BWSI
„Generell zeigt sich ein veränderter Absatzfokus für alkoholische Getränke“

05.01.2022 Wie entwickelte sich in Corona-Zeiten der Konsum von Wein, Schaumwein und Spirituosen in Deutschland? Dies wollte der packREPORT wissen – und fragte an beim Bundesverband Wein und Spirituosen International e.V., Wiesbaden. In vorbildlicher Art und Weise wurde sich in der hessischen Landeshauptstadt um unser Anliegen bemüht – die Ergebnisse lesen Sie hier.

BWSI: „Zuwächse im Bereich des Online-Handels.“
© Foto: IMAGO / Westend61
BWSI: „Zuwächse im Bereich des Online-Handels.“

Statement Dr. Alexander Tacer, Geschäftsführer Bundesverband Wein und Spirituosen International (BWSI) sowie Verband Deutscher Sektkellereien (VDS):

„Der durchschnittliche pro Kopf-Konsum von Wein und Schaumwein beläuft sich laut Angaben des Deutschen Weinbauverbandes für das Weinwirtschaftsjahr 2019/20 auf 23,9 Liter. Demnach wurden pro Person durchschnittlich 0,6 Liter mehr Wein konsumiert als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Weinkonsum liegt mit 20,7 Litern in etwa auf dem Niveau der letzten 20 Jahre. Die Daten aus dem Weinwirtschaftsjahr 2020/21 liegen leider noch nicht vor.

Mit Blick auf den Schaumwein für das Jahr 2021 zeigt sich auf Grundlage vom Verband Deutscher Sektkellereien erhobener Zahlen für den Zeitraum Januar bis Oktober ein Absatzrückgang von rund sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wir gehen allerdings davon aus, dass das für die Sekthersteller wichtige Weihnachts- und Silvestergeschäft das Ergebnis noch positiv beeinflussen wird.

Wir gehen davon aus, dass bestimmte Tendenzen, die das Pandemiejahr 2020 geprägt haben, auch für das Jahr 2021 zutreffend sind. So galten 2020 ansteigende Verkaufszahlen von alkoholischen Getränken im Lebensmitteleinzelhandel als anfängliches Indiz dafür, dass im Lockdown vermeintlich mehr alkoholische Getränke konsumiert würden als sonst. Doch eine Interpretation, wonach Ausgangssperren und Social Distancing alkoholische Getränke in Strömen haben fließen lassen, war nicht haltbar.

Was die Reisetätigkeit mit dem Sekt-Konsum zu tun hat

Erhebungen des Verbandes Deutscher Sektkellereien lässt sich entnehmen, dass der Schaumweinabsatz im Jahr 2020 mit rund 1,5 % sogar unter dem Vorjahresniveau gelegen hat. Bei der Bewertung der Zahlen darf außerdem nicht außer Acht gelassen werden, dass die Deutschen vor allem international wesentlich weniger verreist sind. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) gab es im Jahr 2020 ca. 32 % weniger Inlandsreisen und sogar knapp 63 % weniger Auslandsreisen als noch im Vorjahr. Die während der Urlaubszeit in Deutschland statt im Ausland konsumierten alkoholischen Getränke machen sich in den Absatzzahlen bemerkbar, ziehen jedoch aus den genannten Gründen keine Erhöhung des Pro-Kopf-Konsums dieser Getränke nach sich.

Generell zeigt sich somit ein veränderter Absatzfokus für alkoholische Getränke. Zuwächse im Bereich des Lebensmitteleinzelhandels und des Online-Handels kompensieren die pandemiebedingten starken Rückgänge im Gastronomie-, Hotellerie- und Airline-Geschäft sowie die Einbußen infolge der über mehrere Monate nahezu komplett weggefallenen privaten und öffentlichen Feiern zumindest teilweise.“



 

 

stats