Cosmetic Business 2022
Verpackungsaufgaben clever gelöst

13.05.2022 Die Aussteller der Cosmetic Business 2022 heben im Verpackungsbereich weitere ökologische Potenziale.

In München zu bewundern: Monomaterialtube von Albéa.
© Foto: Albéa
In München zu bewundern: Monomaterialtube von Albéa.

Das Thema Nachhaltigkeit bleibt ein Dauerbrenner im Verpackungsbereich. Die Aussteller auf der diesjährigen Cosmetic Business am 1. und 2. Juni in München beweisen dabei, dass sich auch mit neuen Ansätzen noch weitere ökologische Potenziale heben lassen. Im Mittelpunkt stehen dabei das Einsparen von Materialien, Ressourcen und Abfällen sowie realisierbare Konzepte für die Kreislaufwirtschaft. Bei alledem gelingt es den Anbietern, dass keine Abstriche bei Qualität, Optik, Anwendung und Produktschutz gemacht werden müssen.

Tuben-Leichtgewicht für bestes Recycling

Mit PCR Max präsentiert Albéa eine Monomaterialtube, die der Gruppe zufolge als die derzeit leichteste und am besten für den Materialkreislauf geeignete gilt. Sie kombiniert eine geringe Wandstärke mit dem EcoFusion Top des Herstellers. Dieses Öffnungs- und Verschlusssystem besteht zu 100 Prozent aus HDPE und kann somit laut Hersteller vollständig dem HDPE-Recyclingstrom zugeführt werden. Dem Unternehmen zufolge ist die Tube um 55 Prozent leichter als marktübliche Standardtuben.

Pumpe fürs Recycling und den Onlinehandel

Aptar zeigt auf der Messe sein Pumpensystem mit dem Namen "Future". Die Monomateriallösung aus PE ist laut Hersteller vollständig recycelbar sowie E-Commerce tauglich. Sie verfügt über ein Verschluss- und Öffnungssystem, das einen sicheren Versand nach dem ISTA 6-Amazon-Protokoll garantieren soll. Die Pumpe ist in mehreren Farben erhältlich und lässt sich dem Unternehmen zufolge für verschiedene Viskositäten nutzen.

Airless als Primärverpackung

Baralan bietet mit seiner neuen DEA-Serie das nach eigenen Angaben erste Airless-System, bei dem das beinhaltete Produkt direkt mit dem Glas in Kontakt kommt. Als Primärverpackung benötigt DEA laut dem Hersteller weniger Komponenten und damit auch insgesamt weniger Materialien, was zu einer leichteren und funktionaleren Verpackung führt. Die Serie umfasst drei Füllvolumen und ist wahlweise für die einmalige Verwendung oder zum Nachfüllen und Wiederverwenden einsetzbar.

Siebe machen Schaumspender zur Monomaterial-Lösung

Kunststoffverarbeiter CosMed stellt sein Squeeze Foaming Device SFD vor, das vollständig aus Polyethylen gefertigt wird. Der Schaumspender ist laut Hersteller in der Lage, ohne Treibgas und herkömmlichem Pumpmechanismus feinperligen und stabilen Schaum zu erzeugen. Das Aufschäumen erfolgt über eine Kombination von Sieben unterschiedlicher Größe im Innern des Pumpkopfes. Dadurch lässt sich die gewünschte Konsistenz des Schaums jeweils anwendungsspezifisch anpassen und das SFD für unterschiedliche Formulierungen verwenden.

Sonderkonstruktionen aus Karton

Die Edelmann Group präsentiert sich in München mit nachhaltigen Sonderkonstruktionen aus Karton. Für einen wiederbefüllbaren Seifenspender von Beiersdorf entwickelte und fertigte sie ein materialsparendes Starter-Kit. Dieses inszeniert das umweltschonende Produkt am POS und fasst neben dem Spender auch eine integrierte Faltschachtel mit gepressten Tabs. Aus diesen lässt sich nach Zugabe von Wasser in der Flasche eine Handseife herstellen.

