HPE: Fordert wirksamem Strompreisdeckel für d...
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Fordert wirksamem Strompreisdeckel für den Mittelstand

Zur Sicherung der Versorgung in der gesamten deutschen Wirtschaft fordert der Bundesverband Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) einen wirksamen Strompreisdeckel für mittelständische Unternehmen.

Auch für andere Energiepreise soll eine Regulierung greifen. Andernfalls befürchtet der Verband schwere Verwerfungen nicht nur für die Holzpackmittelbranche, sondern für Lieferketten in der gesamten deutschen Industrie und für kritische Infrastrukturen.

In seinem dritten Entlastungspaket infolge des Ukrainekrieges hat die Bundesregierung Anfang September eine Strompreisbremse angekündigt. Das begrüßt der HPE im Grundsatz, mahnt aber nun eine rasche, praxisnahe Umsetzung an, von der Unternehmen des Mittelstandes schnell profitieren. „Die dringend erforderlichen Details für die Strompreisbremse müssen jetzt endlich für die Unternehmen des Mittelstandes konkretisiert werden, sonst stehen ganze Branchen vor dem Abgrund“, sagt HPE-Geschäftsführer Marcus Kirschner.

In einem Schreiben an das Bundeswirtschaftsministerium habe der HPE die krisenhafte Zuspitzung für die Branche frühzeitig, schon vor den Beschlüssen zum dritten Entlastungspaket, klar gemacht. „Zahlreiche Unternehmen können keine neuen Energieverträge für Strom und Gas mehr abschließen, selbst Vertragsangebote bleiben aus. Dies zwingt die Unternehmen zum Stromeinkauf am Spotmarkt. Dort ist die Schallmauer von einem Euro pro Kilowattstunde längst durchbrochen“, erklärt der HPE in dem Schreiben. Hochenergieeffiziente Blockheizkraftwerke (BHKW) könnten angesichts der Gaspreise nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Bei aktuell steigender Tendenz führe dies zu unkalkulierbaren Risiken. Zum Vergleich: Im Frühjahr hatte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer Analyse den durchschnittlichen Industriestrompreis für Neuabschlüsse bei einem Jahresverbrauch bis 20 Mio. kWh für 2022 noch auf rund 30 Cent/kWh beziffert, für 2021 auf unter 20 Cent/kWh. „Die Dimension der Strompreisexplosion gefährdet zahlreiche Betriebe akut“, stellt Kirschner fest.

Inlandsproduktion stärken

Eine großflächige Störung der Versorgung durch die mittelständisch geprägte Holzpackmittelindustrie hätte sehr spürbare Auswirkungen auf die gesamte deutsche Wirtschaft und auf die Versorgung der Bevölkerung, warnt der HPE. Denn auf Paletten, Kisten, Exportverpackungen, Kabel- und Seiltrommeln sind Mittelständler ebenso wie Großunternehmen aus Schlüsselbranchen wie Lebensmittelhandel, Chemie, Fahrzeugindustrie sowie Maschinen- und Anlagenbau angewiesen. Angesichts der dramatischen Zuspitzung der Lage an den Energiemärkten fordert der HPE, die Regeln zur Funktionsweise der Strom- und Energiemärkte zu überarbeiten, um künftig massive Turbulenzen wie die aktuellen auszuschließen. Infrage kommen nach Auffassung des HPE unter andrem „Cost-Average-Designs statt Höchstpreisdominanz am Spotmarkt“. Auch müssten Eigenerzeugung, -speicherung, -nutzung und -überschussverkauf technologieoffen in ihrer Attraktivität gesteigert und gefördert werden. „Die Krise erfordert in der Bundesregierung ein Umdenken ohne Scheuklappen, um die industrielle Basis zu schützen“, mahnt Kirschner.

 


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