Nestlé
„Wir möchten einen Markt für Rezyklate schaffen“

21.07.2021 Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hatte sich verpflichtet, bis zum Jahr 2025 100 Prozent recycelbare oder wiederverwendbare Verpackungen einzusetzen und ein Drittel weniger Neuplastik zu verwenden.

Nestlé: „Investieren zwei Milliarden Schweizer Franken.“
© Foto: IMAGO / imagebroker
Nestlé: „Investieren zwei Milliarden Schweizer Franken.“

Was ist aus diesem Vorhaben geworden? Wie ist der aktuelle Zwischenstand dieser Pläne? Was wurde bereits konkret umgesetzt?

Packreport hat vor diesem Hintergrund bei Nestlé nachgefragt.

Wir dokumentieren die Antwort des Unternehmens im Wortlaut:

„Wir haben in Deutschland eine gut ausgebaute Sammel-, Sortier- und Recyclinginfrastruktur. Daher sind hierzulande bereits 97 Prozent unserer Verpackungen recycelbar oder wiederverwendbar. Weltweit liegen wir heute bei 87 Prozent. Wir arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran, bis 2025 100 Prozent recycelbare oder wiederverwendbare Verpackungen in unserem Produktportfolio zu erreichen.

Heute gibt es nur ein begrenztes Angebot an lebensmittelverträglichen, mechanisch recycelten Kunststoffen. Denn die meisten Kunststoffe, wie zum Beispiel die Polyolefine, lassen sich nur schwer für Lebensmittelverpackungen wiederverwerten.

Nestlé investiert daher zwei Milliarden Schweizer Franken in eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe. Wir möchten somit einen Markt für Rezyklate schaffen. Dafür zahlen wir zum Beispiel einen Aufpreis auf diese Materialen. Unser Ziel ist, bis 2025 bis zu zwei Millionen Tonnen lebensmittelverträgliche recycelte Kunststoffe zu beziehen.

Beispiele für verschiedene Lösungen für nachhaltige Verpackungen:

- Nestlé hat die Verpackung von den Smarties-Produkten auf recycelbare Papierverpackung umgestellt.

- Wir setzen in Deutschland auch beim Kakaogetränk Nesquik All Natural auf recyclingfähige Papierverpackung.

- Kaffeekapseln von Nespresso, die zu 80 Prozent aus wiederverwendetem Aluminium bestehen

- Wir stellen die 0,75l, 0,5l und 0,33l Flaschen von Vittel in Deutschland aus 100 % recyceltem Kunststoff her. Ab 2022 wird es Vittel deutschlandweit nur noch in Flaschen aus 100 Prozent recyceltem PET geben.

- Nestlé testet in der Schweiz Unverpackt-Aufsteller für Tiernahrung und löslichen Kaffee in Zusammenarbeit mit dem Start-up MIWA.

- Mit dem Lieferdienst Loop nutzt Nestlé zum Beispiel in Frankreich wiederverwendbare Behälter.“



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