packREPORT 4/2022

Technik PREMIUM-KENNZEICHNUNG FÜR PREMIUM-PRODUKTE Seite 16 Material WAS IST GUTES VERPACKUNGSDESIGN? Seite 46 D3896E | 54.Jahrgang | 04/2022 Anuga FoodTec 2022 DIE TRENDWENDE IST IN VOLLEM GANGE Seite 40 Das Fachmagazin für industrielles Verpacken

KEIN GRUND MEHR, ENTSCHEIDUNGEN LÄNGER AUF EIS ZU LEGEN. LIGHTLINE CARTONPACKER WELCHER KARTONTYP SOLL ES SEIN? WAS MÖCHTEN SIE VERPACKEN? Die lightline-Maschinen von Schubert sind schnell lieferbar und preislich besonders attraktiv. Mit den vorkonfigurierten Maschinen können sich Hersteller flexibler an Markttrends anpassen und ihre Time-to-Market deutlich verkürzen. Der LIGHTLINE CARTONPACKER besteht aus einem einzigen kompakten Maschinengestell und verpackt Schachteln, Dosen, Beutel oder Flaschen in Schachteln und Trays mit und ohne Deckel, Wrap-around-Kartons und RSC-Kartons. Er bietet eine günstige und platzsparende Möglichkeit, Verpackungsprozesse mit der effizientesten Technologie am Markt bei höchster Verfügbarkeit und Verpackungsqualität zu automatisieren. Die führenden FMCG- und Private-Label-Hersteller der Welt verlassen sich auf Schubert. www.schubert.group WILLKOMMEN HALLE 7.1 STAND C-701 ANUGA FOODTEC KÖLN 26. – 29. APRIL 2022

Bild: dfv Bild: IPV Bild: Phasin Sudjai / Adobe Stock Hören Sie rein unter: packreport.de/service/podcasts Die Mitgliedsbetriebe des Industrieverbandes Papier- und Folienverpackung (IPV), Frankfurt am Main, hatten es bereits 2021 geahnt: In einer Kurzumfrage rechneten in Bezug auf die Energiekosten fast alle mit weiteren Kostensteigerungen im Jahr 2022. „Auch wenn die massiven Steigerungen der Energiekosten bisher teilweise durch langfristige Verträge gepuffert werden, geben die Extrembeispiele einen Vorgeschmack auf das, was die Branche zu erwarten hat. Für unsere Unternehmen wird das eine weitere Herausforderung sein, die es zu stemmen gilt“, blickte IPV-Geschäftsführer Karsten Hunger schon im Oktober mit Sorgen in die Zukunft. „Allein durch die Energiekostensteigerung wird erwartet, dass die Fertigungskosten immittleren einstelligem Bereich nach oben gehen können.“ Weitere Kostentreiber bleiben die Einkaufspreise am Rohstoffweltmarkt, hieß es. Auch der Einkauf von Papier werde sich, so die Einschätzung des Verbandes, weiter erhöhen. ... Karsten Hunger, Geschäftsführer des Industrieverbandes Papier- und Folienverpackung (IPV), über Social Media, graue Haare, Corona, Probleme in den Lieferketten – und die niemals zu unterschätzende Rolle der Kommunikation. Matthias Laux ist unser Mann hinter dem Mikrofon. Er spricht aktuell mit ... „Plötzlich hat das Verpackungsmaterial gefehlt“ 3 packREPORT 04 / 2022 Auf Sendung

WAS DIE BRANCHE BEWEGT 12 Gas und die Rolle rückwärts Wenn uns der Krieg in der Ukraine etwas lehren kann, dann, dass die gesamte Wertschöpfungskette schnell anfällig wird, wenn Marktmechanismen unvorhergesehene Änderungen erfahren. TITELSTORY 16 Premium-Kennzeichnung für Premium-Produkte Vor über 100 Jahren brachten die Bauern aus dem Südschwarzwald ihr Obst zu Therese und Alfred Faller. Die beiden rührten es von Hand im offenen Kupferkessel und kochten es schonend zu Marmelade ein. TECHNIK 18 „Moderne Verpackungen minimieren Ressourcenvergeudung“ Der Geschäftsführer der Hugo Beck Maschinenbau GmbH & Co. KG in Dettingen/ Erms, Timo Kollmann, berichtet von konkreten Schritten des Unternehmens hin zur Kreislaufwirtschaft. 20 Unsere Leidenschaft sind Innovationen BPA ist spezialisiert auf Sammelpacksysteme. Im Interview skizzieren Jos van Oekel und Bernd Neuberger, was BPA so erfolgreich macht und welche Rolle die Kundenbeziehungen dabei spielten. 24 Zuverlässig, flexibel, skalierbar und nachhaltig Moderne Verpackungsmaschinen nutzen schon heute hochschnelle Warentransfersysteme, die sich endlos im Transfer-System bewegen. Doch die Möglichkeiten sind noch viel größer. 48 Abfülllinie ermöglicht flexible Zwei-Phasen-Dosierung Die Zusammenarbeit von Mann&Schröder und Rationator hat eine lange Tradition. Für welches aktuelle Projekt die beiden Unternehmen nun erneut zueinander gefunden haben – das lesen Sie hier. REPORT MOLKEREIPRODUKTE – ES IST NICHT ALLES KÄSE 28 Verpackung und Verschluss sind unzertrenntlich Die Milch macht’s: Erste Getränkekartons mit festverbundenen Verschlüssen kommen auf den Markt. Snackification und Nachhaltigkeit bestimmen auch die Trends bei den Molkereiverpackungen. 36 Gelbes Gold in vielen Verpackungen Käse, Kefir oder Kirschjoghurt: Die Verpackung schützt die sensiblen Molkereiprodukte und ist gleichzeitig Werbeträger der Marke. 4 packREPORT 04 / 2022 Inhalt

ANUGA FOODTEC 2022 40 „Die Trendwende ist in vollem Gange“ Hoher Besuch zum Auftakt: Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, wird am 26. April 2022 die Anuga FoodTec, Internationale Zuliefermesse für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, eröffnen. MATERIALIEN 46 Was ist gutes Verpackungsdesign? Eine gute Verpackung muss die Zielgruppe ihres Produkts gezielt ansprechen können. Das funktioniert am Besten, wenn deren spezifische Ansprüche bei der Entwicklung der Verpackung berücksichtigt wurden. NACHHALTIGKEIT 50 „Die Wertschöpfung nimmt zu“ Der Markt für hochwertige Recyclingkunststoffe ist schwierig geworden. Eine hohe Nachfrage mit immer steigenden Preisen stellt die Branche vor manche Herausforderung. Im Interview spricht Aurélie Devos über das Recycle-Management bei Smart-Flow und die Besonderheiten des Marktes. LOGISTIK 52 Stoffliche Aufbereitung ausrangierter Festplatten Die effiziente Nutzung vorhandener Ressourcen wird vor dem Hintergrund der zunehmenden Verknappung von besonderem Interesse sein. 53 Anforderungen an den Transpondereinsatz Mit dem Einzug des „Internet of Things“ erlebt die RFID-Technologie im Logistikumfeld einen entscheidenden Höhenflug. RUBRIKEN 3 Auf Sendung – neuer Podcast 6 Nachrichten 7 Nachgefragt 8 Meist gelesen 9 Zahlen des Monats 10 Tiliscos Kolumne 11 Kommentar 14 Neu vorgestellt 56 Richtig & Wichtig 56 Hersteller- und Lieferantenverzeichnis 57 Impressum 58 Last but not least 5 packREPORT 04 / 2022 Inhalt

