packREPORT 5/2022

Industrie 4.0 NEUE MÖGLICHKEITEN MIT DIGITALEN LÖSUNGEN Seite 16 LogiMAT 2022 NEUES AUS DER INTRALOGISTIK Seite 48 D3896E | 54.Jahrgang | 05/2022 IFFA 2022 EIN BLICK IN DIE SMARTE ZUKUNFT Seite 40 Das Fachmagazin für industrielles Verpacken

www.shop.ruw.de | Deutscher Fachverlag GmbH | Frankfurt am Main Tel 08581 9605-0 | Fax 08581 754 | E-Mail info@suedost-service.de Neuerscheinungen Gut vorbereitet auf das neue LkSG Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (gültig ab 01.01.2023) regelt für Unternehmen die Einhaltung der Sorgfaltspflichten von menschen- und umweltrechtlichen Risiken in deren globalen Lieferketten. Für viele betroffene Unternehmen sind diese Pflichten Neuland. Der kompakte Praxisleitfaden bietet eine erste Orientierung, erläutert grundlegende Konzepte und gibt Handreichungen zur Umsetzung des LkSG. § Neue Sorgfaltspflichten für Unternehmen in Lieferketten § Hintergründe zum Thema Wirtschaft und Menschenrechte § Menschenrechtliche Risikoanalyse § Entwicklung einer Menschenrechtsstrategie § Geschützte rechtliche Interessen (Compliance Management) § Auswirkungen bei Verstößen gegen diese Pflichten § Einführung Hinweisgebersystem Die aktuelle Kommentierung zum LkSG ist eine wertvolle Arbeitshilfe für alle, die sich mit der Analyse und Umsetzung des neuen Gesetzes befassen. Sie zeigt den Weg durch die Regelungen anhand aller Tatbestandsmerkmale und enthält nützliche Informationen zu Interpretation und Subsumption. § Kommentierung der jeweiligen Vorschriften des LkSG § Erläuterungen zu Herkunft, Interpretation und Subsumption § Kritische Analyse der Tatbestandsmerkmale, deren Bedeutung, Unterscheidbarkeit und Stringenz § Verweis auf internationale Regelungen zu Menschenrechten und menschenrechtlicher Due Diligence der UN, der OECD, der ILO und weiterer Abkommen § Einbettung in bekannte Compliance-rechtliche Vorgaben § Wertvolle Arbeitshilfe und stabile Quelle für den Rechtsanwender Keine Buch-Neuerscheinung mehr verpassen? Abonnieren Sie doch gerne unseren Newsletter: shop.ruw.de/newsletter Holger Hembach Praxisleitfaden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) 1. Auflage 2022 | Compliance-Berater Schriftenreihe 232 Seiten | Broschur | € 69,- ISBN: 978-3-8005-1802-9 Weitere Informationen shop.ruw.de/18029 Martin Rothermel (Hrsg.) LkSG – Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz 1. Auflage 2022 | Compliance Berater Schriftenreihe Kommentar | vorbestellbar | ca. 400 Seiten Broschur | € 109,- ISBN: 978-3-8005-1804-3 Weitere Informationen shop.ruw.de/18043

Bild: Phasin Sudjai / Adobe Stock Hören Sie rein unter: packreport.de/podcasts Bei Pacoon, einer der führenden Packungs-Design-Agenturen für nachhaltige Verpackungslösungen, arbeiten Experten aus Design und Marketing mit langjähriger Erfahrung. Einer der Macher, Vordenker und Gründer: Geschäftsführer Peter Désilets. Ganz aktuell hat Pacoon als professioneller Ansprechpartner mit der Koelnmesse und der Anuga FoodTec eine Kooperationsvereinbarung getroffen und präsentierte im Rahmen der neugeschaffenen Sonderschau Packaging in Köln zukunftsweisende Aspekte aus der Welt der nachhaltigen Verpackungen. Bild: Pacoon ... Peter Désilets, Geschäftsführer der Pacoon GmbH, über Süßwaren-Verpackungen, konfrontative Gespräche mit Folienherstellern, Mehrweglösungen, Botschaften an die Branche – und wer aus seiner Sicht der „Elon Musk der Verpackungsindustrie“ ist. Bild: dfv Matthias Laux ist unser Mann hinter dem Mikrofon. Er spricht aktuell mit ... „Da kommt was auf uns zu. Stellt euch darauf ein!“

TITELSTORY 16 GEA: Neue Möglichkeiten mit digitalen Lösungen In diesem Frühjahr nutzt GEA die Leitmessen der Lebensmittelindustrie, um einem breiten Publikum die Innovationen und Systemlösungen im Bereich Digitalisierung vorzustellen. Der packREPORT kennt sie schon jetzt. WAS DIE BRANCHE BEWEGT 12 Die Mär von der Müllflut Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine bundesweite Einweg-Abgabe von 20 Cent auf To-Go- Verpackungen für 2023 – und sieht dies als „logische“ Konsequenz der Gerichtsentscheidung zur Tübinger Einwegsteuer. VERPACKUNGSRECHT 14 Die Reaktionen auf das Verpackungsurteil des Jahres In dem Normenkontrollverfahren zur Verpackungssteuer in Tübingen hat der VGH Baden-Württemberg die Verpackungssteuersatzung der Stadt Tübingen gekippt. Der packREPORT hat direkt danach Stimmen und Einordnungen aus der Branche gesammelt. IFFA 2022 40 Ein Blick in die smarte Zukunft Fachkräftemangel, Produktvielfalt und ein schwer einschätzbares Verbraucherverhalten – die Fleisch- und Proteinwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, die Prozesskette effizient und wirtschaftlich zu gestalten. TECHNIK 21 Geeignet für Primärverpackungen Warum die Produkte des Kupplungsbauers Enemac auch für die Verpackungsindustrie interessant sind. 22 Hygienisch, kompakt und formschlüssig Zu- und abführende Transportbänder für Verpackungsmaschinen weisen spezifische Anwendungsprofile auf. 24 Multitalent mit vielen Optionen Die SVZ Maschinenbau GmbH hat, ergänzend zur bestehend Baureihe WA13, eine neue, universell einsetzbare Wrap-Around-Maschine entwickelt. 26 Bei Kunden offene Türen eingerannt Höhn Display+Verpackung installierte die weltweit erste Flachbettstanze Bobst Novacut 106 ER mit dem neuen „kontaktlosen“ Bogenanlegersystem Accuregister. 4 packREPORT 05 / 2022 Inhalt

REPORT FLEISCH- UND WURSTWAREN 30 Gut verpackt für guten Geschmack Geschnitten, attraktiv verpackt und fertig zum Mitnehmen: Verbraucher greifen immer häufiger zu SB-Fleisch- und Wurstwaren. Dafür benötigen Hersteller Verpackungen in unterschiedlichsten Größen und Formen. 36 Hilfe bei der Kaufentscheidung So viele Informationen wie nötig, so wenig Material wie möglich: Etiketten sind wichtige Informationsträger und eine Hilfe beimKauf von Fleischprodukten. LOGISTIK 54 Sichere Transportprozesse Im Bereich der Ladungssicherung rücken verstärkt zuverlässige Systemlösungen in den Fokus, die auch den Handhabungsaufwand bei der Be- und Entladung reduzieren. LOGIMAT 2022 48 Umfassender Mix aus neuesten Technologien Mit erwarteten 1.500 Ausstellern und einer Ausstellungsfläche von mehr als 120.000 qm in allen zehn Hallen des Stuttgarter Messegeländes bewegen sich die Kapazitäten der LogiMAT 2022 auf Vor-Corona-Niveau. DIGITALISIERUNG 46 Das wichtigste Digitalisierungs-Ziel für Unternehmen Einer Studie zufolge sind Digitalisierungsmaßnahmen zur Optimierung interner Prozesse bislang von jeweils weniger als der Hälfte der Unternehmen umgesetzt worden oder geplant. RUBRIKEN 3 Auf Sendung – neuer Podcast 6 Nachrichten 7 Nachgefragt 8 Meist gelesen 9 Zahlen des Monats 10 Tiliscos Kolumne 11 Kommentar 58 Richtig & Wichtig 58 Hersteller- und Lieferantenverzeichnis 59 Impressum 60 Last but not least 5 packREPORT 05 / 2022 Inhalt

