CPH-Gruppe
Verpackung wächst in Lateinamerika und Asien

10.08.2021 Die CPH-Gruppe, Perlen/Schweiz, steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr 2021 um 5,1 % auf CHF 243,7 Mio.

CPH: „Rohmaterialkosten steigen stark an“
© Foto: CPH Chemie + Papier Holding AG
CPH: „Rohmaterialkosten steigen stark an“

Die Bereiche Chemie und Verpackung waren auf Kurs, hingegen drückten die höheren Rohmaterialkosten auf das Ergebnis des Bereichs Papier. Das Betriebsergebnis (EBIT) der Gruppe sank erwartungsgemäß auf CHF 5,7 Mio. Das Nettoergebnis erreichte CHF 5,9 Mio.

Im ersten Halbjahr 2021 konnten die coronabedingten Einschränkungen in vielen Ländern allmählich gelockert werden und die Wirtschaft begann sich wieder zu beleben. Mit der höheren Nachfrage stieg der Umsatz der CPH-Gruppe im ersten Halbjahr 2021 um 5.1 % auf CHF 243.7 Mio. Währungsbereinigt betrug der Anstieg 5.7 %.

Chemie mit sehr gutem Resultat

Der Bereich Chemie konnte von den Nachholeffekten profitieren und verbuchte hohe Auftragseingänge bei zahlreichen Produktlinien, allen voran den Molekularsieben für die Aufkonzentration von Sauerstoff. „Der Bereich Chemie hat sich mit innovativen Produkten eine führende Marktstellung aufgebaut. Er konnte den Umsatz deutlich steigern und das Betriebsergebnis überdurchschnittlich verbessern“, sagte Peter Schildknecht, CEO der CPH-Gruppe.

Verdrängungswettbewerb im Papier akzentuiert sich

Der Bereich Papier verkaufte höhere Mengen als in der Vorjahresperiode, in welcher die Papiermaschinen coronabedingt länger stillstanden. Da die Papierpreise wegen den steigenden Überkapazitäten gleichzeitig zurückgingen, lag der Umsatz trotz der höheren Absatzvolumen unter dem Vorjahr.

Verpackung wächst in Lateinamerika und Asien

Im Bereich Verpackung waren die Auswirkungen unterschiedlich. Einerseits ging die Nachfrage in den westlichen Ländern zurück, da die Pharmaproduzenten 2020 die Lager aufgebaut hatten und sich mit neuen Bestellungen eher zurückhielten. Andererseits gingen durch die Maskentragepflicht auch virale Infekte wie Erkältungen und Grippe zurück und die Eigenmedikation mit verschreibungsfreien Präparaten war entsprechend stark rückläufig. Diese Effekte konnte der Bereich Verpackung aber durch zweistellige Umsatzzunahmen in Lateinamerika und Asien mehr als kompensieren.

Rohmaterialkosten steigen stark an

Die zum Teil sprunghaft gestiegene Nachfrage führte bei einigen Rohmaterialien zu Lieferengpässen und zu enormen Preissteigerungen. Im Bereich Verpackung waren viele der eingesetzten Kunststoffe knapp und die Preise zogen sehr stark an. Diese konnten nur mit Verzögerung an den Markt weitergegeben werden und die Marge geriet in der Folge unter Druck. Der wichtigste Rohstoff des Bereichs Papier ist Altpapier. Mit der rückläufigen Produktionsmenge von grafischen Druckpapieren während der Corona-Pandemie wurde auch weniger Altpapier gesammelt. Dieses niedrige Altpapierangebot traf im Frühjahr 2021 auf eine anziehende Nachfrage nach Zeitungsdruck- und Magazinpapieren. Die Situation wurde zusätzlich verschärft durch die hohe Nachfrage nach Mischpapier, welches die Kartonindustrie zu Verpackungen für den boomenden Onlinehandel verarbeitete. Als Folge stiegen die Altpapierpreise und das Ergebnis des Bereichs Papier fiel negativ aus; das Betriebsergebnis (EBIT) der CPH-Gruppe ging um 67.8 % auf CHF 5.7 Mio. zurück. Das Nettoergebnis erreichte mit CHF 5.9 Mio. noch rund ein Drittel des Vorjahreswertes.

Vorsichtiger Ausblick für 2021

„Sollte die Corona-Pandemie mit den laufenden Impfprogrammen wirksam eingedämmt werden, dürfte sich die Wirtschaft in vielen Regionen der Welt auch im weiteren Jahresverlauf positiv entwickeln. Die CPH-Gruppe rechnet deshalb 2021 mit steigenden Umsätzen“, sagte Peter Schildknecht. Auf der Aufwandseite muss weiterhin mit hohen Rohmaterialkosten insbesondere für Altpapier gerechnet werden, die nur teilweise an den Markt weitergegeben werden können. Wie bereits im Februar angekündigt, wird das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgehen, wobei nach heutigem Kenntnisstand das Nettoergebnis noch knapp positiv ausfallen dürfte.


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