In aller Kürze Unternehmen Nachrichten Alpla Group Erhöht Recyclingkapazität Vetropack Krisenplan schützt Werk Helf Etiketten Wird Bizerba Labels Austria Bosch Rexroth Will Kassow übernehmen Bosch Rexroth plant, eine Mehrheitsbeteiligung an Kassow Robots ApS mit Sitz in Kopenhagen zu erwerben. Mit der Transaktion will das Unternehmen sein Portfolio im Bereich der Fabrik der Zukunft erweitern. Kassow Robots entwickelt und produziert kollaborative Roboter (Cobots) für industrielle Anwendungen an den beiden Standorten Kopenhagen und Prag. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten Bosch Rexroth und Kassow Robots am 18. März 2022. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. „Kollaborative Industrieroboter sind ein weiterer wichtiger Baustein für die wandelbare Fabrik der Zukunft“, so Dr. Marc Wucherer, Mitglied des Vorstands von Bosch Rexroth. Die Roboter von Kassow Robots seien vielfältig einsetzbar, heißt es. Die Vetropack Holding AG, einer der führenden Hersteller von Glasverpackungen in Europa, ist angesichts der dramatischen Zuspitzung im sogenannten Ukrainekonflikt auf mögliche Krisenszenarien für ihren Produktionsstandort in Chișinău, der Hauptstadt der Republik Moldau, vorbereitet. Sollte es zu militärischen Aktio- nen in der Umgebung des Standorts kommen, wird auch die zeitweise Aussetzung der Produktion in Betracht gezogen. In dem Werk stellt Vetropack Glasverpackungen vor allem für regionale Abnehmer sowie den Export in Nachbarländer her. Seit dem 30 Jahre zurückliegenden Transnistrien-Konflikt sind in Transnistrien, einem vollständig innerhalb moldawischer Grenzen gelegenen Gebiet, russische Streitkräfte stationiert. „Wir beobachten die aktuelle Entwicklung in der Region sehr genau und bereiten uns schon seit einigen Wochen auf verschiedene Szenarien vor“, erklärte Johann Reiter, CEO der Vetropack Holding AG. Alpla verstärkt sein Engagement am deutschen Recycling-Markt. Durch die vollständige Übernahme des Unternehmens Texplast mit Standort Bitterfeld-Wolfen, bisher Teil der Fromm Gruppe, sowie des gemeinsamen Joint Ventures PET Recycling Team Wolfen vervielfacht der Spezialist für Verpackungslösungen und Recy- cling seine Kapazität. Nach der im Oktober 2021 erfolgten Akquisition von BTB Recycling steigert Alpla das Verarbeitungsvolumen in Deutschland auf insgesamt rund 75.000 Tonnen PET-Input. Davon ent- fallen 55.000 Tonnen auf Texplast und das PET Recycling Team Wolfen und 20.000 Tonnen auf BTB. „Unser Ziel ist der Kreislauf von Flasche zu Flasche. Wir forcieren weltweit unsere Aktivitäten, um die Nachfrage nach Post-Consumer-Rezyklat zu decken. Diese Investition stärkt unsere Position am deutschen Markt und garantiert unseren Kunden eine hohe Qualität und Verfügbarkeit des Materials“, erklärt Alpla CEO Philipp Lehner. Seit 2015 stärkt die Helf Etiketten GmbH das Etikettengeschäft der Bizerba-Gruppe in der DACH-Region sowie in Zentraleuro- pa. In den Folgejahren der Übernahme durchlief Helf Etiketten umfassende Mo- dernisierungsmaßnahmen und entwickelte sich durch Investitionen in die neuesten Etiketten, Druck- und Fertigungstechnologien zu einem hochmodernen Betrieb, heißt es seitens Bizerba. Als solcher beliefert Helf Etiketten Kunden in Österreich und dessen Nachbarländern mit hoch- wertigen Bizerba-Etiketten. Als eines von sieben Etikettenwerken der Bizerba-Grup- pe ist Bizerba Labels Austria vollständig in die umfassenden technologischen Ent- wicklungen im Bereich Etikettenmateria- lien und Spezialklebstoffen involviert. Mit der Umfirmierung ändert sich lediglich der Firmenname. Sämtliche Verträge und Bestellungen bleiben aufrecht und gültig. Mit sofortiger Wirkung gilt sämtliches Holz aus Russland und Weißrussland/ Belarus als sogenanntes „Konfliktholz“ und kann daher nicht für PEFC-zertifizierte Produkte verwendet werden. Das stellte der Vorstand von PEFC International im Rahmen einer außenordentlichen Sitzung klar, in der die militärische Aggression Wladimir Putins gegen die Ukraine und deren Auswirkungen auf das PEFC-System sowie PEFC-zertifizierte Waldbesitzende und Unternehmen der PEFC-Chain-of-Custody diskutiert wurden. Im Corona-Jahr 2020 wurden bei den privaten Haushalten in Deutschland pro Kopf 78 Kilogramm Verpackungsmüll eingesammelt. Das waren durchschnittlich 6 Kilogramm mehr als 2019. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stieg das gesamte Aufkommen an Verpackungsmüll, der vorwiegend in der gelben Tonne, Glas- oder Papiercontainern getrennt vom Restmüll gesammelt wird, um knapp 9,3 Prozent auf 6,5 Millionen Tonnen im Jahr 2020. Unter dem Motto „Smart – Sustainable – Safe“ öffnet vom 31. Mai bis 2. Juni 2022 auf dem Stuttgarter Messegelände die LogiMAT wieder ihre Tore. Mit erwarteten 1.500 Ausstellern, davon gut ein Drittel aus dem Ausland, und einer Ausstellungsfläche von insgesamt über 120.000 Quadratmetern in allen zehn Hallen des Stuttgarter Messegeländes bewegen sich die Kapazitäten der LogiMAT 2022 auf Vor-Corona-Niveau. Die Europäische Etikettenindustrie meldet Rekordwachstum im Jahr 2021, sieht sich aber jetzt mit dem entgegengesetzten Extrem der Rohstoffknapp- heit konfrontiert. Im Jahr 2021 stieg die Nachfrage nach selbstklebenden Eti- kettenmaterialien in Europa um weitere 7 Prozent auf fast 8,5 Milliarden Quadratmeter. Nach allgemeinen Störungen in der Lieferkette hat sich die Lage seit Anfang 2022 durch lang anhaltende Gewerkschaftsstreiks in einer Spezialpapierfabrik in Finnland und einem Zulieferbetrieb in Spanien dramatisch gewendet. 6 packREPORT 04 / 2022 Nachrichten