In aller Kürze Unternehmen Nachrichten Coca-Cola Neue PET-Produktionslinie Harro Höfliger Übernimmt Widmann Syntegon 2021 Deutliches Umsatzplus Renolit Thansau geschlossen Die Renolit SE Zweigniederlassung Thansau der Geschäftseinheit Healthcare wurde zum 31. März 2022 geschlossen. Die Produktion endete bereits am 6. März 2022. Grund für die Schließung sei die negative Ergebnissituation der Zweigniederlassung, die nach der Akquisition der Solvay-Folien- sparte zum Produktionsstandort für Verpackungen im medizinischen Bereich mit Schwerpunkt auf Folien für Infusionslösungen ausgebaut wurde. Erschwerend komme hinzu, dass der Markt für intravenöse (IV) Anwendungen sowie für Ernährungslösungen durch die andauernde Corona-Pandemie unter Druck geraten sei. Ergänzt durch den Aufbau eigener Folienproduktionen auf Kundenseite zeige sich trotz aller Bemühungen und großer Investitionsmaßnahmen, dass der Standort weder mittel- noch langfristig rentabel geführt werden kann, heißt es. Zum 1. April 2022 hat Harro Höfliger die Widmann Maschinen GmbH & Co. KG in Schlierbach übernommen. Widmann Ma- schinen, gegründet 1946 in Esslingen, ent- wickelt, baut und wartet Serien- und Sondermaschinen, die für das Verpacken von Lebensmitteln und Kosmetik, in der Automobilindustrie und der Medizintechnik zum Einsatz kommen. Das Familienunternehmen ist spezialisiert auf die Herstellung von Folienverarbeitungs- und Beutelabfüllanlagen. Harro Höfliger und Widmann Maschinen verbindet eine über 20-jährige enge Geschäftsbeziehung. Am Standort in Schlierbach übernimmt derProduktions- und Verpackungsmaschinenhersteller aus Allmersbach im Tal alle Beschäftigten und setzt damit auf ein ein- gespieltes Team. Mit der Übernahme stärkt Harro Höfliger seine Marktposition als Lieferant von Produktions-Komplettlösungen im Sondermaschinensegment und ergänzt seine Kompetenzen beim Ultraschallschweißen. Pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum am Standort hat Coca-Cola eine neue PET-Linie in Karlsruhe in Betrieb genommen. Damit füllt das Werk ab sofort deutlich mehr Getränke ab. Bis zu 36.000 PET-Flaschen mit je 1,25 Litern Getränken wie Coca-Cola, Fanta oder Sprite laufen stündlich über die Linie, knapp 2,5 Millionen verlassen wöchentlich das Werk. Dafür hat der Getränkehersteller den Neureuter Standort auch in den produktionsnahen Versorgungsbereichen und der Logistik deutlich ausgebaut. Coca-Cola Europacific Partners Deutschland (CCEP DE) hat hierfür 15 Millionen Euro investiert und insgesamt mehr als 60 neue Stellen geschaffen. Zur schnelleren Abfertigung der LKW wurden sechs Verladerampen implementiert, die den Prozess der Beladung effizienter machen. Der Standort in Karlsruhe ist eines von drei Coca-Cola Werken in Baden-Württemberg. Es ist bundesweit das einzige Werk, das Getränke im Auftrag von Monster Energy Limited abfüllt. Syntegon, Waiblingen, blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 zurück. Dank seines etablierten Maschinen- und Serviceportfolios war das Unternehmen in der Lage, die durch die Covid-19-Pandemie be- dingte hohe Nachfrage nach neuen Anlagen und Modernisierungsbedarfe zu erfüllen. Syntegon profitierte darüber hinaus von den Auswirkungen der weltweiten Konjunkturerholung im Sondermaschinen- bau und konnte sowohl Auftragseingang als auch Umsatz deutlich erhöhen. Der Auftragseingang stieg um 13,1 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, während der Gesamtumsatz um 9,9 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro zulegte. Zwei Drittel des Gesamt- umsatzes entfielen auf den Maschinenver- kauf, das restliche Drittel auf das Service- angebot von Syntegon. Der Umsatz wurde zu etwa gleichen Teilen in den wichtigsten Märkten um den Globus erwirtschaftet. Antalis hat ein verbindliches Angebot zur Übernahme der BB Pack Gruppe in Deutschland – BB Pack, cr8 Packaging und Printmate – unterzeichnet, wodurch Antalis seine Präsenz im schnell wachsenden Verpackungsmarkt ausbauen kann. Mit einem Umsatz von 42 Millionen Euro im Jahr 2021 ist die BB Pack Gruppe ein auf den E-Commerce-Sektor spezialisierter Verpackungshändler. Die Smurfit Kappa Group plc (SKG) hat beschlossen, sich aus dem russischen Markt zurückzuziehen. Die Gruppe habe bereits die Unterstützung ihrer russischen Geschäfte einschließlich aller Importe und Exporte sowie jeglicher kurz- oder langfristiger Finanzierung eingestellt. Die Tubex Holding GmbH mit Sitz in Rangendingen übernimmt den ungari- schen Verpackungshersteller Matrametal. Über die Kaufmodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart. Matrametal ist, wie Tubex, ein Hersteller von Aluminiumverpackungen mit mehr als 60 Jahren Erfahrung. In Sirtok, Ungarn, produziert Matrametal Aluminiumaerosoldosen sowie Aluminiumtuben. Die Mayr-Melnhof Gruppe (MM) hat 100 Prozent der Anteile an Eson Pac mit Sitz in Veddige, Schweden, vom Mehrheitsgesellschafter Nalka Invest AB sowie den Minderheitsgesellschaftern aus Familie und Management erworben. Mit einem Gesamtumsatz von rund 48 Millionen Euro entwickelt, produziert und vertreibt Eson Pac hochwertige Sekundärverpackungslösungen für die Pharmaindustrie. Der Spezialanbieter für Lager- und Transportbehälter aus Kunststoff, Auer Packaging, blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück: Trotz Coronakrise und Rohstoffmangel erzielte das Familienunternehmen mit Sitz im oberbayerischen Amerang 2021 einen Rekord- umsatz von 120 Millionen. Damit wurde die bisherige Umsatzhöchstmarke aus dem Jahr 2018 um 20 Prozent überboten. Die Belegschaft wuchs den Angaben zufolge auf knapp 200 Mitarbeiter. 6 packREPORT 05 / 2022 Nachrichten

