Henkel Packaging Adhesives Sustainability Forum
Verpackung neu denken

22.01.2021 Das Jahr 2020 ist vergangen, aber die Auswirkungen der weltweiten Pandemie auf die Verpackungsindustrie halten an. Das letzte Jahr hat die Bedeutung von Verpackungen gezeigt, um wichtige Güter wie Lebensmittel und Medikamente frisch zu halten und sicher zu verwahren.

Das Forum setzte sich aus einem zweitägigen Konferenzprogramm mit Networking und Ausstellungen zusammen.
© Foto: Henkel
Das Forum setzte sich aus einem zweitägigen Konferenzprogramm mit Networking und Ausstellungen zusammen.

Nachhaltigkeit spielt dabei ebenso eine zunehmend wichtige Rolle. In einem aktuellen Bericht von McKinsey & Company1 heißt es: „Die führenden Unternehmen der schnelllebigen Konsumgüterindustrie (FMCG) und des Einzelhandels haben ihre Ziele in Bezug auf die Nachhaltigkeit von Verpackungen nicht aufgegeben und sind weiterhin bestrebt, langfristig eine hohe Recyclingfähigkeit ihres gesamten Verpackungsportfolios zu erreichen.“

Um diese Ziele zu erreichen, ist die Zusammenarbeit der gesamten Verpackungswertschöpfungskette erforderlich. Während des ersten vollständig digitalen Henkel Packaging Adhesives Sustainability Forums diskutierten Branchenexperten entlang der gesamten Wertschöpfungskette über die Herausforderungen und Möglichkeiten bei nachhaltigen Verpackungen.

„Jetzt – vielleicht mehr denn je – steht unsere Branche im Rampenlicht. Wir haben eine große Verantwortung, unseren Teil zu einer nachhaltigen Zukunft beizutragen“, erklärt Tilo Quink, Global Head of Henkel Packaging Adhesives. „Dies ist wirklich eine Aufgabe für die gesamte Wertschöpfungskette – von Rohstofflieferanten über Maschinenhersteller, Verarbeiter, Markeninhaber, Einzelhändler und Recycler. Wir alle müssen mit dem gemeinsamen Ziel zusammenarbeiten, Nachhaltigkeit voranzutreiben.“

Den gesamten Kreislauf im Blick

Um einen spürbaren Wandel herbeizuführen, muss die gesamte Verpackungswertschöpfungskette zusammenarbeiten, angefangen bei der Art und Weise, wie Verpackungen entworfen und hergestellt werden – stets mit dem End-of-Life-Szenario im Blick.

„Wir müssen flexible Verpackungen, die aus mehreren Materialien bestehen, in Richtung Monomaterialien umgestalten, um wo immer möglich bestehende Recyclingströme zu nutzen – und die Fähigkeiten entwickeln, die verbleibenden Materialien zu sortieren und zu recyceln“, erklärt Graham Houlder, Projektkoordinator von Ceflex, einer gemeinschaftlichen Initiative eines europäischen Konsortiums von Unternehmen, die die gesamte Wertschöpfungskette für flexible Verpackungen repräsentieren. Darüber hinaus ist es entscheidend, weiter in die Infrastruktur zu investieren, die das Sammeln, Sortieren und Recyceln ermöglicht, damit ein nachhaltiges Geschäftsszenario für alle Beteiligten realisiert wird.

Unternehmen wie die Erema Group GmbH, die führend in der Entwicklung und Herstellung von Anlagen und Systemkomponenten für das Kunststoffrecycling sind, werden sich als Schlüssel zu diesen Recyclingströmen und zur Entwicklung der Fähigkeit erweisen, hochwertige Materialien in den Kreislauf zurückzuführen.

„Erema“ entwickelt seine Anlagen und Maschinen so, dass die Rohstoffe eine optimierte natürliche Farbe, einen möglichst geringen Defektgrad und einen neutralisierten Geruch aufweisen. Diese Aspekte sorgen letztlich für eine kosteneffiziente, qualitativ hochwertige Verpackung“, erklärt Clemens Kitzberger, Business Development Manager Post Consumer bei dem österreichischen Unternehmen.