RAFFINIERT VERKNÜPFT www.auer-packaging.de Viel mehr als ein Werkzeug- kasten: Die sauber unterteilten Sortimentsboxen passen exakt in die praktischen Toolboxen. Die können wiederum entweder als eigenständige Koffer genutzt werden. Oder sie lassen sich – mit dem ebenso einfachen wie genialen Verknüpfungssystem – zu einem stabilen Turm kombinieren. Ein Rollwagen, der mit dem Verknüpfungssystem kompatibel ist, macht das Ganze sogar mobil! n Patentiertes Verknüpfungs- system n Toolboxen Racks für Sortiments- boxen und Schubladen n auch bestückt mit hoch- wertigem Werkzeugsortiment erhältlich Anlässlich der CCE International in München sprachen Stefanie Wiegand-Picht, Head of Administration & Marketing, und Leonard Dürr, Sales, von der Conprinta GmbH & CO. KG über künftige Anforderungen des Marktes, Corona – und den Krieg in der Ukraine. wunden und die Welt leidet unter den wirtschaftlichen Konsequenzen. Als wäre das nicht genug, kommen täglich immer drama- tischere Nachrichten, in denen die zerstörerischen Angriffe Russlands auf die Ukraine zu sehen sind. Gerade für unsere Aktivitäten im Osten sind diese Geschehnisse besorgniserregend und wir hoffen inständig, dass es nicht zu noch mehr menschlichen Opfern kommt und die militärische Intervention schnellstmöglich beendet wird. Wir als Conprinta verurteilen jegliche kriegerische Handlungen! In der Coronakrise haben wir alle gesetzlichen Vorgaben konsequent umgesetzt. Die Nachfrage nach digitalen Lösungen hat zugenommen, und da unsere Techniker gar nicht – oder wenn nur erschwert – reisen durften, wird auch immer häufiger unser ‚Remote Service‘ in Anspruch ge- nommen und Kundenanforderungen digital bearbeitet. Prognosen sind in diesen Tagen sicher schwieriger denn je. Trotzdem: Mit welchen Zielen ist Conprinta in das Kalenderjahr 2022 gestartet? Und wo werden Sie mut- maßlich am Ende dieses Jahres stehen? Anders gefragt: Was erhoffen Sie sich von den kommenden Monaten? Grundsätzlich blicken wir positiv in das laufende Jahr. Der Verpackungsmarkt wächst seit Jahren stärker als das BIP und der Preprint Markt bietet schnell wachsende Absatzchancen. Wir planen, unsere Vertriebsaktivitäten dieses Jahr nochmals deutlich zu verstärken, um uns so noch sichtbarer zu positionieren. Wir wollen zudem unsere Partner weiterhin vollumfänglich zufriedenstellen und die Kunden- beziehungen stetig ausbauen. Frau Wiegand-Picht, Herr Dürr, der Preprint-Markt gilt gemeinhin als ausgesprochener Wachstumsmarkt, insbesondere in den Bereichen E-Commerce und Food& Beverage. Welche Prognose wagt diesbezüglich Conprinta – sowohl für das eigene Geschäft als auch für den Gesamtmarkt? Preprint in Verbindung mit Digitalisierung ist eine gute Antwort auf künftige Anforderungen des Marktes. Richtig angewandt bietet diese Form des Verpackungsdruckes nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern ermöglicht auch einen vereinfachten Konvertierungsprozess der Verpackungshersteller. Das bedeutet, dass die Produktion verschlankt, die Leadtimes minimiert und der Output maximiert wird. Wir planen diesbezüglich mit einer erhöhten Nachfrage in der Zukunft. Grundsätzlich weisen die westlichen Länder einen höheren Preprint-Anteil als andere Regionen in der Welt auf. Wir verkaufen jedoch sowohl in Europa und den USA unsere Produkte wie auch in Süd-Ost-Asien. Aktuell sind besonders osteuropäische Länder wie Polen, Tschechien und Rumänien zu nennen, die überproportional stark wachsen. Grundsätz- lich ist jedoch jeder Markt auf seine Weise interessant und bedarf Aufmerksamkeit. Erst Corona, jetzt der Krieg in der Ukraine – wie ging und geht Conprinta mit diesen schweren Krisen um? Inwiefern war und ist das eigene Geschäft betroffen? Welche Maßnahmen gab und gibt es? Man hört ja zum Beispiel, dass Corona ein Turbo für die Digitalisierung war. Es ist schon eine bewegende Zeit… Corona ist immer noch nicht vollkommen überNachgefragt „Grundsätzlich blicken wir positiv in das laufende Jahr“ packREPORT 04 / 2022

Meist gelesen im Monat März Unter Berücksichtigung der erforderlichen coronabedingten Hygienevorschriften hat der vorläufige Insolvenzverwalter der Baden Board GmbH, Rechtsanwalt Marc Schmidt-Thieme von der Kanzlei Hoefer I Schmidt-Thieme, die Beschäftigten des mittelständischen Karton- und Verpackungsspezialisten in Gernsbach in einer Mitarbeiterversammlung über den Stand des Insolvenzverfahrens informiert. Kaum ein Lebensmittelvollsortimenter hat in der jüngsten Vergangenheit in Bezug auf Verpackungen so viel angepasst und optimiert wie die Neckarsulmer. Der packREPORT hakte nach – wir dokumentieren das exklusive Statement von Kaufland imWortlaut: „Auch Verpackungsanpassungen wie zum Beispiel die PET-Einwegpfandflaschen unserer Eigenmarken machen einen Unterschied.“ Das Lobbyregistergesetz ist am 1. Januar 2022 in Kraft getreten. Seitdem konnten sich Interessenvertreter in das beim Deutschen Bundestag elektronisch geführte öffentliche Lobbyregister eintragen – auch aus der Verpackungsbranche. Lesen Sie bei uns exklusiv die Antworten von drei der angefragten Marktteilnehmern/Vertretern/Verbänden aus der Verpackungsindustrie. Die Wellpappenindustrie verurteilt den Angriffskrieg gegen die Ukraine und unterstützt ausdrücklich die Sanktionsmaßnahmen gegen Russland. Zugleich sieht sich die Branche durch rasante Preissteigerungen im Energiesektor und drohende Rohstoffknappheit in extremer Bedrängnis, signalisiert der Verband der Wellpappen-Industrie. Schon vor Kriegsausbruch war die Marktlage angespannt. Wo ist die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften am größten? Warum nimmt der Maschinenbau eine besondere Stellung ein? Welche persönlichen Eigenschaften sind gerade jetzt entscheidend? Exklusiv für den packREPORT blickt Collin Weber von der gleichnamigen Personalberatung, Karlsruhe, auf die aktuelle Job-Situation in der Verpackungsbranche. Der Lockdown im März/April 2020 sowie der ab November 2020 geltende Teil-Lockdown haben der Getränkebranche stark zugesetzt. Wie hoch die Auswirkungen für den Getränkefachgroßhandel sind, zeigen Auswertungen der Gedat Getränkedaten GmbH, Hamburg. Basis der Erhebung ist die Anzahl der monatlich belieferten Betriebe im Außer-Haus-Markt durch den Getränkefachgroßhandel. 985 Clicks Baden Board: Produktion kann nicht aufrechterhalten werden 538 Clicks Kaufland: Die Verpackungsstrategie der Handelskette 421 Clicks Lobbyregister des Bundestages: Wer sich eingetragen hat 744 Clicks Wellpappenindustrie: Drastische Auswirkung durch Ukraine-Krieg 489 Clicks „Nachfrage nach Fach- und Führungskräften ist weiterhin hoch“ 387 Clicks Trotz Lockdown-Ende: Erholung bleibt unter Vor-Corona-Niveau 8 packREPORT 04 / 2022 Meist gelesen

Quelle: Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V. (GDA) Faktencheck ALUMINIUM GETRÄNKEDOSE 22.464 l 80 % 3.000.000 t Aluminium-Recycling hat geringe Metallverluste. So kann ein effizienter Dose-zu-Dose-Kreislauf mit hohem Recyclingeinsatz realisiert werden. Schon heute können Dosenkörperlegierungen mit über 80 Prozent Recyclinganteil aus gebrauchten Dosen produziert werden. Das Recycling von Dosen in Europa spart das jährliche Äquivalent von ungefähr drei Millionen Tonnen Treibhausgas- Emissionen ein, das entspricht den jährlichen Emissionen einer Großstadt wie Köln. Ein Vorteil der Getränkedose ist ihr geringes Transportvolumen: So transportiert ein 40-Tonnen-LKW 22.464 Liter Bier in Dosen, aber nur 11.600 Liter Bier in Mehrwegflaschen. Beim Rücktransport brauchen die verpressten Dosen sogar nur den Platz eines PKWs, die Flaschen wieder einen 40-Tonnen-LKW. Aluminium schmilzt bei 660 °C. Zum Vergleich: Für das Glasrecycling werden Temperaturen von bis zu 1.600 °C benötigt. Recyceltes Aluminium benötigt 95 Prozent weniger Energie als Aluminium aus der Primärherstellung. 660 °C In Deutschland liegt die Recyclingrate für Getränkedosen bei etwa 99 Prozent. Das ist der höchste Wert in Europa. Die europaweite Recyclingrate von Aluminium-Getränkedosen erreichte 2018 über 76 Prozent. 99 % Bilder: azure, vander, Roman Samokhin, New Africa, T. Söllner / Adobe Stock 9 packREPORT 04 / 2022 Zahlen des Monats