Die innovativste Lösung muss auch die nachhaltigste sein. www.cabka.com info@cabka.com +49 36484 6450 Steigern Sie die Effizienz Ihrer Logistik und reduzieren Sie Ihren ökologischen Fußabdruck. Entdecken Sie unser gesamtes Portfolio an Paletten und Großladungsträgern aus recyceltem Kunststoff. Nest Leicht und stapelbar Premium auf robuste Art Maßgeschneiderte Produkte Endur Custom products Kleiner Preis, große Lasten Eco Hygienisch rein und lebensmittelecht Hygienic Großladungsträger Mehr Masse, mehr Klasse 31. MAI - 2. JUNI MESSE STUTTGART Hall 6 Booth C21 C M Y CM MY CY CMY K „Von Kostensteigerungen bei Energie, Treibstoff, Flaschen, Kartonage ist derzeit aus der gesamten Weinbranche zu hören.“ Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut, Bodenheim, erklärte Ende März auf Anfrage exklusiv gegenüber dem packREPORT, mit welchen Schwierig- keiten die deutschen Winzerinnen und Winzer 2022 zu kämpfen haben. Wo es in diesem Jahr sicherlich Einschränkungen geben wird, ist bei der Weinflaschen- vielfalt. Sie ist in der Weinbranche traditionell sehr groß, wenn man nur an gängigsten Formen wie die Schlegel-, Burgunder-, Bordeaux- oder die Literflasche denkt, ohne die verschiedenen Farben. Von daher dürften es in diesem Jahr einige Weine in anderen Flaschen als üblich geben. Weinetiketten könnten das nächste große Problem werden. In Papierfabriken von Finnland, wo 80 Prozent des Papiers für euro- päischen Etiketten herkommt, wird seit Januar und bis mindestens noch zum 2. April gestreikt. Zudem haben auch einige franzö- sische Fabriken zuletzt die Produktion eingestellt. Dadurch kommt die Etikettenproduktion auch für Weinflaschen teilweise zum Erliegen oder sie verzögert sich um Wochen. Zudem geht diese Situation ebenfalls mit großen Preissteigerungen für Etiketten einher. Durch die Engpässe in der globalen Fracht- und Logistikbranche steigen auch die Rohstoff- und Fracht-Preise in anderen Produktionsbereichen. Die Mehrkosten werden teilweise, und soweit es die individuelle Vertriebsstruktur zulässt, über Preisanhebungen an die Kunden oder den Handel weitergeben.“ Statement von Ernst Büscher, Deutsches Weininstitut (DWI), Bodenheim: „Versorgungsengpässe in der Glasindustrie gibt es unter anderem aufgrund von Sanierungen oder auch der Aufgabe von großen Glasschmelzwannen. Mit dem Kriegs- ausbruch sind außerdem Glaslieferungen aus der Ukraine und Russland weggefallen. Die Coronapandemie hat zuletzt zusätzlich zu Personalengpässen und damit verbundenen Produktionseinschränkungen in den Glashütten geführt. Neben der Rohstoffknappheit treiben gestiegene Energiekosten die Preise in der extrem energieintensiven Glasherstellung. Diese Preissteigerungen werden von den Glasherstellern beziehungs- weise -lieferanten an die Weinbranche weitergegeben. Viele Weinerzeuger haben aber auch aus dem Jahr 2019 gelernt, als es schon einmal ein größeres Versorgungsproblem mit Glas- flaschen gab, das damals der großen Weinerntemenge des 2018er Jahrgangs geschuldet war. Sie bestellen und beziehen von daher ihre Flaschen mittlerweile sehr frühzeitig, weshalb nicht mit einer allgemeinen Weinknappheit zu rechnen ist. Wäre die Wein- ernte EU-weit in diesem Jahr aber nicht so gering ausgefallen, hätten wir hierzulande sicherlich eine noch verschärftere Situation. Nachgefragt Einschränkungen bei der Weinflaschenvielfalt Bild: ouh_desire / Adobe Stock packREPORT 05 / 2022

Meist gelesen im Monat April Kaum ein Lebensmittelvollsortimenter hat in der jüngsten Vergangenheit in Bezug auf Verpackungen so viel angepasst und optimiert wie die Neckarsulmer. Der packREPORT hakte nach – wir dokumentieren das exklusive Statement von Kaufland im Wortlaut: „Auch Verpackungsanpassungen wie zum Beispiel unsere PET-Einwegpfandflaschen unserer Eigenmarken machen einen Unterschied.“ Die Hersteller von Paletten sehen sich mit einem akuten Mangel an Nägeln konfrontiert. Schon jetzt seien erste Unternehmen kaum mehr in der Lage, ihre Nachfrage nach Paletten und Packmitteln zu decken. Schon in wenigen Wochen könnte die Produktion deshalb stillstehen, so der Bundesverband Holz- packmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE), Bad Honnef. Der Lockdown im März/April 2020 sowie der ab November 2020 geltende Teil-Lockdown haben der Getränkebranche stark zugesetzt. Wie hoch die Auswirkungen für den Getränkefachgroßhandel sind, zeigen Auswertungen der Gedat Getränkedaten GmbH, Hamburg. Basis der Erhebung ist die Anzahl der monatlich belieferten Betriebe im Außer-Haus-Markt durch den Getränkefachgroßhandel. Das Lobbyregistergesetz ist am 1. Januar 2022 in Kraft getreten. Seitdem konnten sich Interessenvertreter in das beim Deutschen Bundestag elektronisch geführte öffentliche Lobbyregister eintragen – auch aus der Verpackungsbranche. Lesen Sie bei uns exklusiv die Antworten von drei der angefragten Marktteil- nehmern, Vertretern beziehungsweise Verbänden aus der Verpackungsindustrie. Die Mayr-Melnhof Gruppe (MM) hat 100 Prozent der Anteile an Eson Pac mit Sitz in Veddige, Schweden, vomMehrheitsgesellschafter Nalka Invest AB sowie den Minderheitsgesellschaftern aus Familie und Management erworben. Mit einem Gesamtumsatz von rund 48 Millionen Euro entwickelt, produziert und vertreibt Eson Pac hochwertige Sekundärverpackungslösungen für die Pharmaindustrie. Unter Berücksichtigung der erforderlichen coronabedingten Hygienevorschriften hat der vorläufige Insolvenzverwalter der Baden Board GmbH, Rechtsanwalt Marc Schmidt-Thieme von der Kanzlei Hoefer | Schmidt-Thieme, die Beschäftigten des mittelständischen Karton- und Verpackungsspezialisten in Gernsbach in einer Mitarbeiterversammlung über den Stand des Insolvenzverfahrens informiert. 724 Clicks Kaufland: Die Verpackungs- strategie der Handelskette 543 Clicks HPE: Akuter Mangel an Nägeln aus russischem Stahl 512 Clicks Trotz Lockdown-Ende: Erholung bleibt unter Vor-Corona-Niveau 699 Clicks Lobbyregister des Bundestages: Wer sich eingetragen hat 529 Clicks Mayr-Melnhof: Treibt Wachstumsstrategie voran 403 Clicks Baden Board: Produktion kann nicht aufrechterhalten werden 8 packREPORT 05 / 2022 Meist gelesen

