packREPORT 3/2022

REPORT: Pharma NEUE IDEEN FÜR DIE SICHERHEIT Seite 34 Technik ROBOTER IM REINRAUM Seite 22 Materialien EIN KLEINER VERPACKUNGSCHECK Seite 38 Veranstaltungen MEHR VERBOTE STATT GEBOTE? Seite 16 D3896E | 54.Jahrgang | 03/2022 Das Fachmagazin für industrielles Verpacken

Der Treffpunkt für InsightsProfis! JETZT KOSTENFREI ANMELDEN! www.dfvcg-events.de/dais ERFOLG DURCH CUSTOMER INSIGHTS Dr. Olaf Tidelski Chief Customer Officer Allianz Sabine Hedewig-Mohr Redaktionsleitung planung&analyse Dr. Kai Stahr Marktforscher Union Asset Versicherungs-AG Virtueller Kongress – Virtuelles Networking – Virtuelle Leistungsschau Partner: Powered by: 28.–31. März 2022 Mit dabei u.a.: produkt markt m a r k e t i n g r e s e a r c h

Europäische Verpackungsinstitute rufen zu gemeinsamen Aktionen auf EPIC, die Organisation der europäischen Verpackungsinstitute, ruft nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine zum gemeinsamen Handeln auf. EPIC (European Packaging Institutes Consortium) wurde 2002 gegründet und ist die Organisation, in der europäische Verpackungsinstitute im Namen ihrer Mitglieder und der Verpackungsbranche insgesamt zusammenkommen, um Bereiche zu ermitteln, in denen eine regionale oder europaweite Zusammenarbeit im Verpackungsbereich am besten gefördert werden könnte. Die EPIC-Mitglieder treffen sich regelmäßig auf der Grundlage eines offenen und freien Austauschs von Erkenntnissen, eines offenen Blicks für die gegenseitige nachhaltige Entwicklung und Freundschaft. EPIC ruft alle Wirtschaftsakteure in Europa dazu auf, ihre gemeinsamen Werte in der Verpackungswissenschaft, der Ausbildung, dem Informationsaustausch und der Zusammenarbeit zu verteidigen. Die Grundlage dieser Werte sind gegenseitiger Respekt, Aufgeschlossenheit und Freundschaft. EPIC lehnt die militärischen Aktionen Russlands in der Ukraine grundsätzlich ab. EPIC unterstützt die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine und alle in der Verpackungsindustrie Tätigen ausdrücklich. EPIC unterstützt die Bürger Russlands und alle in der Verpackungsbranche Tätigen, die sich gegen die militärischen Aktionen Russlands in der Ukraine aussprechen. EPIC wird den ukrainischen Verpackungssektor bei wichtigen kommenden Veranstaltungen, Konferenzen und Verpackungsausstellungen unterstützen, an denen seine Mitglieder in diesem Jahr teilnehmen werden. EPIC ruft die Organisatoren von Veranstaltungen, Konferenzen und Verpackungsausstellungen in Europa auf, die ukrainische Verpackungswirtschaft bei ihren Veranstaltungen in diesem Jahr zu unterstützen. EPIC fordert die Organisatoren von Verpackungsmessen auf, ab sofort keine Ausstellungen mehr in Russland und Weißrussland zu veranstalten. EPIC ruft alle Presse- und Werbemedien in Europa auf, diesen Aufruf zum Handeln sofort offen zu unterstützen, um unsere gemeinsamen Werte in der Verpackungswissenschaft, der Bildung, dem Informationsaustausch und der Zusammenarbeit zu verteidigen. 3 Aktuell

Cover : Robert Kneschke / Adobe Stock WAS DIE BRANCHE BEWEGT 12 Noch haben wir es selbst in der Hand Sind die Klimaziele noch zu erreichen? Können wir die Vermüllung der Umwelt weltweit noch stoppen? Die Wissenschaft sagt ja. Aber wir alle müssen mehr tun, vor allem müssen wir es schneller tun. VERANSTALTUNGEN 16 Mehr Verbote statt Gebote? Beim Deutschen Verpackungsrechtstag diskutierten Expertinnen und Experten über Regulierungen im Verpackungsbereich. Es ging auch um Reizthemen wie Kunststoffsteuer, Sonderabgaben oder Littering-Fonds. TITELSTORY 18 „Marktgetrieben bedeutet, dass wir unseren Kunden zuhören“ Joachim Kraus, Geschäftsführer der Kraus Maschinenbau GmbH, im Interview. Das Unternehmen stellt Zuführ- und Vereinzelungssysteme für eine ganze Reihe von Branchen her. TECHNIK 22 Roboter im Reinraum Biotechnologisch hergestellte Medikamente gewinnen immer mehr an Bedeutung – eine Entwicklung, die nicht nur die Pharmabranche, sondern auch die Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen vor ganz neue Herausforderungen stellt. 42 Einzigartige Präzision Wie Baumer HHS und das Westrock-Werk in Düren und den Klebstoffauftrag und die Qualitätssicherung in der Faltschachtelherstellung gemeinsam auf ein bislang nicht gekanntes Niveau gehoben haben. PERSONAL 24 „Die Nachfrage nach Fach- und Führungskräften ist hoch“ Wer bei den Unternehmen gerade jetzt besonders gefragt ist. Collin Weber blickt auf die aktuelle Job-Situation in der Verpackungsbranche. 40 Mit Argus-Augen Das Verwiegen und Verpacken von Cannabis mit niedriger Schüttdichte ist mit den größten Herausforderungen verbunden. Insbesondere das vollautomatische Verwiegen stellt eine Herausforderung dar. Eine „Anlage von der Stange“ ist dabei nur selten die Lösung. 4 packREPORT 03 / 2022 Inhalt