Till Isensee und Sonja Bähr Dabei habe ich mich wirklich so angestrengt. Erinnerst Du Dich an unsere Anfangszeit? Es war so schön. Du hast Dich immer gefreut, wenn Du mich mit nach Hause genommen hast. Ich habe es Dir ermöglicht, dass Du Dich schnell und einfach mit Lebensmitteln, Kosmetik und Medikamenten versorgen konntest. Ich will ja nicht prahlen, aber ohne mich wäre das Wirtschaftswunder der 50er und 60er Jahre gar nicht möglich gewesen. Berufstätige Frauen? Emanzipation? Alles nur erreichbar, weil durch mich beim Einkauf und der Zubereitung der Mahlzeiten ein Riesenzeitgewinn möglich war. Naja, vielleicht gab es auch noch ein paar andere Faktoren, aber Du musst doch zugeben, dass ich immer mit der Zeit gegangen bin. Allen neuen Trends und Anforderungen habe mich mutig gestellt. Einzel- oder Multipacks, Einweg oder Mehrweg, Öffnungshilfe und Wiederverschluss. Ganz zu schweigen von solchen Besonderheiten wie Zubereitung im Backofen, der Mikrowelle oder Lagerung im Tiefkühler, nur dank meiner Hilfe. Du kannst alles von mir haben! Denk doch nur an die vielfältigen sensorischen Vergnügungen, die ich Dir bereite. Meine Oberfläche ist mal weich, mal rau, sie ist glatt oder geprägt, kalt, warm, glänzend oder matt. Ich strahle in allen Farben und biete mich in vielen Formen und mit diversen Funktionen an. Doch trotz meiner jahrzehntelangen Bemühungen ist immer noch die erste Assoziation, die Dir im Zusammenhang mit mir in den Sinn kommt, der Müll! Weißt Du wie mich das trifft? Dabei bin ich schon lange kein Müll mehr, ich bin ein Wertstoff, aber das bemerkst Du gar nicht. Ständig meckerst Du nur rum, dass die Deckelfolie nicht sauber vom Glas abgeht, die Milch aus den kleinen Portionspackungen plempert und Du für den Blister eine Schere brauchst, merkst Du gar nicht, dass ich das mit Absicht mache? Ich brauche Deine Aufmerksamkeit. Ich wünsche mir so sehr, dass Du mich endlich als das wahrnimmst, was ich bin: hilfreich, schützend, wunderschön, aufregend anzufassen, so praktisch und wenn wirklich nichts mehr geht, bin ich bereit für weitere Einsätze. Aber auch dafür brauche ich Dich! Du bist für mich verantwortlich! Nur wenn Du endlich lernst, mich richtig zu entsorgen, kannst Du mir ein zweites Leben schenken und damit ein bisschen was wieder gut machen. Wir kommen doch nicht ohneeinander aus. Lass uns einen neuen Anfang wagen. Ich wandele mich ein weiteres Mal, zu einer für das Recycling optimierten Version und hoffe, dass Du mich dann endlich wieder wertschätzt und mir durch Dein Entgegenkommen viele weitere Leben an Deiner Seite ermöglichst. Deine, Dir sehr verbundene Verpackung Internet: tilisco.de Tiliscos Kolumne Liebe Verbraucher:innen, es gibt es nichts mehr zu beschönigen, unser Verhältnis ist zerrüttet. Ich bin es einfach leid, immer nur einseitig in die Beziehung zu investieren. So funktioniert keine Partnerschaft auf Augenhöhe. packREPORT 04 / 2022 10 Tiliscos Kolumne

Kommentar Erfolg durch Wissen Raus aus der Komfortzone. Mal die gewohnten, ausgetretenen Pfade verlassen – und sich auf neues Terrain wagen. Vor wenigen Tagen war ich in der glücklichen Lage, dies mal wieder tun zu dürfen. Unter dem Dach der dfv Mediengruppe, zu der auch der packREPORT gehört, finden sich zahlreiche spannende Titel, digital, crossmedial und Print – die volle Bandbreite der modernen Business-to-Business-Kommunikation. In meinem Falle durfte ich einen virtuellen Kongress co-moderieren, der unter der Feder führung von planung&analyse organisiert war. Der 1974 gegründete Titel ist eine der führenden Fachzeitschriften für Marktforschung und Marketing in Deutschland. Inhaltlicher Schwerpunkt für meinen Einsatz in unserem dfv-­ Digitalstudio im 13. Stock: natürlich Verpackungen. Bei diesem sogenannten DAIS – Data Analytics&Insights Salon – war das allübergreifende Thema: „Erfolg durch Customer Insights“. Oha. Nicht gerade mein Steckenpferd. Aber die Referentinnen und Referenten dieses Tages machten es mir leicht, in dem sie selbst (meist) sehr praxisnahe Beispiele wählten, die selbst so ein Südpfälzer Maurersohn wie ich schnell begriff. Der Kasus, der mir am nachhaltigsten in Erinnerung blieb: Zwei fitnessbegeisterte Freunde haben aus einer Laune heraus eine Idee für ein neues Getränk. Sie tüfteln selbst, probieren aus, machen sich schlau – und kreieren ein „Protein-Bier“. Ein Novum auf dem bezüglich Vielfalt und Sortenvarianz schier aus- ufernden Getränkemarkt. Um dies standesgemäß zu vermarkten, ist eine aparte Verpackung natürlich eher Pflicht als Kür. Und jetzt wird es spannend: Beim DAIS 2022 wurden eben die Verpackungskonzepte präsentiert, bevor ein Profi sich damit befasste – und danach. Die Unterschiede waren eklatant. Selbst für mich als Marketing-­ Laie war klar zu sehen, wie stark und evident die Forschungen zu Kundenbedürfnissen sich im Design widerspiegelten. Wie wichtig die professionellen Kenntnisse um Referenzen und Trends sind, um sich inhaltlich als auch visuell erfolgreich am Markt zu positionieren. Der Kunde ist König – ihn wirklich kennen, das tun nur die wenigsten. Bei mächtigen Herrschern nicht gerade unüblich. Herzlichst, Ihr Matthias Laux 14.– 19. 5. 2022 Frankfurt am Main Technology for Meat and Alternative Proteins packREPORT 04 / 2022