www.auer-packaging.de ORDNUNG NACH MAß Basierend auf dem praktischen Rastermaß des Euroformats, sorgen die robusten Eurobehälter aus besonders schlagzähem Kunststoff für perfekte Ordnung und maximalen Schutz ihres Inhalts. Die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu unerschöpflich. Erhältlich in geschlossener oder durch- brochener Ausführung, mit Scharnier-Deckel, mit Koffer- griffen und jeder Menge Zubehör, um auch im Inneren Ordnung zu schaffen. n Säure- und Laugen- unempfindlich n Alle gängigen Euroformate n Kälte- und hitzebeständig Quelle: Quelle: Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH (GVM), Mainz, Stand 06/2021 Quelle: Quelle: Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH (GVM), Mainz, Stand 06/2021 Quelle: Quelle: Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH (GVM), Mainz, Stand 03/2019 In Deutschland fielen im Jahr 2019 18,9 Millionen Tonnen an Verpackungsabfällen an. Dies ist erneut ein neuer Höchststand beim Verpackungsaufkommen, so das Umweltbundesamt. 71,6 Prozent der Verpackungsabfälle gingen in das Recycling. Insgesamt wurden 96,9 Prozent der Verpackungsabfälle verwertet. Der Anstieg der Recyclingquote ist vor allem auf die anspruchsvollen Vorgaben des Verpackungsgesetzes zurückzuführen, heißt es. Die Entwicklung seit 1991 zeigt einen schwankenden Verlauf des Verpackungsverbrauchs. Die Menge des Verpackungsabfalls bewegte sich zwischen 13,6 und 18,9 Millionen Tonnen. Umweltbundesamt VERPACKUNGEN: VERBRAUCH SEIT 1991 2000 110 2010 181 2015 256 2017 303 Entwicklung des Verpackungsverbrauchs zur Entsorgung in Millionen Tonnen Verbrauch von Plastiktüten in Milliarden Stück, ohne Taschen und Beutel in Selbstbedienungszonen Verbrauch von Serviceverpackungen der Gastronomie in Kilotonnen 1991 15,6 1994 14,1 1997 13,7 2000 15,1 2003 15,5 2006 16,1 2009 15,1 2012 16,6 2000 7,0 2016 3,7 2012 6,1 2017 2,4 2015 5,6 2018 2,0 2019 1,7 2015 18,2 2018 18,9 2019 18,9 packREPORT 05 / 2022

Till Isensee und Sonja Bähr Nüchterne Antwort: Nein! Die physikalischen und chemischen Naturgesetze machen das nicht möglich. Jeder Prozess braucht Energie, die eingesetzt, umgewandelt und verbraucht wird. Ebenso gibt es einen Verlust von Stoffen, entlang der Umwandlungsprozesse, die aus dem betrachteten Kreislauf ausgetragen werden. Beliebtes Beispiel aus der Natur: Der Baum nährt sich aus dem Boden, blüht, trägt Früchte, die fallen zusammen mit den Blättern hinunter, werden wieder zu Boden, nähren den Baum und immer so weiter. Es ist ein Kreislauf ja, mit verschiedenen Variablen. Wasser und Sonne müssen als Energie und Katalysatoren hinzukommen. Und wenn zu viele Früchte und Blätter von Tieren gefressen werden, stehen sie dem Baum an diesem Ort als Nahrung nicht mehr zur Verfügung. Die erhalten möglicherweise andere Pflanzen an anderer Stelle, genauso wie der Baum durch die Verdauungsprodukte der mobilen Vögel und Würmer Nährstoffe von anderen Pflanzen und Orten erhält. Insgesamt also ein geschlossener Kreislauf, denn die Produkte sind ähnlich, ergänzend und austauschbar. Materialkreisläufe funktionieren auf die gleiche Art und Weise. Es wird immer dann schwierig, wenn entweder zu viele nicht kompatible Produkte in den Kreislauf kommen oder zu viel Material in einer Sackgasse endet. Für Papier heißt das, je mehr schlecht oder gar nicht von der Faser abtrennbarer Kunststoff beispielsweise in Form von funktionalen Barrieren, Siegelschichten, Lacken oder Klebern in den Kreislauf kommt, desto stärker wird das Altpapier verunreinigt. Es entstehen zu viele Verluste der guten Fasern, der Kreislauf stockt. Ähnliches gilt für die Kunststoffe. Dass es auf den sortenreinen Stoffstrom der bepfandeten PET Einwegflaschen eine deutlich höhere Nachfrage, auch aus Nichtlebensmittelanwendungen gibt, ist lange bekannt. Und was auf keinen Fall passieren darf, ist dass eine hochwertige Stofffraktion wie PET ihre Sackgasse in der Verwendung für eine textile Faser oder einen Autoreifen findet, wonach es dann keinen weiteren Kreislauf mehr gibt. Schon mit den vorliegenden Stoffströmen aus der Sortierung des gelben Sacks ist noch viel mehr Kreislauf möglich. Die Innovationsschubladen sind prall gefüllt. Spannende zukunftsfähige Lösungen stehen in den Startlöchern. Hier ist ein „sich im Kreis drehen“ hochgradig unerwünscht: jetzt müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen strin- gent, konsequent und vor allem schnell, im Sinne einer Kreislaufwirtschaft, die den Namen auch verdient, geschaf- fen werden. Internet: tilisco.de Tiliscos Kolumne Ein Kreis ist ein Kreis, ist ein Kreis, oder? Es ist die Unendlichkeit, kein Anfang und kein Ende, was der Kreis symbolisiert. Diesen hohen Anspruch führt auch die Kreislaufwirtschaft in ihrem Namen. Aber kann es einen echten, unendlichen Kreislauf der Materialien überhaupt geben? packREPORT 05 / 2022 10 Tiliscos Kolumne

INNOVATIVE WALZENTECHNIK VOM SPEZIALISTEN Souverän in die Zukunft ahauser.com Kommentar Die Verpackung ist nicht das Problem! Freitagnachmittag. Homeoffice. Kaffee Nummer fünf. Seit Stunden brüte ich über der Konzeption der nächsten Podcasts. Auf der Suche nach Inspiration und/oder Ablenkung lande ich – wie auch immer – auf den Internetseiten des Öko-Instituts, Berlin. Oha, die haben ja auch einen Podcast. Und auch noch ein Thema, das mich interessiert: „Kann der Onlinehandel nachhaltig sein?“ Klasse, da hör ich rein. Zu Gast ist Forscherin Dr. Nele Kampffmeyer, die – wenn ich es richtig verstehe – ebenfalls für das Öko-Institut arbeitet. Egal. Sehr angenehme Stimmen der Moderatorinnen. „Ob ein Einkauf nachhaltig ist, bestimmt an erster Stelle das Produkt, das im Warenkorb landet“, sagt Frau Kampffmeyer. „Das gilt für den Online- und Offline-Handel.“ Die erste Frage, die sich Käuferinnen und Käufer deshalb stellen sollten: „Ist das Produkt nachhaltig hergestellt?“ und als zweites: „Brauche ich es überhaupt?“ Uh. Touché. Die Antworten sind jeweils oftmals nicht sehr angenehm. Weiter lerne ich: Logistik und Transport sind für den Klimafußabdruck wichtig. Mit welchem Verkehrsmittel fährt man selbst zum Geschäft im stationären Handel? Wie wird das online bestellte Produkt bis zur Haustür geliefert? Besonders die „letzte Meile“ schlage hier bei den Emissionen zu Buche. Vor allem, weil dort teilweise wenig ausgelastete Kleintransporter eingesetzt würden. Hmh. Gleich mal auf die (leider allzu lange) To-Do-Liste setzen. Anfrage bei Paketdiensten nächste Woche. Ach nee, da ist ja Anuga in Köln. Okay, dann in zwei Wochen. Immer häufiger werde für die „letzte Meile“ inzwischen auf Lasten- räder gesetzt – hierdurch würden die Logistikemissionen deutlich gesenkt. Gut. Aber auch das Ladengeschäft oder das Lager der Online-Händler verursachten Emissionen: Wie werden die Räume beheizt? Wie wird der Strom erzeugt? Gibt es eine Kühlung? Stimmt. Wichtiger Punkt. Und jetzt, liebe Leserinnen und Leser, die alles entscheidende Feststellung: Im Vergleich dazu fallen Versandverpackungen nicht so stark ins Gewicht. Mit anderen Worten: Das Produkt selbst bestimmt den Großteil der Emissionen. Die ideale Verpackung sei hier Mehrweg, doch bei ihrer Nutzung stehe man in Deutschland leider noch am Anfang, heißt es. Ein großer Faktor bei der CO2-Bilanz seien die Retouren. Wie groß das Problem tatsächlich ist, so bemängelt Kampffmeyer, sei nicht bekannt, da es hierzu keine zuverlässigen Daten gebe. Gerade die großen Onlinehändler gäben hierzu keine Auskunft. Deshalb plädiert sie für eine Pflicht zur Berichterstattung. Kommt ebenfalls auf die Laux’sche Rechercheliste. Darüber hinaus würden retournierte Artikel entweder als A- oder B-Ware wiederverkauft oder vernichtet. Auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen, weil die Wiederaufbereitung zu teuer ist – je nach Artikel sind das zwischen 5 und 20 Euro – oder weil es teurer ist, die Lagerkosten zu zahlen, als das Produkt zu vernichten. Wochenende. Herzlichst, Ihr Matthias Laux packREPORT 05 / 2022

