanzmittel für ein bislang einmaliges Projekt zu beschaffen. Mit seinem aus der Natur abgeleiteten Design und einem innovativen Hybrid-Antriebssystem bewegt sich der ‚Manta‘ weitgehend autonom und ist dabei in der Lage, das auf See gesammelte, nicht mehr recyclingfähige Plastik noch an Bord zu verarbeiten und zu verwerten. Zum Gesamtkonzept gehört neben dem Einsammeln von Meeresmüll der Betrieb eines internationalen Forschungslabors und ein für die Öffentlichkeit zugängliches Kompetenz- und Informationszentrum an Bord des Schiffes.

Der ‚Manta‘ soll ab 2024 rund 5.000 bis 10.000 t Kunststoff an jenen Orten abfischen, die als Haupteintragsquellen für Abfall in die Meere gelten – insbesondere Flussmünden in Afrika und Asien. Dabei soll das Schiff neue Maßstäbe beim Thema Umwelt- und Ressourcenschonung setzen. Der 56,5 Meter lange und 26 Meter breite Riesen-Katamaran bewegt sich nicht allein durch den Einsatz der 1500 m² Segel. Die Stromversorgung erfolgt über zwei Windturbinen, zwei Wasserkraftgeneratoren und fast 500 m² Photovoltaik-Solarpaneele. Dazu nutzt der ‚Manta‘ eine Waste-to-Electricity-Conversion-Unit, eine Anlage zur Umwandlung von Abfall in Elektrizität. Auf diese Weise wird es möglich, das gesammelte, sortierte, nicht mehr recycelbare Plastik an Bord in Energie für den Vortrieb des Schiffes umzuwandeln.

Das verwendete Verfahren ist die Pyrolyse, bei der der Kunststoff ohne Verbrennungsprozess geschmolzen wird und ein Synthesegas entsteht. Dieses wird wiederum durch eine Turbine in Strom umgewandelt und versorgt alle Anlagen an Bord mit Strom: Cockpit- und Navigationsinstrumente, Batterien, Antrieb sowie Sammel- und Sortieranlagen.

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