Was die Branche bewegt Gas und die Rolle rückwärts Wenn uns der Krieg in der Ukraine etwas lehren kann, dann, dass die gesamte Wertschöpfungskette schnell anfällig wird, wenn Marktmechanismen unvorhergesehene Änderungen erfahren. ihren Energiebedarf überwiegend durch Kraft-WärmeKopplung unter Einsatz fossiler Energieträger, vor allem Erdgas. Doch allein über Energieeffizienzmaßnahmen lässt sich der enorme Energieaufwand nicht beliebig weit reduzieren. Dazu kommt noch: Vor dem Hintergrund der Energiewende hatte sich in der Papierindustrie der Trend zur Umstellung auf Erdgas als Brückentechnologie verfestigt. Mittlerweile liegt der Erdgasanteil am Gesamtbrennstoffeinsatz bei 55 Prozent. Doch lediglich 10 bis 15 Prozent des Erdgasbezugs in der deutschen Papierindustrie (rund 3 TWh Erdgas) wären noch in diesem Jahr ersetzbar. Das war das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Verbandes Die Papierindustrie unter seinen Mitgliedern. In Bereichen, in denen eine Umsetzung überhaupt möglich ist, könnte etwa die Hälfte des Gases durch Heizöl und 30 Prozent durch Kohle ersetzt werden. Der Rest müsste kurzfristig durch eine strombasierte Dampferzeugung substituiert werden. Dazu fällt mir spontan „Zurück in die Zukunft“ ein. Klar ist aber auch: Voraussetzung für eine Umstellung der Papierindustrie ist die Verfügbarkeit der genannten Wie in vielen anderen Branchen auch, führt der verhängnisvolle Krieg in der Ukraine zu großen Herausforderungen für die Verpackungsindustrie in Europa. Zugegeben, diese Herausforderungen haben wir bereits durch Corona zu spüren bekommen, aber die Herausforderungen, mit denen wir im vergangenen Jahr konfrontiert waren, haben sich nun in mehreren Bereichen verstärkt und tragen zu einer weiteren Verunsicherung auf den Märkten in Europa bei. Die Preise für Strom und fossile Energieträger sind eng miteinander verknüpft, und obwohl nach wie vor Gas aus Russland nach Europa fließt, hat der Krieg die Betriebskosten für viele Akteure der Branche erheb- lich erhöht. Die derzeitigen, äußerst ungewöhnlichen Energiepreise zwingen mehrere Unternehmen zum Herunterfahren der Produktion oder sogar zu einem Produktionsstopp. Besonders betroffen sind die energieintensiven Branchen. In unserem Bereich die Glas-, Metall- Kunststoff- und die Papierindustrie. Die Papierindustrie gehört mit rund 59 Terawattstunden Energieverbrauch im Jahr zu den fünf energieintensivsten Branchen Deutschlands. Bisher deckt sie Bild: GraphicCompressor / Adobe Stock 12 packREPORT 04 / 2022 Was die Branche bewegt

Ressourcenschonende Verpackungen. DER PÖPPELMANN EFFEKT: Reduce Reuse Recycle Energieträger und die politische Unterstützung für die notwendigen Änderungsgenehmigungen. Vor allem für eine Substitution durch Strom müsste eine Benachteiligung bei Umlagen, Entgelten und Steuern gesetzlich ausgeschlossen werden. Auch die übrigen negativen Folgen einer Umstellung müssten abgefedert werden. So wäre mit einer Abnahme der Energieeffizienz und auch mit einer Zunahme des CO2-Ausstoßes zu rechnen, so der Verband. Der schlimmste Fall, der sofortige Lieferstopp von Erdgas durch Russland, kommt einem Schreckgespenst gleich. Immerhin hat die Bundesregierung dafür einen Plan – zumindest stellt sie sich das vor. In diesem Szenario würde Stufe 3 des Plans greifen, die sogenannte „Notfallstufe“. Hier wäre nicht nur die Gasversorgung der energieintensiven Industrie gefährdet, sondern auch die Versorgung der sogenannten „geschützten Kunden“ wie etwa Privathaushalte, Schulen oder Krankenhäuser. Die „Notfallstufe“ soll natürlich sicherstellen, dass zumindest die „geschützten Kunden“ dann weiter mit Gas versorgt würden. Die Verteilung der Gasmengen obliegt dann nicht mehr den Netzbetreibern und Lieferanten – sondern der Bundesnetzagentur. Laut Notfallplan kann die Behörde dann etwa ganze Industriebetriebe abschalten, um Gas zu sparen. Außerdem kann sie Betrieben vorschreiben, Gas durch andere Energieträger wie Erdöl zu ersetzen, falls dies möglich sein sollte. Gaskraftwerke könnten auch angeordnet werden, die Stromproduktion zu drosseln, damit das Gas anderweitig verwendet werden kann. Doch wie all diese Schritte konkret umgesetzt werden können, das lässt der „Notfallplan“ offen. Er listet die zur Verfügung stehenden Optionen lediglich in knappen Stichpunkten auf. Im „Notfall“ liegt es also alleine an der Bundesnetzagentur, in der wichtigsten Frage zu entscheiden: Welches Unternehmen geht zuerst vom Netz? Und wer bleibt vorerst verschont? Einen konkreten Plan dafür gebe es nicht, heißt es bei der Bundesnetzagentur, das sei aber Absicht. Denn die Entscheidung, welche Betriebe zuerst abgeschaltet werden, hänge von zu vielen Parametern ab, um im Voraus eine Festlegung treffen zu können. Stattdessen solle im Einzelfall nach Lage entschieden werden. Dass die Hersteller von Lebensmitteln oder Medikamenten zu den „geschützten Kunden“ zählen müssen, ist noch offensichtlich. Aber was ist zum Beispiel mit den Unternehmen, die die dafür notwendigen Rohstoffe oder die dafür nötigen Verpackungen herstellen? Ein Plan sieht meiner Meinung nach anders aus. Autor: Thomas Röhl packREPORT 04 / 2022

Mit der Digital Master 340 und der Digital Master 510 bringt Bobst eine neue digitale Druckmaschinenplattform auf den Markt. Mit der neuen Digital Master Serie, die auf Flexodruck und neueste Entwicklungen in der Inkjet-Technologie aufbaut, erweitert Bobst sein All-inOne-, All-Inline-Portfolio. Es handelt sich um digitalisierte und automatisierte Produktionslinien vom Druck über die Veredelung bis hin zum Stanzprozess. Die Digital Master Series basiert auf einer modularen und erweiterbaren Architektur, so dass Kunden ihre Druck- maschinen individuell konfigurieren und über die Zeit ausbauen können. Die Maschinen sind in 340 mm und 510 mm Druckbreite verfügbar. Bobst Alles in Einer Mit einer nachhaltigen Verpackungsanwendung wird Netstal auf der FIP in Lyon die hohe Performance seiner Maschinen der Elion Baureihe demonstrieren. Der Ecocup-Trinkbecher mit 0,33 l besteht zu 100 Prozent aus pflanzlichem Polymer. Auf dem Stand wird der Becher auf einer Elion 1200-510 in einem ZweifachWerkzeug des französischen Partners SN Caulonque produziert. Die Hochleistungsanwendung läuft mit einer Zykluszeit unter 4 Sekunden. Kaneka Biodegradable Polymer Green Planet ist ein zu 100 Prozent biobasiertes Polymer (PHBH), das durch ein Bio- fermentationsverfahren unter Verwendung erneuerbarer Pflanzen- öle als Ausgangsmaterial hergestellt wird. PHBH ist seit 2019 in der Verordnung Nr. 10/2011 der Europäischen Kommission für alle Kontakte mit Lebensmitteln gelistet. Der Traysealer T 305 wurde für die Herstellung von MAP- und Vakuum-Skinverpackungen entwickelt und lässt sich für unterschiedlichste Anwendungen einsetzen: Ganz gleich, ob es sich um Ready Meals, Convenience Food und Snacks oder Fleisch, Wurstwaren, Käse, Fisch und Meeresfrüchte, Obst oder Gemüse handelt. Hinsichtlich der Packungsform sowie der Materialien sind dem T 305 kaum Grenzen gesetzt. Denn er kann eine breite Vielfalt an Trays mit einer maximalen Formatbreite von 420×300 mm aus Papier beziehungsweise Karton, Kunststoff, Aluminium und geschäumten Materialien sowie unterschiedliche Oberfolien verarbeiten. Dabei können auch nachhaltige Packstoffe wie Monomaterialien oder Multivac Paper Board auf dem Traysealer eingesetzt werden. Auf den Messen Anuga Foodtec und IFFA wird der T 305 als Teil einer hochflexiblen Portionierlinie für SBPackungen zu sehen sein. Netstal Neue Bio-Verpackung – vollelektrisch Multivac Neuer Traysealer Bild: Multivac Bild: Nestal Bild: Bobst 14 packREPORT 04 / 2022 Neu vorgestellt