überhaupt? Schauen wir doch mal auf die Tübinger Fakten. Bereits einen Monat nach Einführung der Verpackungssteuer in Tübingen lagen die ersten Zahlen zum Müllaufkommen vor. Rund 30,74 Tonnen Abfall wurden im Januar 2022 über die öffentlichen Mülleimer im gesamten Tübinger Stadtgebiet entsorgt. Das sind zwischen 5 und 15 Prozent weniger als in den Vorjahren: Im Januar 2018 waren es 36,24 Tonnen, im Januar 2019 waren es 32,28 Tonnen, und im Januar 2020 waren es 34,34 Tonnen Müll. Lediglich im Januar 2021 war das Müllaufkommen mit 24,31 Tonnen noch geringer – damals befand sich Deutschland im zweiten Corona-­ Lockdown. Die Gastronomie war geschlossen, nur wenige Menschen waren unterwegs. Berücksichtigt werden müsse allerdings auch, dass 2021 und 2022 praktisch kein Silvestermüll angefallen ist. Jetzt wieder von einer Müllflut zu sprechen, kann ich nicht nachvollziehen. Ähnlich sah das wohl auch der 2. Senat des VGH Mannheims, obwohl dieser sich an die rechtlichen Bedingungen hielt. Zur Begründung: Tübingen fehle bereits die Kompetenz zur Einführung der Verpackungssteuer, da es sich nicht um eine örtliche Steuer handelt. Die Steuer sei nach ihrem Tatbestand nicht auf Verpackungen für Speisen und Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle begrenzt (wie die Kasseler Verpackungssteuer), sondern erfasse auch den Verkauf der Produkte zum Mitnehmen. Damit sei normativ der örtliche Bezug der Steuer – den die Gesetzgebungskompetenz für örtliche Verbrauchs- und Aufwandsteuern nach Art. 105 Abs. 2a GG voraussetze – nicht ausreichend sichergestellt und es sei nicht gewährleistet, dass der belastete Konsum und damit der Verbrauch der Verpackung vor Ort im Gemeindegebiet stattfänden. Bei Produkten zum Mitnehmen sei im Hinblick auf ihre Transportfähigkeit – auch über größere Strecken – ein Verbleiben im Gemeindegebiet nicht gewährleistet. Anlass für die Forderung war die veröffentlichte Begründung des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim zum Aus der Tübinger Verbrauchssteuer auf Einweg-to-go- Verpackungen. Das Gericht hatte mit Urteil vom 29. März auf die Verantwortung der Bundesregierung für die Abfallvermeidung verwiesen und die Verpackungssteuer der Stadt für unwirksam erklärt. Gegen die seit Jahresbeginn erhobene Steuer hatte die Franchise-Nehmerin eines McDonald's-Restaurants in Tübingen geklagt. Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat vor wenigen Wochen in Nairobi versprochen, wirkungsvoll gegen die Vermüllung unserer Umwelt mit Kunststoffen einzutreten. Jetzt hätte sie laut DUH die Möglichkeit dazu – das Urteil des VGH Mannheim sei eine klare Aufforderung an die Bundesregierung, in einer Novelle des Verpackungsgesetzes die notwendigen Maßnahmen bundesweit und für alle Restaurants anzuordnen, so DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Verteuerung von Einweg-Geschirr sei eine der wirksamsten Maßnahmen gegen die Müllflut. Das hätte die seit dem 1. Januar 2022 in Tübingen in Kraft getretene Verbrauchssteuer in den drei Monaten ihrer Gültigkeit eindrücklich bewiesen. Die Vermüllung des öffentlichen Raumes soll laut DUH nach Einführung der Tübinger Verpackungssteuer innerhalb kürzester Zeit deutlich abgenommen haben. Wenn dies auf kommunaler Ebene rechtlich jedoch nicht möglich sein sollte, dann sei es umso wichtiger, dass Umweltministerin Lemke endlich handle und durch eine bundesweite Einweg-Abgabe das umsetzt, was Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer bereits erfolgreich vorgemacht habe, so die DUH Argumentation. Moment mal, wenn behauptet wird, das seien die wirksamsten Maßnahmen gegen die Müllflut, setzt das ja voraus, das wir eine Müllflut haben. Aber stimmt das Was die Branche bewegt Die Mär von der Müllflut Die Deutsche Umwelthilfe fordert von Bundesumweltministerin Lemke eine bundesweite Einweg-Abgabe von 20 Cent auf To-go-Verpackungen zum 1. Januar 2023. Und sieht dies als „logische“ Konsequenz der Gerichtsentscheidung zur Tübinger Einwegsteuer. Bild: Robert Kneschke / Adobe Stock 12 packREPORT 05 / 2022 Was die Branche bewegt

Get your free ticket code here iffa.weberweb.com IFFA 2022 | Halle 11.1 – Stand B91 Echte Integration schafft echten Mehrwert. Erleben Sie unser wachsendes Portfolio mit innovativen Produktpremieren und stellen Sie sich für die Herausforderungen von morgen auf – mit ganzheitlichen Linienlösungen von Weber. Die abweichende Auffassung der Stadt Tübingen würde das Tor zur Einführung aller möglichen Verbrauchsteuern durch die Gemeinden eröffnen. Dies sei durch das Grundgesetz aber ausgeschlossen. Denn Verbrauchsteuern seien Produktionskosten der Wirtschaft, die in einem einheitlichen Wirtschaftsgebiet eine einheitliche Steuergesetzgebung notwendig machen. Die Verpackungssteuer stehe zudem in ihrer Ausgestaltung als Lenkungssteuer in Widerspruch zum aktuellen Abfallrecht des Bundes. Der Bundesgesetzgeber habe detaillierte Regelungen zur Vermeidung und Verwertung der gesamten Palette an Verpackungsabfällen und damit auch der Einwegverpackungen, die Gegenstand der Tübinger Verpackungssteuer seien, getroffen. Er habe damit darüber entschieden, mit welchen rechtlichen Instrumenten die Ziele der Abfallvermeidung und Abfallverwertung verwirklicht werden sollten, und damit gleichzeitig insbesondere auch darüber, in welchem Umfang die Ziele der Abfallvermeidung und Abfallverwertung verfolgt werden sollten. Danach handele es sich beim Verpackungsgesetz um ein geschlossenes System, das Zusatzregelungen durch den kommunalen Gesetzgeber ausschließe. Auch der Vorrang der Abfallvermeidung begründe für die Kommunen nicht die Zuständigkeit, die abfallwirtschaftliche Zielsetzung der Abfallvermeidung eigenständig „voranzutreiben“. Auch wenn das Ziel einer Reduzierung des Verpackungsaufkommens auf Grundlage der bisherigen Regelungen im Verpackungsgesetz nicht (ausreichend) erreicht worden sein sollte, sei es Sache des Bundesgesetzgebers, für Abhilfe zu sorgen und das Regelungssystem des Verpackungsgesetzes fortzuentwickeln. Etwaige Versäumnisse des Bundesgesetzgebers berechtigten die Kommunen nicht dazu, dessen Entscheidungen in eigener Zuständigkeit zu „verbessern“. Oberbürgermeister Boris Palmer bedauerte die Entscheidung des Mannheimer Gerichts: „Wir haben gezeigt, dass die Steuer in der Praxis funktioniert. Überall in Tübingen breitet sich Mehrweg aus, die große Mehrheit der Menschen ist zufrieden“. Bundesweit sei es genau umgekehrt: Mehrweg werde verdrängt, die Wegwerfkultur setze sich durch. Natürlich war das Urteil für Tübingen eine Enttäuschung. Ich bleibe dabei: Steuererhebungen greifen hier meist ins Leere. Machen die Sache im Detail für die Betroffenen kompliziert und führen weiter zu steigenden Kosten. Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller, die Verbraucher:innen stärker mit ins Boot zu holen. Das ständige „zur Kasse bitten“ hat mit nachhaltigem Verhalten wenig zu tun. Gute Aufklärung bewirkt mehr. Autor: Thomas Röhl