Gesetzgebung als wichtiger Treiber

Die Zukunft von Verpackungen wird auch stark von der Gesetzgebung und den regulatorischen Rahmenbedingungen beeinflusst, die sich vor allem in Europa in rasantem Tempo weiterentwickeln. „Die 'Single Use Products Directive' in der EU ist der Beginn einer ganzen Welle neuer regulatorischer Aktivitäten, die dazu beitragen werden, die Märkte sowohl für Einweg- als auch für Mehrwegartikel in der Zukunft zu gestalten“, sagt Eamonn Bates, Direktor von 360° Foodservice, einer kollaborativen Plattform für nachhaltigen Service von Lebensmitteln und Getränken in Europa. „Dazu gehören neue Maßnahmen zur Vermeidung von Verpackungsabfällen und höhere verbindliche Recyclingziele für Verpackungen.“

Als weltweit führendes Unternehmen für Verpackungsklebstoffe hat Henkel diese Entwicklungen vorausgesehen und möchte den Wandel in der Branche aktiv vorantreiben. Dies kann nur durch eine enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern erreicht werden, was die Motivation war, Partner aus der gesamten Wertschöpfungskette zusammenzubringen. Von Rohstofflieferanten über Verpackungshersteller und -verarbeiter bis hin zu Markeninhabern und Recyclern – das Sustainability Forum von Henkel ermöglichte es den wichtigsten Stakeholdern der Branche, in einen digitalen Dialog zu treten. Die Veranstaltung förderte proaktiv die Diskussion über wichtige Anwendungsbereiche wie flexible Verpackungen, Verpackungslösungen aus Papier, Lebensmittel- und Getränkeverpackungen sowie Klebebänder und Etiketten.

Die Bedeutung von nachhaltigen Rohstoffen

Als Rohstofflieferant hat Borealis Nachhaltigkeit und insbesondere die Kreislaufwirtschaft zu einem Eckpfeiler seiner Strategie gemacht. Trevor Davis, Marketingleiter für Consumer Products des Unternehmens, erklärt: „Borealis hat klar definiert, wie ein Kreislaufsystem funktionieren sollte, der auf Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette basiert. Wir beginnen damit, nach erneuerbaren Optionen für Rohstoffe zu suchen und daran zu arbeiten, den CO2-Ausstoß aus unserem eigenen Betrieb zu minimieren, um unseren Fußabdruck so klein wie möglich zu halten."

Den Rahmen für eine echte Kreislaufwirtschaft schaffen

Mit Veranstaltungen wie dem Sustainability Forum unterstreicht Henkel sein kontinuierliches Engagement, den Wissenstransfer, die Zusammenarbeit und die Partnerschaft innerhalb der Branche voranzutreiben. „In den letzten Jahren haben wir den klaren Trend gesehen, dass immer mehr Menschen ihre Absicht bekundet haben, ihren Kunststoffverbrauch zu reduzieren und auf Alternativen umzusteigen – als Reaktion auf die nach wie vor niedrigen Recyclingraten von Kunststoffen. Gleichzeitig ist ein Wandel und eine Welle der Innovation in Richtung einer echten Kreislaufwirtschaft für Kunststoffverpackungen im Gange, die auf den Beiträgen aller Stakeholder von den Materialherstellern bis hin zu den Recyclern aufbaut“, sagt Dennis Bankmann, Senior Manager für Circular Economy bei Henkel.

Das virtuelle Nachhaltigkeitsforum fand im November 2020 statt und zog 2.000 Besucher aus mehr als 700 Unternehmen an. Die nächste Ausgabe ist für Ende 2021 geplant.

1 Beyond COVID-19: The next normal for packaging design; McKinsey & Company, July 2020

Eine Videozusammenfassung des Forums finden Sie hier.

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