Airless-Flasche aus PCR für nachhaltige Haarpflege

Gaplast zeigt eine Airless-Flasche aus recyceltem Material, das für eine vegane und tierfreundliche Haarpflege entstand. Die 200-ml-Airless-Motion-Flasche mit Beutel und Außenflasche enthält laut Hersteller bis zu 85 Prozent PCR-Material. Die sichere Verwendung von Rinse-off-Produkten, wie diese Haarpflege in der PCR-Verpackung, wurde durch ein toxikologisches Gutachten bestätigt, heißt es weiter.

Trendfarben sind auch auf Recyclingbasis möglich

Unter dem Motto "Travelling Into New Spheres" stellt Lifocolor zwölf neue Trendfarben für die Kosmetikindustrie vor. Die Palette umfasst belebende Blau- und Grüntöne, kraftvolle Rotnuancen und erdende Basis-Töne. Laut dem Hersteller können recycelte Kunststoffprodukte auch in einer Kreislaufwirtschaft den Trends folgend eingefärbt werden. Daher entwickelte das Unternehmen einige der wichtigsten Nuancen erstmals auf 100-prozentiger Recycling-Basis.

Aluminiumdose aus 100 Prozent PCR

Linhardt will anhand seiner neuen „100 % PCR“-Aluminiumdose beweisen, dass für Verpackungen geschlossene Materialkreisläufe machbar sind. Aus ökologischen Gründen verzichtet das Unternehmen nach eigenen Angaben auf Rezyklat aus Verpackungen und setzt stattdessen auf andere End-of-Life-Schrotte, wie zum Beispiel Kabel oder Lithoplatten. Für diese PCR-Quellen besteht eine hohe Rohstoffverfügbarkeit und damit Liefersicherheit.

Tiegel und Spender wiederbefüllen statt wegwerfen

Das Quadpack-Unternehmen Louvrette zeigt seine nachhaltigen Refill-Verpackungslösungen für Beauty-Marken. Die Patente des Herstellers umfassen zum Beispiel den neuen nachfüllbaren PET/rPET Regula Airless-Spender. Er ist in den Füllmengen 15, 30 und 50 ml erhältlich und verfügt über ein vollständig recyclebares Innenleben aus PP, wie das Unternehmen mitteilt. Für 2023 kündigt der Hersteller einen nachfüllbaren Glas-Airless-Dispenser an.

Glastiegel mit Innenteil zum Nachfüllen

Mit dem neuen Glastiegel "Re Place" will Lumson Luxuriösität und Nachhaltigkeit verbinden. Der Behälter ist aufgrund seines herausnehmbaren PP-Innenteils wiederbefüllbar. "Re Place" gibt es in den Designs "Deluxe" und "Unique", die beide dickwandig sind. Dies verleiht dem Tiegel seine hochwertige Anmutung, so das Unternehmen.

Ampullen anwenden – einfach unterwegs

Lutz Packaging zeigt neue Accessoires für die praktische Ergänzung von Ampullen. Der Easy Multiple Sprayer wurde für das einfache und sichere Öffnen von Glasampullen sowie für das Zerstäuben von kosmetischen und pharmazeutischen Flüssigkeiten entwickelt. Die neue Ampullenbox soll die sichere Aufbewahrung von Ampullen garantieren, was sie zu einem idealen Begleiter für die Reise macht, so Lutz. Beide Produkte verfügen über einen integrierten Ampullenbrecher.

Monomaterial-Tube mit PCR-Verschluss

Die Pirlo Gruppe stellt mit der PirlOne PCR eine Monomaterial-Tube vor, die vom Tubenkörper über die Schulter bis hin zur Verschlusskappe aus Polypropylen besteht. Alle Bestandteile können nach der Verwendung dem Materialkreislauf zugeführt werden. Der Verschluss besteht zu 95 Prozent aus PCR, womit der PCR-Anteil der gesamten Tube je nach Ausführung zwischen 35 und 50 Prozent liegt, so der Hersteller.

 

Die Cosmetic Business 2022 findet am 1. und 2. Juni 2022 im MOC München statt.






 

 

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