Tübingen darf keine Verpackungssteuer erheben Die Reaktionen auf das Verpackungsurteil des Jahres In dem Normenkontrollverfahren zur Verpackungssteuer in Tübingen hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg mit Urteil vom 29. März 2022 die Verpackungssteuersatzung der Universitätsstadt Tübingen vom 30. Januar 2020 für unwirksam erklärt. Der packREPORT hat direkt danach Stimmen und Einordnungen aus der Branche gesammelt. Statement McDonald’s Deutschland Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat zugunsten unserer Franchise-Partnerin in Tübingen entschieden. Unsere Franchise-Nehmerin wartet nun zunächst auf die Begründung der Entscheidung. Unabhängig von der Entscheidung sind wir der Meinung, dass es bezüglich der zugrundeliegenden Fragestellungen einer bundesweiten und bundes- einheitlichen Lösung bedarf, da Insellösungen wie in Tübingen insbesondere für landesweit tätige Unternehmen nicht darstellbar sind. Eine bundes- weite Lösung würde demgegenüber nicht nur Planungssicherheit für unsere rund 200 lokal stark ver- wurzelten mittelständischen Franchise-Nehmer:in- nen bedeuten, sondern gleichzeitig auch notwendige Innovationen für nachhaltigere Verpackungen in der Breite fördern. Das Thema Nachhaltigkeit ist für uns als Unternehmen wichtig und wir engagieren uns seit vielen Jahren in diesem Bereich. So testen wir unterschiedliche Konzepte, um Verpackungsmüll konti- nuierlich zu reduzieren und dabei gleichzeitig den gewohnt schnellen und unkomplizierten Service für unsere Gäste beibehalten zu können. Hierbei geht es neben der fortlaufenden Optimierung unserer bestehenden Einwegverpackungen und dem gezielten Einsatz von Mehrweglösungen auch um ein eigenes Recyclingsystem für Einweggetränkebecher sowie einen hohen Anteil recycelter Materialien bei unseren Verpackungen. Stellungnahme der Stadt Tübingen Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat die Tübinger Verpackungssteuersatzung für unwirksam erklärt. Die Urteilsbegründung geht den Verfahrensbeteiligten erst noch zu. Die Revision wird zugelassen. Oberbürgermeister Boris Palmer bedauert die Entscheidung des Mannheimer Gerichts: „Wir haben gezeigt, dass die Steuer in der Praxis funktioniert. Überall in Tübingen breitet sich Mehrweg aus, die Stadt wird sauberer, die große Mehrheit der Menschen ist zufrieden. Bundesweit ist es genau umgekehrt: Mehrweg wird verdrängt, die Wegwerfkultur setzt sich durch. Das Urteil ist deshalb eine Enttäuschung.“ 14 packREPORT 05 / 2022 Verpackungsrecht

Der Krieg gegen die Ukraine ist ein Krieg gegen Demokratie und Freiheit – und damit gegen das Fundament unserer Gesellschaft. Wir wollen den Menschen in der Ukraine helfen. Das tun wir, indem wir spenden. Und indem wir unsere publizistische Kraft und unsere Reichweite nutzen, um möglichst viele Menschen mit der Bitte zu erreichen: Helfen Sie mit! Die dfv Mediengruppe und ihre Mitarbeitenden spenden an Malteser International. Auch zahlreiche weitere Hilfsorganisationen und Initiativen sammeln Geld- oder Sachspenden für die Ukraine. www.malteser-international.org Spendenkonto Malteser Hilfsdienst e.V. Spendenzweck: Ukraine-Hilfe IBAN: DE103 70601201201200012 BIC: GENODED1PA7 Pax Bank Wir helfen. Helfen Sie mit. Zum weiteren Vorgehen erklärt der Oberbürgermeister: „Die Entscheidung des VGH ist selbstredend zu respektieren. Für den Umwelt- und Klimaschutz, aber auch für das Gemeinwesen insgesamt ist es jedoch ein Problem, wenn neue Wege verbaut und gute Lösungen verboten sind. Die Zulassung der Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht ist ein Fingerzeig des Gerichts, den es nun im Gemeinderat zu diskutieren gilt. Viel spricht dafür, dass die grundsätzlichen Fragen abschließend geklärt werden müssen.“ Die Verpackungssteuer ist nicht außer Kraft gesetzt, bevor das Urteil rechtskräftig wird. Der Gemeinderat entscheidet daher vorläufig auch über die Fortgeltung der Steuer, wenn er beschließt, das Urteil anzunehmen oder vor dem Bundesverwaltungsgericht in Revision zu gehen. Akzeptiert der Gemeinderat das Urteil, ist die Verpackungssteuer aufgehoben. Geht die Stadt in Revision, gilt sie bis zu einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts weiter. Statement Deutsches Verpackungsinstitut e.V. (dvi) In dem Normenkontrollverfahren zur Verpackungssteuer Tübingen hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg in Mannheim die Tübinger Verpackungssteuersatzung vom 30. Janu- ar 2020 für unwirksam erklärt. Das Deutsche Verpackungsinstitut e.V. (dvi) begrüßt die Entscheidung. Darüber hinaus verweist das dvi auf die Gefahren finanzieller Überbelastungen der Industrie durch Mehrfachbesteuerungen gerade in Zeiten explodierender Energie-, Rohstoff- und Produktionskosten. Probleme müssten gelöst und dürften nicht auf eine einzige Schulter abgewälzt werden. Geklagt hatte die Inhaberin der Tübinger McDonald’s-­ Filiale. Ihrer Meinung nach steht die seit Jahresbeginn 2022 erhobene, örtliche Verbrauchssteuer von 50 Cent je Einweggetränkebehälter, Einweggeschirr und Einwegspeiseverpackungen sowie 20 Cent für jedes Einwegbesteck-Set im Widerspruch zum Abfallrecht des Bundes. Die Klägerin hatte argumentiert, dass sie für die in Verkehr gebrachten Verpackungen bereits Lizenzgebühren für ihre Beteiligung am dualen System zahle. Dieser Auffassung ist der VGH nun wohl gefolgt. „Das dvi teilt die Auffassung des VGH“, so dvi-Geschäftsführerin Kim Cheng und verweist darauf, dass das Bundesverfassungsgericht bereits 1998 in Bezug auf eine Verpackungssteuer in Kassel entsprechend entschieden und die Steuer gekippt hatte. Nach Ansicht des dvi ist davon auszugehen, dass die Mannheimer Richter in ihren Entscheidungsgründen, die in circa 14 Tagen vorliegen werden, dem Bundesverfassungsgericht folgen. „Einzelne kommunale Verpackungssteuern sind auch über die rein rechtliche Sachlage hinaus weder gerechtfertigt noch zielführend“, betont Cheng. „Die Verpackungswirtschaft sollte durch diverse, akku- mulierte Steuern auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene nicht doppelt und dreifach belastet werden. Gerade in Zeiten explodierender Rohstoff-, Energie- und Produktionskosten muss hier mit Bedacht vorgegangen werden. Das gilt auch im Hinblick auf den jüngst vorgelegten Referentenentwurf des Umweltministeriums zum Einwegkunststofffondsgesetz und die wohl bevorstehende Umlage der EU-Plastiksteuer auf die Unternehmen“, so die dvi-Geschäftsführerin weiter. „Wir müssen gesamtgesellschaftliche Probleme ge- samtgesellschaftlich lösen und die Folgen nicht über ständig neue Abgaben einer einzigen Schulter auflasten“, empfiehlt Kim Cheng. „Die Sammlung und sachgerechte Entsorgung gebrauchter Verpackungen funktioniert nur im Team. In diesem Fall sind das Produzenten, Systemgastronomie und Kommunen gemeinsam mit den Konsumentinnen und Konsumenten. Problemlösung über Steuererhebung mag einigen attraktiv erscheinen, aber sie greift zu kurz - oder gar ins Leere. Sie führt zu noch mehr Komplexität und weiter steigenden Kosten. Sinnvoller wäre es, die Verbraucherinnen und Verbraucher stärker mit ins Boot zu holen. Überzeugen und Motivieren ist viel wirksamer und nachhaltiger als ständiges Abstrafen“, so Kim Cheng. (ml) Bild: Leyla / Adobe Stock packREPORT 05 / 2022