case and tray packing vision guided robotics turnkey packaging systems Besuchen Sie uns auf der Anuga FoodTec Halle 7 Stand C 11 blueprintautomation.com Der Anbieter hat pfiffige Lösungen zur Wärmebehandlung für die Lebensmittelindustrie im Portfolio. Die Anlagen zur Mikrowellenpasteurisierung umfassen Tunnel für Fertiggerichte und Inline-Erhitzer für pumpfähige Produkte wie Säfte und Konfitüren. Ein schneller und gleichmäßiger Erhitzungsprozess reduziert die mikrobiellen Risiken im Kern und an der Oberfläche von Lebensmitteln deutlich. Gleichzeitig bewahrt die Mikrowellenpasteurisierung von Fertiggerichten Farbe, Textur und Nährstoffe der Lebensmittel ohne Zugabe von Zusatzstoffen. Abhängig von der Rezeptur lassen sich das Kochen und Pasteurisieren auf Wunsch kombinieren. Die neue Verpackung für Tafelschokolade mit Potenzial zum Gamechanger von Van Genechten Packaging heißt Pure Pac. Die mit einem funktionalen Lack auf der Innenseite optimierte ressourcenschonende und zu 100 Prozent recycelfähige Faltschachtel erlaubt den Verzicht auf den Inneneinschlag aus Aluminiumfolie / Aluminium-Papier-Verbund/Kunststofffolie. So sparen 100 Millionen PurePac-Verpackungen 150.000 Kilo Alu- minium ein. Zudem können unter dem Strich mehrere Euro pro 1.000 Verpackungen eingespart werden. Sairem Sichere Wärmebehandlung, hochwertige Ergebnisse Van Genechten Packaging Pure Pac macht Inneneinschlag überflüssig Bild: Van Genechten Bild: Sairem

Faller schwört auf smarte Kennzeichnungstechnik Premium-Kennzeichnung für Premium-Produkte Vor über 100 Jahren brachten die Bauern aus dem Südschwarzwald ihr Obst zu Therese und Alfred Faller. Die beiden rührten es von Hand im offenen Kupferkessel und kochten es schonend zu Marmelade ein. aus heimischem Anbau. Die Marmeladen werden in Gläser von 30 bis 950 Gramm oder in Gebinde von 2,5 bis 12,5 Kilogramm abgefüllt und an Hotels, Großküchen und Lebensmitteleinzelhändler verschickt. „Wir produzieren inzwischen eine große Vielfalt. Da ist es uns bei der Kennzeichnungstechnik sehr wichtig, stets den Überblick zu behalten und die Rüstzeiten möglichst kurz zu halten“, erklärt Produktionsleiter Sebastian Faller. Weiße Tinten auf dunklem Glasboden Bei der Bedruckung und Etikettierung seiner Produkte setzt Faller seit Jahren auf Bluhm Systeme. Das breite Produktportfolio des KennzeichnungsDie Regionalität, das Familienunternehmertum und das Einkochverfahren hat sich die Konfitürenmanufaktur Faller bis heute bewahrt. Inzwischen stellt das mittelständische Unternehmen bis zu 50 verschiedene Premium-Konfitüren her und füllt sie in unterschiedlichste Gebinde ab. Kennzeichnungstechnik von Bluhm Systeme bedruckt und etikettiert diese Produktvielfalt nicht nur seit Jahren zuverlässig. Sie unterstützt gleichzeitig bei der Produktionsüberwachung. Faller setzt ganz bewusst auf regionale Wertschöpfung, Ressourcen schonende Produktion und hochwertige Zutaten. Die Manufaktur verarbeitet pro Jahr durchschnittlich 150 bis 200 Tonnen Obst 16 packREPORT 04 / 2022 Titelstory

arbeiten können. Die Druckköpfe dieser Systeme wurden kopfüber in drei Linien integriert, sodass die vorüberlaufenden Gläser automatisch und gut sichtbar mit einer weißen Tinte gekennzeichnet werden können. Größere Gebinde aus Kunststoff werden mit einer dunklen Tinte codiert. Da sich in jedem einzelnen Drucker 99 verschiedene Drucklayouts abspeichern lassen, erfolgt der Chargenwechsel auf Knopfdruck. Rüstzeiten fallen demnach erst gar nicht an. Großflächige Kartonbedruckung Die Produktvielfalt der Konfitürenmanufaktur würde landläufig unterschiedlichste Versandkartons erfordern. Um Lagerplatz und Kosten zu sparen, nutzt Faller jedoch nur ein einziges Kartonformat, das individuell bedruckt wird. „Auch hier verwenden wir ein System von Bluhm“, erläutert Sebastian Faller. Auswahlkriterien waren in diesem Fall Druckhöhe und Auflösung. Der von Bluhm implementierte thermische Inkjet-­ Drucker vom Typ Markoprint kann bis zu acht Druckköpfe ansteuern, mit denen sich bei einer Auflösung von 600 dpi technisch bedingt eine Gesamtdruckhöhe von 100 Millimetern realisieren lässt. In den Druckköpfen sitzen Tintenkartuschen des Herstellers HP. Sie werden leicht versetzt angeordnet und drucken „gemeinschaftlich“ das aus Klarschrift und Barcodes bestehende Layout gestochen scharf auf den Karton. Palettenetikettierung Zur Etikettierung seiner Paletten setzt Faller einen robusten Legi-Air 4050 E Etikettendruckspender von Bluhm ein. Er ist aufgrund seiner stabilen Bauweise für den Dauerbetrieb geeignet und kann Druckmodule aller führenden Hersteller integrieren. Datenübertragung und Systemsteuerung erfolgen dabei schnell und einfach über Ethernet. Bei Faller wurde ein Zebra-Druckmodul integriert, das die Palettenetiketten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 400 Millimetern pro Minute zuverlässig mit einem Barcode bedruckt. Die Etiketten werden auf den Palettenfuß appliziert, so dass der Barcode nach der Palettierung mit dem Paletteninhalt verknüpft werden kann. Übergeordnete Kennzeichnungssoftware Alle Kennzeichnungssysteme werden zentral über die Software „Bluhmware“ angesteuert und überwacht. Da die Bluhmware alle Daten an die Qualitätsmanagementsoftware von Faller übermittelt, sind Qualität und Rückverfolgbarkeit jederzeit garantiert. So ist gewährleistet, dass die Konsumenten in Hotels, Bäckereien oder am heimischen Frühstückstisch die regionalen Spezialitäten der Konfitürenmanufaktur Faller unbeschwert genießen können. (tr) anbieters ermöglicht passgenaue Lösungen für die verschiedensten Herausforderungen. Zum Beispiel müssen die Böden der Konfitürengläser bei Faller nicht nur mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet werden, sondern aus Rückverfolgbarkeitsgründen zudem mit einem QR-Code. Herausforderungen sind hierbei die glatte Glasoberfläche, auf der die Tinte zuverlässig haften muss, sowie die zumeist dunkleren Glasinhalte, trotz derer die Kennzeichnung erkennbar und die QR-Codes automatisiert auslesbar bleiben müssen. Bluhm Systeme empfahl hier spezielle ContinuousInkjetdrucker, die hochpigmentierte Tinten verDie Böden der Konfitürengläser müssen nicht nur mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet werden, sondern aus Rückverfolgbarkeitsgründen zudem mit einem QR- Code. Alle Kennzeichnungssysteme werden zentral über die Sof tware „Bluhmware“ angesteuer t und überwacht. Sehen Sie sich im Video an, wie die Kennzeichnungstechnik von Bluhm Systeme die Produktion von Faller unterstützt. Bilder: Bluhm Systeme 17 packREPORT 04 / 2022 Titelstory

