US-Verpackungsindustrie wächst moderat

US-Verpackungsindustrie wächst moderat

Die Nachfrage nach Verpackungen dürfte in den USA mittelfristig weiter zulegen, so die Einschätzung von Germany Trade & Invest (gtai). Die bedeutendste Abnehmerbranche, die Nahrungsmittelindustrie, setzt zunehmend auf an Single-Haushalte angepasste Lösungen. Der Pharmasektor meldet einen kräftig wachsenden Bedarf. Kunststoffverpackungen gewinnen Marktanteile hinzu. Nicht zuletzt die zunehmende Entwicklung und Verwendung biologisch abbaubarer Verpackungen sorgt für Dynamik.

Die wertmäßige Nachfrage auf dem US-Markt für Verpackungen hat nach einem kräftigen, krisenbedingten Einbruch 2009 zwei Jahre später das Vorkrisenniveau übertroffen. Auf relativ hohem Niveau konnten seitdem moderate Wachstumsraten verzeichnet werden.

Das Marktforschungsunternehmen TechNavio prognostiziert zwischen 2012 und 2016 eine jährliche durchschnittliche Wachstumsrate der Nachfrage von 2,7%. Die Marktforschungsfirma Freedonia hat Erwartungen in ähnlicher Größenordnung.

Mit der Nahrungsmittelindustrie ist die Hauptabnehmerbranche für Verpackungsmittel auf einem moderaten Wachstumskurs. Nach Prognosen von Freedonia sollen die Auslieferungen an industriell verarbeiteten Lebensmitteln zwischen 2012 und 2017 im Jahresdurchschnitt um etwa
2,2% zulegen.

Die durchschnittliche Haushaltsgröße sinkt in den USA kontinuierlich. Nach Angaben des U.S. Census Bureau stieg die Anzahl von Ein-Personen-Haushalten zwischen 1970 und 2012 um 10 Prozentpunkte auf 27%. Die Tendenz ist weiter steigend. Die Industrie fragt entsprechend kleinere
Verpackungen nach. Die Nahrungsmittelsicherheit gewinnt zudem an Bedeutung. Marktexperten gehen von steigenden Erwartungen der Industrie hinsichtlich Verpackungen aus, die Lebensmittel länger frisch halten und Nährstoffe konservieren.

In der Getränkeindustrie ist eine hohe Dynamik bei den Markteinführungen neuer Produkte festzustellen. Die Branche setzt zunehmend auf unterschiedliche Verpackungstypen und -größen. Laut dem Marktforscher Reporterlinker.com wird die Nachfrage nach Getränkebehältern zwischen
2012 und 2017 um durchschnittlich 1,7% pro Jahr auf 265 Mrd. Einheiten zunehmen.

Unter allen wichtigen Abnehmerindustrien ist mittelfristig das größte Nachfragewachstum aus dem Pharmasektor zu erwarten. Das Umsatzvolumen auf dem Markt soll laut dem Marktforscher ReportsNReports zwischen 2012 und 2020 jahresdurchschnittlich um 3,5% zulegen. Seitens des
Pharmasektors wächst vor allem der Bedarf an hochwertigen Verpackungen für eine praktische Dosierung wie beispielsweise Blisterpackungen und Kunststoff-Einwegbeutel. Laut Analysten sind die Pharmaunternehmen aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks bei der Verpackungsnachfrage
sehr preissensitiv.

Flexible und dehnbare Verpackungen sind über die meisten Abnehmerindustrien hinweg zunehmend gefragt. Nach Angaben der Flexible Packaging Association lag der wertmäßige Marktanteil von flexiblen Verpackungen am Gesamtmarkt 2012 bei rund 18%. Experten erwarten hier mittelfristig ein überdurchschnittliches Wachstum.

Für die Erfüllung der Kundenwünsche hat das effiziente Handling der Produktverpackung stark an Bedeutung gewonnen. So spielen innovative Convenience-Aspekte wie leichtes Öffnen, Wiederverschließen oder Rationierhilfen bei der Verpackungsgestaltung eine zunehmende Rolle. Der Trend geht zu Verpackungen, die für den Verkauf im Einzelhandel besonders geeignet sind (""Retail Ready Packaging"", RRP).

