Studie
Riesiges Einsparpotenzial bei Mogelpackungen

14.10.2021 Bei überdimensionierten Verpackungen, sogenannten Mogelpackungen, bestehen Einsparpotenziale zwischen drei und 27 Prozent. Das entspricht jährlich drei Millionen Mülltonnen à 240 Liter, wie eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung und der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) ergeben hat.

Bei Mogel- sowie unnötigen Zusatzverpackungen könnten jährlich drei Millionen Mülltonnen à 240 Liter eingespart werden, so eine Studie im Aufrag des vzbv.
© Foto: Imago/Arnulf Hettrich
Bei Mogel- sowie unnötigen Zusatzverpackungen könnten jährlich drei Millionen Mülltonnen à 240 Liter eingespart werden, so eine Studie im Aufrag des vzbv.

Die Studie hat unterschiedliche Bereiche im Verpackungsmarkt unter die Lupe genommen, über die sich Verbraucher:innen regelmäßig bei den Verbraucherzentralen und der Stiftung Warentest beschweren. Dazu gehören etwa Teebeutel, Waschmittelpackungen oder Beutel für Süßigkeiten.

„Seit Jahren kritisieren der vzbv und die Verbraucherzentralen Mogelpackungen, Verpackungen, die Verbraucher:innen mehr Inhalt vortäuschen als tatsächlich vorhanden ist“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Trotzdem nehme der Verpackungsmüll von Jahr zu Jahr zu. Überflüssige Zusatzverpackungen, etwa Pappschachteln bei Zahnpastatuben, befeuerten diese Entwicklung, obwohl Maßnahmen gegen den Anstieg auf dem Tisch lägen. Müller fordert, dass die nächste Bundesregierung überflüssige Zusatz- und Mogelpackungen abschaffen müsse, um den Verpackungsmüll zu reduzieren und in der Konsequenz CO2-Emmissionen einzusparen.

Überflüssige Zusatzverpackungen

Laut vzbv gilt laut Gesetz eine Verpackung als Mogelpackung, wenn die Füllmenge um 30 Prozent unterschritten wird. Unternehmen führten dabei oft technische Gründe an, um die Luft in ihren Verpackungen zu rechtfertigen. Im Vergleich unterschiedlicher Produkte desselben Segmentes, zeige sich ein Einsparpotenzial von bis zu 27 Prozent bei übermäßigen Verpackungen wie Mogelpackungen.

Bei den untersuchten überflüssigen Zusatzverpackungen liegt das Einsparpotenzial laut vzbv bei 73 Masseprozent. Sie seien weder für den Produktschutz noch für eine Informationsfunktion notwendig. Durch die Produktpräsentation muteten die Produkte mit Zusatzverpackung hochwertiger an und suggerierten optisch ein größeres Inhaltvolumen.

Abfallvermeidung ist Klimaschutz für Verbraucher:innen

Verbraucher:innen wünschen sich indes weniger Verpackungsmüll und umweltfreundliche Verpackungen. Das gaben 96 Prozent der Befragten in einer Umfrage des vzbv aus dem Jahr 2019 an. Als weitere Optimierungspotenziale für Verpackungen nennt die Studie: Gewichtsreduktion der Verpackungen, Füllgrößenoptimierung, Rückgang von Verpackungen mit ungünstigem Volumen-/Flächen-Verhältnis, Ersetzen von formstabilen Verpackungen durch Beutel. Der vzbv sieht im Systemwechsel von Einweg- zu Mehrwegverpackungen große Effekte für den Ressourcenschutz und die Umwelt, etwa bei To-go-Verpackungen, Mehrweggetränkeverpackungen und Verpackungen im Versandhandel.

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