Hugo Beck Maschinenbau „Moderne Verpackungen minimieren Ressourcenvergeudung“ Der Geschäftsführer der Hugo Beck Maschinenbau GmbH & Co. KG in Dettingen/Erms, Timo Kollmann, berichtet im VDMA-Interview von konkreten Schritten des Unternehmens hin zur Kreislaufwirtschaft. In der Interviewreihe „Circular Competence“ befragt der VDMA Fachverband Druck- und Papiertechnik seine Mitgliedsunternehmen zu ihren Plänen, Lösungen und Herausforderungen auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft. Was kann die Branche dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck von Verpackungen und anderen Druckerzeugnissen zu minimieren? Nutzen Sie in Ihrer eigenen Produktion Kreislauf- und Müllvermeidungskonzepte? Timo Kollmann: Über die heute obligatorische sortenreine Entsorgung von Produktionsabfällen und Betriebsstoffen hinaus erzeugen wir mit einer eigenen Photovoltaikanlage Strom für unsere Produktion, Montage und das Verwaltungsgebäude. Teils speisen wir ihn auch ins Stromnetz ein. Zudem haben wir in Ladeplätze für Elektrofahrzeuge investiert und haben ein sehr gut angenommenes Leasingangebot für E-Bikes. Gut ein Drittel unserer Beschäftigten kommt nun per Rad zur Arbeit. Die elektrische Unterstützung ist ihnen in unserer bergigen Region willkommen. In unserer Produktion und Montage setzen wir von der Zerspanung bis zur Lackierung auf einen hochmodernen energieeffizienten Maschinenpark. Gerade in der Lackierung geht es nicht nur um die Energieeinsparung, sondern wir haben dort auch Reinigungsanlagen mit Lösemittelrückgewinnung, um die Prozesse so umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Welche Lösungen für die Circular Economy bieten Sie Ihren Kunden an? Kollmann: Das beginnt bei den Antrieben der Verpackungsmaschinen, die wir bauen. Hier setzen wir konsequent auf Servomotoren, die beim Bremsen Energie zurückgewinnen und ins System zurückspeisen. Mit der modernen Antriebstechnologie sind wir aber vor allem in der Lage, die Verpackungsprozesse selbst zu optimieren. So sparen unsere Kunden im großem Stil Verbrauchsmaterialien ein. Das gilt sowohl für ihre Folien als auch für Papierverpackungen. Ein gutes Beispiel ist die Salatgurke. Nachdem Discounter auf das Einschweißen in Folie verzichtet haben, mussten sie infolge von Transportschäden und frühzeitigem Verderben bis zu 40 Prozent entsorgen. Wir haben Lösungen entwickelt, um mit viel dünneren Folien zu arbeiten. Statt 40 bis 60 Mikrometer (µm) sind sie nun unter 10 m dünn und bestehen aus recyclingfähigem Monomaterial. Mit derselben Menge Kunststoff werden vier bis sechsmal mehr Gurken verpackt und der unnötigen Energie- und Ressourcenvergeudung durch die Verluste ist ein Ende gesetzt. Unsere Maschinen können nicht nur dünneres Material verarbeiten, sondern die Folien durch optimierten Zuschnitt auch besser ausnutzen. Und obendrein können unsere Kunden damit Folien mit hohem Recyclat-Anteil nutzen. Unter anderem haben wir sehr gute Erfahrungswerte mit Folien 18 packREPORT 04 / 2022 Technik

aus bis zu 80 Prozent Recyclat. Hier spielt die technische Auslegung eine entscheidende Rolle: Wer in billige Antriebstechnik und unausgereifte Bahnführung investiert, zahlt am Ende durch den Mehrverbrauch an Folie, Papier und Energie drauf – und belastet damit die Umwelt. Der Aufpreis für moderne Technologie amortisiert sind meist schon in den ersten zwei Jahren. Wie wirkt sich das Thema auf Ihre Forschung und Entwicklung und Ihre Kooperationen mit Kunden und Materiallieferanten aus? Kollmann: Wir arbeiten enger zusammen und hinterfragen gemeinsam, welches Material die Anforderungen für die jeweilige Anwendung mit dem geringsten energetischen und ökologischen Fußabdruck erfüllt. Aktuell setzen viele Kunden auf Papier. Wir arbeiten daran, dessen Einsatzspektrum zu erweitern. So entwickeln wir in einem geförderten Forschungsprojekt mit einer Hochschule biobasierte Beschichtungen aus Abfällen der Weinerzeugung, durch die Papier wasserabweisend wird, aber recyclingfähig bleibt. Unser Part ist die Entwicklung der Verarbeitungsprozesse für diese Papiere. Doch für den Einsatz gibt es unter anderem regulatorische Grenzen. So darf etwa Tiefkühlpizza nicht einfach im Karton verpackt sein: Die obligatorische Folie beugt Kontaminationen durch ausgasende Chemikalien vor. Lebensmittel- oder auch Arzneimittelsicherheit bleiben der Maßstab, wenn wir neue Ansätze entwickeln. In anderen Bereichen halte auch ich manche Verpackung für verzichtbar. Wir sollten im engeren Zusammenspiel von Materialentwicklung, Maschinenbau und Anwendern alle Möglichkeiten nutzen, um den ökologischen Footprint von Verpackungen zu minimieren. Schlüssel dazu sind reduzierter Materialeinsatz und recyclingfreundliche Monomaterialien. Parallel gilt es, funktionierende Entsorgungs- und Recyclingsysteme in aller Welt aufzubauen. Steigt die Nachfrage nach Ihrer Circular Competence weltweit – oder ist das eher ein regional begrenztes Phänomen? Kollmann: Erfreulicherweise ist das mittlerweile ein globaler Trend. Wobei die Ausrichtung auch von den regionalen Gegebenheiten abhängt. Wo keine Bäume wachsen, setzen unsere Kunden eher auf Kunststoffe als auf Papier. In waldreichen Regionen ist es umgekehrt. Aber generell steigt das Umweltbewusstsein und beeinflusst immer stärker, in welche Maschinen unsere Kunden investieren. Umweltschutz ist oft regulatorisch getrieben. Sind die Rahmenbedingungen für den Einstieg in die Circular Economy richtig gesetzt? Kollmann: Wir haben auch vor der Kunststoffdebatte intensiv daran gearbeitet, Verpackungen so umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Denn oft sind sie unverzichtbar. Weltweit gehen jedes Jahr etwa ein Drittel aller Nahrungsmittel entlang ihrer Wertschöpfungskette, das heißt von der Ernte bis zum Konsumenten, verloren. Es gehen nicht nur Nahrungsmittel verloren, sondern auch die für Anbau, Ernte, Verarbeitung, Transport und Lagerung eingesetzten Ressourcen. Ein Schlüssel, um diese Ressourcenvergeudung zu minimieren, sind Verpackungen. In Pharma-, Medizin- und anderen Bereichen mit hohen Hygieneanforderungen werden Produkte weiterhin verpackt bleiben. Es kommt also darauf an, mit kühlem Kopf auf wissenschaftlicher Basis jene Lösungen zu suchen, mit denen die jeweiligen Verpackungsanforderungen mit dem geringsten ökologischen Footprint umsetzbar sind. Es ist nicht so, dass Papier immer die ökologischere Lösung ist als Kunststoff. Die Gewichte verschieben sich mit dem steigenden Recyclinganteil in Richtung der Kunststoffe. Denn in Verpackungspapieren und -karton wird immer ein gewisser Anteil an frischen Langfasern nötig sein. Hugo Beck ist sowohl mit Folien- als auch mit Papierverpackungstechnik erfolgreich. Ich bin also nicht parteiisch, sondern wünsche mir einfach regulatorische Weichenstellungen, denen gut abgewogene und fachlich fundierte Entscheidungsprozesse vorangehen. Nur so wird es uns gelingen, die Umwelt wirksam zu entlasten. Zeit für reine Symbolpolitik haben wir nicht mehr. (ml) Hugo Beck ist sowohl mit Folien- als auch mit Papierverpackungstechnik erfolgreich. Ich bin also nicht parteiisch. Timo Kollmann Geschä sführer Hugo Beck Maschinenbau GmbH& Co. KG Bild: Hugo Beck 19 packREPORT 04 / 2022 Technik