Industrie 4.0 GEA: Neue Möglichkeiten mit digitalen Lösungen In diesem Frühjahr nutzt GEA die Leitmessen der Lebensmittelindustrie, Anuga FoodTec und IFFA, um dem breiten Publikum die Innovationen und Systemlösungen im Bereich Digitalisierung vorzustellen. Der packREPORT kennt sie schon jetzt. Das hochmodulare und hygienische Hardware-Design des Multitouch-Displays sorgt für eine ergonomische Bedienung, die auch komplexen Benutzeranforderungen gerecht wird. Funktionsmerkmale der GEA SmartControl im Überblick Verbesserte Benutzerfreundlichkeit dank benutzerorientiertem Design Auf Grundlage von Kundenaussagen hat GEA die Benutzerfreundlichkeit weiter verbessern können. Noch nie war es so einfach, das richtige Rezept zu finden und Alarme oder andere Informationen zu filtern. Die GEA SmartControl HMI bietet erstmals eine kontextsensitive Suche, beispielsweise nach Rezepten, Parametern, Alarmen oder Ereignissen im Änderungsprotokoll. Eine vereinfachte und standardisierte Navigation für unterschiedliche Maschinentypen reduziert den Schulungsaufwand für die Bedienung von Maschinen mit GEA SmartControl HMI weiter. Sind Bediener in Bezug auf die Funktionen noch unsicher oder möchten sich beispielsweise den Schaltplan ansehen, besteht über das Tool die Möglichkeit, Einblick in die Dokumentation mit Informationen zu verschiedenen Themen zu nehmen. Eine neue rollenbasierte Benutzerverwaltung mit hochgradig differenzierbarem Berechtigungsmanagement er- möglicht eine bessere Anpassung an die Bedürfnisse der Teamstruktur. Die Prozesssicherheit wird erhöht und bildet die Verantwortlichkeiten entsprechend der Organisationsstruktur ab. Die Verwaltung der einzelnen Benutzer ist komfortabler gestaltet. So wird zum Beispiel Der digitale Wandel in der Produktion von lebensmittelverarbeitenden Betrieben bietet denen, die ihn nutzen weitreichende Effizienz- und damit Wettbewerbsvorteile. Mit seinen digitalen Produkten und Dienstleistungen verfolgt GEA das Ziel, die Verfügbarkeit seiner Maschinen und Anlagen und somit die Produktivität seiner Kunden zu erhöhen. Mit einem stetigen Ausbau und der Weiterentwicklung von modularen, digitalen Tools begleitet das international agierende Unternehmen Kunden auf dem Weg zur digitalen Transformation. Die neue GEA SmartControl HMI GEA SmartControl HMI (Human-Machine-Interface) ist eine neu entwickelte Benutzerschnittstelle für Anlagen in der Lebensmittelverarbeitung und -verpackung. Durch GEAs benutzerorientierten Entwicklungsansatz ist gewährleistet, dass die individuell agierenden User der Produktionsanlage im Mittelpunkt stehen. Hierbei wurden die Bedürfnisse der einzelnen Nutzergruppen abgebildet und entsprechend berücksichtigt. Mit smarten Funktionen für die Linienintegration bietet es einen unmittelbaren Mehrwert für Linienanwendungen, das heißt sie sind sofort und ohne weitere Konfiguration nutzbar. GEA SmartControl HMI ermöglicht nicht nur die Integration von GEA Komponenten, sondern auch den Zugriff auf Benutzerschnittstellen von Drittanbietern. Die neue GEA SmartControl HMI-Plattform gewährleistet ein bislang ungekanntes Maß an Transparenz in Bezug auf aktuelle und historische Prozessdaten und Ereignisse. GEA zeigt auf der IFFA digitale Höchstleistung – unter anderem mit einer vollautomatischen Aufschnitt- und Verpackungslinie für kalibrierte Produkte, die recycelbare Monomaterialfolie verwendet. 16 packREPORT 05 / 2022 Titelstory