Entsprechende Verpackungen sollen gleichzeitig einfach zu öffnen und robust genug sein, um den gesamten logistischen Prozess vom Hersteller bis in den Handel unbeschadet zu überstehen. Eine weitere Anforderung ist ein problemloses Wiedererkennen der Ware für den Konsumenten. Zudem
ist ein geringstmöglicher Materialeinsatz für eine einfache Entsorgung gefragt.

Hinsichtlich des eingesetzten Materials ist bei Plastikverpackungen das höchste Wachstum bei den wertmäßigen Auslieferungen der US-Verpackungsindustrie zu erwarten. Nach Freedonia-Prognosen dürften sie bis 2017 papierbasierte Verpackungen von der Pole Position verdrängen.

Laut der Marktforschungsfirma Canadean spricht vor allem das relativ geringe Gewicht für den Einsatz von Kunststoff, was sich unter anderem in geringen Produktions- und Transportkosten bemerkbar macht. Nicht zuletzt die zunehmende Entwicklung und Verwendung biologisch abbaubarer Kunststoffverpackungen treibt die Dynamik im Marktsegment an. Die Abnehmerbranchen fragen vor allem Verpackungen mit innovativen Formen und Verschlüssen nach.

Mittelfristig hohe Wachstumsraten erwartet Freedonia bei Beuteln. Im Zeitraum 2012 bis 2017 soll die Nachfrage im Durchschnitt um jährlich 3,6% auf 8,2 Mrd. US$ steigen. Vor allem in der Nahrungs- und der Getränkeindustrie wächst der Bedarf an derartigen Verpackungen.

Verpackungen auf Metallbasis geraten aufgrund dieser Entwicklung zunehmend unter Druck. Insbesondere bei Kaffee, Suppen und Tierfutter dürften sie laut Marktexperten zu Gunsten von Plastikverpackungen Marktanteile verlieren. Zudem sinkt die Nachfrage nach Aluminiumverpackungen auf dem bedeutendsten Absatzmarkt. So soll die Dosennachfrage der Hersteller kohlensäurehaltiger Erfrischungsgetränke mittelfristig maximal konstant bleiben, eher aber leicht abnehmen.

Die Hersteller setzen zunehmend biologisch abbaubare Materialien auf Plastikbasis anstelle von Verpackungen aus Aluminium ein. Allerdings erwarten Marktexperten im Segment metallbasierter Verpackungen bei Nischensegmenten wie Aluminiumflaschen hohe Wachstumsraten.

Das geringste Wachstum bei den Auslieferungen nach den bedeutendsten Materialien ist in den kommenden Jahren bei papierbasierten Verpackungen zu erwarten. Der Bedarf an Wellpappe sinkt nicht zuletzt aufgrund von Nachhaltigkeitszielen bei der Verpackungsgestaltung. Um die Menge an Deponieabfällen zu reduzieren, setzen zahlreiche Unternehmen auf eine Verringerung der Sekundärverpackung wie Pappkartons.

Insgesamt deuten sich bei der Verwendung von papierbasierten Verpackungen größere Veränderungen an. Bisher wurden Kartons primär für Saftgetränke und Fertigbrühen eingesetzt. Zunehmend fragen Unternehmen sie auch für Tomatenprodukte und Premium-Fertigsuppen nach. Für Kartons als Verpackungslösung für haltbare Lebensmittel sehen Analysten großes Potenzial.

Der sich verändernde Bedarf an Materialien für Verpackungen hat unmittelbare Marktverschiebungen zur Folge. Denn laut Freedonia sind die meisten Branchenunternehmen jeweils entweder auf die Produktion von Verpackungen auf der Basis von Papier, Plastik oder Metall spezialisiert. Nur wenige Unternehmen haben ein übergreifendes Angebot im Portfolio.

Flexible Packaging Association
www.flexpack.org

Packaging Machinery Manufacturers Institute (PMMI)
www.pmmi.org

Food & Beverage Packaging (Informationsportal)
www.foodandbeveragepackaging.com

Packaged Facts
www.packagedfacts.com

Deutsch-Amerikanische Handelskammern (AHK USA)
www.ahk-usa.com

www.gtai.de
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