Aufbau. Vor dem Hintergrund tausender erfolgreicher Installationen in über 60 Ländern, betreibt BPA heute vier Produktionswerke in Europa, den USA und China und zehn Service- und Vertriebsniederlassungen in aller Welt. Im Interview skizzieren Jos van Oekel, Sales Director, und Bernd Neuberger, Sales Manager Deutschland, Schweiz und Österreich, was BPA so erfolgreich macht, welchen Weg es ging und welche Rolle die Kundenbeziehungen dabei spielten. Was zeichnet Ihr Unternehmen besonders aus? Jos van Oekel: Um erfolgreich wachsen zu können, sind unsere Kunden auf einen reibungslosen Sekundärpackprozess angewiesen. Viele Unternehmen überall auf der Welt verlassen sich für ihre Verpackungsautomatisierung deshalb auf schlüsselfertige Systeme aus dem Hause BPA. Diese Systeme kombinieren sehr zuverlässige und innovative Kartonmaschinen mit einem vielseitigen Produkthandling- und Sammelpackprozess. Unsere Maschinen sind für einen 24/7 Betrieb gebaut und haben einen hervorragenden Ruf wegen ihrer kurzen Umstellzeiten, ihrer Flexibilität, ihrer Leistungsfähigkeit und ihres benutzerfreundlichen Designs. Haben sich die Anforderungen Ihrer Kunden verändert? Bernd Neuberger: Die Ziele und Prozesse unserer Kunden sind sehr besonders. Das Zuhören und Erfassen der speziellen Anforderungen sind deshalb die wichtigsten Aspekte am Beginn eines Projektes. Unsere Vertriebs- und Engineering-Abteilung arbeitet nahtlos zusammen, um jeweils diejenige Lösung zu finden, die alle Anforderungen unserer Kunden erfüllt. Unser Schwerpunkt liegt immer darauf, die Effizienz der Prozesse unserer Kunden zu steigern. BluePrint Automation (BPA) ist spezialisiert auf Sammelpacksysteme für Sekundärverpackungen. Dazu gehören heute Karton- und Traypacklösungen für flexible und schwer handhabbare Verpackungen wie zum Beispiel Doypacks, Schlauchbeutel und Vierrandsiegelbeutel. Interview mit Jos van Oekel und Bernd Neuberger von BluePrint Automation Unsere Leidenschaft sind Innovationen Unsere Lösungen werden zunehmend energieeffizienter und ermöglichen eine höhere Verpackungseffizienz. Jos van Oekel Sales Director BluePrint Automation Dazu verwendet BPA verschiedene Technologien, unter anderem schwerkraftbasierte Systeme, Pick& Place Maschinen oder kameragesteuerte Roboter. Die Anlagen sind für mehrschichtigen Betrieb konzipiert und weltweit bekannt für die kurzen Umrüstzeiten, ihre Flexibilität und Leistung sowie ihren einfachen 20 packREPORT 04 / 2022 Technik

Smarte Lösungen für klinische Studien More than just labels › PROJEKTMANAGEMENT › PRODUKTENTWICKLUNG › LABELDESIGN › ROUTING › VERBLINDUNGEN › OVERPRINTING › SMART LABELS › FALTSCHACHTELN UND INLAYS faubel.de EFFIZIENTE PROZESSE Die Faubel-Gruppe hat sich von einem Spezialisten für die Kennzeichnung klinischer Prüfmuster zu einem Multi-Service-Provider entlang der Lieferkette entwickelt. INDIVIDUELLE KENNZEICHNUNGEN UND SERVICES

Die Welt um uns herum entwickelt sich rapide und unsere Kunden erwarten von uns das Neueste und Beste. Starre und festgeschriebene Lösungen heben sich nicht wirklich vom Markt ab. Bei BPA steht die Flexibilität an erster Stelle, in unseren technischen Lösungen aber auch in unserer Einstellung. Auf dieser Basis schaffen wir einen wahren und anhaltenden Wert für unsere Kunden. In welcher Phase wenden sich Kunden an Sie und warum? Neuberger: In früheren Zeiten war die Sekundärverpackung so ziemlich der letzte Schritt bei der Automatisierung des gesamten Verpackungsprozesses. Das hatte damit zu tun, dass die Sekundärverpackungs-Aufgaben grundsätzlich auch manuell zu machen waren. Da heute jedoch die Leistungen in Bereichen liegen, wo manuelle Tätigkeiten nur mit sehr großem Personalaufwand zu erreichen sind und es zudem immer weniger Menschen für diese Aufgaben gibt, kommt der Sekundärverpackung von Anfang an eine große Bedeutung zu. Das führt dazu, dass wir heute bereits ab Tag 1 der Planung am Tisch unserer Kunden sitzen. Nicht selten übernehmen wir die komplette Planung und das Projektmanagement der Verpackungsabteilungen in bestehenden oder neuen Fabriken. Wie hat sich Ihr Angebot über die Jahre weiterentwickelt? van Oekel: Seit mehr als 40 Jahren ist der Name BluePrint Automation in der Verpackungsbranche etabliert. Das Unternehmen brachte den Schwerkraft-Sammelpacker „Gravity“ auf den Markt, eine revolutionäre Maschine zum Verpacken gefrorener Pommes Frites in Beuteln. Hierbei stand nicht die Investition in (Roboter-) Technologie im Vordergrund, sondern die intelligente Nutzung der Schwerkraft. Der Fokus lag ursprünglich auf der Lieferung des Kernprodukts Sammelpacker für flexible Verpackungen. Kartonmaschinen und Peripheriegeräte wurde zugekauft oder vom Kunden beigestellt. Durch die Übernahme von Racupack hat sich das Portfolio Immer häufiger übernehmen wir das Projektmanagement für Großprojekte und betreuen und integrieren Maschinen von Drittfirmen. BPA tritt mittlerweile als finanzstarkes Familienunternehmen mit langfristigen Zielen auch als Generalunternehmer für ganze Verpackungsabteilungen auf. dahingehend verändert, dass wir heute den gesamten Prozess der Sekundärverpackung inklusive aller Peripheriemaschinen anbieten können. Auch sind wir heute in der Lage, Maschinen zu liefern, die alle Funktionen – Kartons aufrichten, Kartons befüllen, Kartons verschließen, Kontrolle der Produkte und Kartons – innerhalb einer einzigen Maschine realisieren. Starre und festgeschriebene Lösungen heben sich nicht wirklich vom Markt ab. Bernd Neuberger Sales Manager Deutschland, Österreich&Schweiz BluePrint Automation BPA ist spezialisier t auf vollautomatische Sammelpacksysteme für Sekundär verpackungen. Im Bild ist der Case Packer Spider 300V. Bilder: BluePrint Automation 22 packREPORT 04 / 2022 Technik

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