PricewaterhouseCoopers
Corona war „Durchbruch für Online-Lebensmittelhandel“

14.10.2020 Während des Lockdowns ist der Online-Einkauf von Gütern des täglichen Bedarfs rasant angestiegen, obwohl Lebensmittelgeschäfte und Drogerien die ganze Zeit über geöffnet waren.

2020: Lebensmittel-Lieferdienste werden immer relevanter.
© Foto: imago images / Manfred Segerer
2020: Lebensmittel-Lieferdienste werden immer relevanter.

Mehr als ein Viertel aller europäischen Verbraucher in städtischen Regionen (28 Prozent) hat Lebensmittel hauptsächlich online gekauft. Das entspricht einem Anstieg von 10 Prozentpunkten im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie.

Dies stellt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) im Rahmen der Publikation „PwC Global Consumer Insights Survey 2020“ fest.

Die Mehrheit der Verbraucher, die Lebensmittel online eingekauft haben, hat demnach ihren Warenkorb außerdem deutlich vergrößert. Die Hälfte der deutschen Online-Lebensmittelkäufer (52 Prozent) hat während des Lockdowns mehr gekauft – bei den Franzosen, Spaniern und Italienern waren es sogar 70 Prozent. Mehr als 80 Prozent der Konsumenten, die während der Pandemie erstmals Lebensmittel online gekauft haben, wollen dies auch weiterhin tun. Insbesondere die Neulinge auf diesem Gebiet haben positive Erfahrungen mit dem Lieferkomfort und der Qualität frischer Lebensmittel gemacht. Das hat dazu beigetragen, dass sie ihre Qualitätsbedenken überwinden konnten, die sie bisher vom Online-Einkauf abgeschreckt hatten.

Weniger als 10 Prozent erwarten eine kostenlose Lieferung

In Deutschland hat auch die Bedeutung von Lebensmittel-Lieferdiensten deutlich zugenommen. Vor der Pandemie bezogen 28 Prozent der deutschen Verbraucher ein sogenanntes Kochboxen-Abo und 85 Prozent von ihnen haben die Ausgaben dafür während der Pandemie beibehalten oder sogar erhöht. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen, weil viele Menschen weiterhin von zu Hause arbeiten und frische Lebensmittel für die Konsumenten zum wesentlichen Bestandteil von Gesundheit und Wohlbefinden geworden sind, heißt es.

Für Lebensmitteleinzelhändler, die ein profitables Onlinegeschäft aufbauen wollen, ist es laut PwC jetzt an der Zeit, von den Vorreitern im Online-Lebensmittelhandel zu lernen, ihre Prozesse zu überdenken und zusätzliche Analysekapazitäten aufzubauen. Online-Lebensmittelhändler setzen bei der Zusammenstellung der Lieferungen auf automatisierte Warenlager und nutzen Digital Analytics zur Berechnung der Nachfrage sowie zur automatischen Anpassung des Warenbestands in ihren Onlineshops. Ein relevanter Aspekt ist auch, dass weniger als 10 Prozent der europäischen Verbraucher beim Lebensmittel-E-Commerce eine kostenlose Lieferung erwarten. Trotzdem sind die Konsumenten sehr anspruchsvoll. Sie zeigen die höchste Zahlungsbereitschaft bei Lebensmittellieferungen, die innerhalb von einer und sechs Stunden nach der Bestellung eintreffen.


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