Rezeptversionierung. Bei der Speicherung eines Rezepts wird automatisch eine neue Version angelegt, was Änderungen (wann und von wem) nachvollziehbar macht. Fehler können durch die Wiederherstellung früherer Versionen einfach rückgängig gemacht werden. HMI-Integration in die Linie Eine Linie zur Lebensmittelverarbeitung, zum Schneiden oder Verpacken kann lang sein, sodass nicht alle Komponenten leicht zugänglich sind. GEA SmartControl HMI ermöglicht die Integration der Benutzerschnittstellen von Komponenten der Linie, um den Zugang zu erleichtern. Die Systemoffenheit ermöglicht nicht nur die Integration von Komponenten, die mit GEA SmartControl HMI ausgestattet sind, sondern auch von älteren GEA Maschinen oder Komponenten anderer Hersteller. Benutzerschnittstellen von Geräten wie Drucker oder Waagen sind für den Bediener leicht zugänglich, was die Ergonomie und Effizienz der Linie erhöht. Werden für eine Maschinenkomponente zwei oder mehr Benutzerschnittstellen benötigt, unterstützt das neue GEA SmartControl HMI auch diese Szenarien. Dies ermög- die vom Benutzer gewählte Sprache bei der Anmeldung automatisch eingestellt. Für die Authentifizierung werden mehrere Methoden unterstützt. Diese reichen von einfachen gemeinsamen Passwörtern über die Unterstützung von RFID-Transpondern bis hin zur Verwendung von Active Directory (LDAP) für eine zentrale Verwaltung. Transparente Prozessinformationen Die neue Zeitleistenfunktion gibt einen sofortigen Überblick über das Geschehen an der Maschine. Durch die ständige Anzeige der Leistung und wichtiger Ereignisse ist der Benutzer stets auf dem Laufenden. Ein Blick auf die Zeitleiste ermöglicht eine vollständige Transparenz über die Prozesshistorie. Dies beantwortet direkt Fragen wie „Wurde ein Parameter geändert?“, „Seit wann steht die Maschine?“ und viele mehr. Die Speicherung einer Vielzahl von Alarmen ist nicht das wichtigste Merkmal des Alarmmanagementsystems, vielmehr ist es das, was man mit ihnen machen kann. Die Liste kann nach Textfragmenten oder ID durchsucht werden. Alarme können nach einer Start- und Endzeit gefiltert werden und es ist einfach herauszufinden, wie oft der aktuelle Alarm in den letzten 24 Stunden aufgetreten ist. Für eine noch genauere Analyse der aufgetretenen Alarme können diese aus dem System exportiert werden. Rezeptverwaltung Die Verwaltung von Rezeptparametern ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer effektiven Prozesssteuerung. Die Ungewissheit mit undokumentierten Änderungen an Rezepten gehört der Vergangenheit an. GEA SmartControl HMI bietet eine automatische haltung (Predictive Maintenance). Kunden stehen unterschiedliche Serviceleistungen zur Verfügung, die auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Basierend auf den Daten eines Online Condition Monitorings und Expertenwissens, werden beispielsweise kritische Baugruppen überwacht und können so vor einem Fehlerbefall ausgetauscht werden. Es finden Aufzeichnungen der Fehlermeldungen an den Anlagen statt, die analysiert und priorisiert als Report an die Kunden verschickt werden. Prozessparameter der Anlagen können den Kunden-­ Leitsystemen direkt zur Verfügung gestellt werden. Kunden erhalten somit wertvolle Informationen, um Entscheidungen zur wirtschaftlicheren Nutzung ihrer Anlagen zu treffen – auch bei unvorhergesehenen Anforderungen. Das Konzept schafft Transparenz über den tatsächlichen Zustand der Anlagen, identifiziert licht zum Beispiel die Anordnung von Benutzerschnittstellen in verschiedenen Hygienebereichen mit echtem Parallelbetrieb. Das neue GEA SmartControl HMI ist auch zur Nachrüstung für bestehende Maschinen erhältlich, sodass der Mehrwert und die neuen Funktionen auch für installierte Anlagen zur Verfügung stehen. Je nach Baujahr kann dies durch den Austausch des HMI-Systems oder ein Steuerungs-Upgrade auf den neuesten Standard erreicht werden. GEA PerformancePlus: Digitales Serviceprodukt sagt Zukunft voraus GEA PerformancePlus bietet dem Kunden Service-Pakete, die weit über die klassische Instandhaltung hinausgehen und eine ideale Ergänzung zu einer Industrie-4.0-Strategie darstellen. Es beinhaltet die Themen Zustandsüberwachung (Condition Monitoring) und vorausschauende Wartung und InstandBilder: GEA Multi-Touch-Widescreen-Display der neuen GEA SmartControl HMI. Durch einen benutzerorientier ten Entwicklungsansatz konnten insbesondere die Prozesstransparenz und Prozesssicherheit erhöht werden. 17 packREPORT 05 / 2022 Titelstory

sorgen. Beispielsweise sorgt sie bei schwankender Rohstoffqualität oder bei Veränderungen der Umgebungsbedingungen für einen stabilen Betrieb der Produktionslinien. GEAs digitale Applikationsspezialisten aus Dänemark haben diesen Autopiloten bereits für Molkereiprozesse und die Instantkaffeeproduktion implementiert und arbeiten derzeit mit GEAs Brauereiexperten und einem Kunden an der nächsten Branchenlösung. Eine große Molkerei, die als Pilotkunde die Entwicklung von GEA OptiPartner begleitet hat und heute das System für die Autopilot-Steuerung von Trocknern, Verdampfern und Pulveranlagen nutzt, hat gerade seine Partnerschaft mit GEA verlängert. Auf dem GEA-Messestand der Anuga FoodTec finden Interessenten zu diesem Thema kompetente Ansprechpartner. Potential zur Steigerung der Verfügbarkeit, Erhöhung der Produktivität, Reduktion der Verluste und steigert damit die Rentabilität. Diese Effizienzoptimierung ermöglicht das nachhaltige Bewirtschaften der jeweiligen samte Linie automatisiert. Dies erhöht die Sicherheit und reduziert gleichzeitig Ausfallzeiten, Nacharbeiten und die Verschwendung von Energie und Ressourcen, sodass die Lebensmittelhersteller letztendlich effizienter arbeiten und qualitativ hochwertigere Produkte liefern können. Diese digitale Lösung weist den Anwender darauf hin, wenn die Anlage gewartet, gepflegt oder repariert werden muss, und gibt ihm anhand von Daten Aufschluss darüber, wie die Lebensdauer verlängert und die Produktivität der Anlage gesteigert werden kann. GEA OptiPartner: Autopilot für Anlagenoptimierung Das Autopilot-Steuerungssystem GEA OptiPartner geht noch einen Schritt weiter, behält Hunderte von Prozessvariablen im Blick und identifiziert für jede Situation den optimalen Betriebspunkt. Die Software kombiniert das Know-how von GEA in der Prozessauslegung, im Anlagenbetrieb mit Service und in der Anlagenüberwachung per Fernzugriff, um die Anlagenproduktivität kontinuierlich zu verbessern. Zur Sicherstellung einer optimalen Leistung wird sie als zusätzliche Ebene in die bestehende Steuerung integriert. Sie nutzt fortschrittliche Technologien in Form von Algorithmen des maschinellen Lernens zur Echtzeit-Optimierung und sorgt so für bessere Prozessstabilität und -effizienz. Das dynamische Modell zur kontinuierlichen Überwachung der Prozessparameter passt die Steuerung eigenständig in Intervallen von 10 bis 15 Sekunden fortlaufend an. Dieses wachsame Auge trifft Voraussagen, die für einen stabilen und stets optimierten Prozess Verpackungslinie. Auf dem diesjährigen IFFA-Messestand von GEA wird unter anderem eine 24 Meter lange Fertigungslinie für Aufschnitt samt neuer Verpackungstechnologie zu sehen sein, die sowohl mit der neuen Benutzerschnittstelle GEA SmartControl HMI als auch mit dem Kontrollsystem GEA PerformancePlus und der Linien- steuerung GEA LineControl ausgestattet ist. GEA LineControl Diese Steuerung überwacht kontinuierlich in Echtzeit die Leistung und den Zustand der Produktionslinie im Allgemeinen und jeder einzelnen Maschine des Linienverbundes im Detail. In der Zusammenarbeit mit Kunden wurde auf eine einfache Bedienung der Steuerung Wert gelegt, die die Prozesse und Abläufe für die geWelches digitale System für Kunden nun genau die richtige Lösung ist, um neue Möglichkeiten im individuellen Produktionsprozess zu eröffnen, einen wirtschaftlichen Mehrwert und Wettbewerbsvorsprung zu generieren, ergibt sich im persönlichen Gespräch mit den GEA-Experten: GEA auf der Anuga FoodTec in Köln 26. –29. April 2022, Halle 5.1, Stand C.001/D.019 GEA auf der IFFA in Frankfurt 14. –19. Mai 2022, Halle 8, Stand G20 Das Autopilot-Steuerungssystem GEA OptiPartner behält Hunder te von Prozessvariablen im Blick und identifizier t für jede Situation den optimalen Betriebspunkt. 18 packREPORT 05 / 2022 Titelstory

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