REPORT PHARMA – HIGHTECH FÜR DIE GESUNDHEIT 28 Serialisierung weitet sich aus Die Komplexität in der Supply Chain ist in der Pharmabranche groß: Immer mehr Aufträge in immer kleineren Losgrößen und mit kurzen Vorlaufzeiten. Die Sicherheit vor Fälschungen darf dabei nicht zu kurz kommen. 32 Perfektion in der Produktion Das Berühren und Einatmen von Arzneimitteln kann schon bei kleinsten Mengen gefährlich sein. Immens wichtig ist es deshalb, mögliche Verunreinigungen an der Außenseite von Pharmafläschchen oder -Röhrchen nach dem Dosier- oder Gefriertrocknungsprozess schnell und schonend zu entfernen. 34 Neue Ideen für die Sicherheit Damit Medikamente wirken, ist die korrekte Einnahme wichtig. Für ältere oder sehbehin- derte Menschen spielt die Verpackung dabei eine entscheidende Rolle. Die Pharmabranche bietet sichere und innovative Verpackungslösungen. 37 Zahlen und Fakten MATERIALIEN 38 Ein kleiner Verpackungscheck Dass uns der fachliche Nachwuchs am Herz liegt, haben wir in vielfältigen Publikationen dokumentiert. Wir freuen uns daher, in dieser Ausgabe einen Beitrag von Franziska Ludwig, Ina Bechter und Nora Schwenk (Hochschule München) abdrucken zu dürfen. LOGISTIK 45 Schadstoffe sind zu vermeiden Schwermetalle sind Bestandteile der Erdkruste. Diese gelangen durch Erosion oder durch gezielte Gewinnung in unseren Ökokreislauf. RUBRIKEN 3 Aus aktuellem Anlass 6 Nachrichten 7 Nachgefragt 8 Meist gelesen 9 Zahlen des Monats 10 Tiliscos Kolumne 11 Auf Sendung – neuer Podcast 14 Neu vorgestellt 26 Nachrichten vom BDVI 48 Richtig & Wichtig 48 Hersteller- und Lieferantenverzeichnis 49 Impressum 50 Last but not least 5 packREPORT 03 / 2022 Inhalt

In aller Kürze Unternehmen Nachrichten AEROBAL Nachfrage leicht rückläufig Alpla Group Setzt Wachstumskurs fort Faller Packaging Neubau als größtes Projekt Faubel Umsatz in Rekordhöhe Die Faubel-Gruppe steigerte ihren Jahresumsatz das fünfte Mal in Folge auf nunmehr 49 Millionen Euro. Damit erzielte das Unternehmen 10 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Allein 40 Millionen Euro erwirt- schaftete der Hauptsitz, die Faubel & Co. Nachfolger GmbH mit Sitz in Melsungen. „2017 knackten wir zum ersten Mal die 30 Millionen Euro-Grenze, um nur wenige Jahre später an der 50 Millionen EuroGrenze zu kratzen“, sagt Frank Jäger, einer von drei Faubel-Geschäftsführern. „Für diese außergewöhnliche Entwicklung sind wir unglaublich dankbar und wissen, dass sie nicht selbstverständlich ist.“ Einen Erfolgsfaktor sieht Jäger im jährlich wachsenden Marktanteil bei klinischen Studien. 72 Prozent des Umsatzes generiert das Unternehmen durch Kennzeichnungen für Medikamente und Impfstoffe, die sich noch in der Testphase befinden. Die Alpla Group, ein international tätiger Spezialist für Verpackungslösungen und Recycling, steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2021 um 8,4 Prozent auf 4 Milliarden Euro. Außer durch Investitionen ins Recycling und in die Entwicklung bio- basierter und biologisch abbaubarer Kunst- stoffe expandierte das österreichische Unternehmen mit Sitz in Hard durch Akquisitionen und Beteiligungen. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren stark international aufgestellt, in die Kreislauffähigkeit von Kunststoff sowie in neue Technologien und Materialien investiert und 2021 einen neuen Um- satzrekord erzielt. Diese positive Entwicklung wollen wir nachhaltig und langfristig absichern“, betont Philipp Lehner, CEO der Alpla Group. Rund 22.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren weltweit an 177 Standorten in 45 Ländern maßgeschneiderte Verpackungssysteme, Flaschen, Verschlüsse und Spritzgussteile. Die International Organisation of Aluminium Aerosol Container Manufacturers (AEROBAL) berichtet, dass die weltweiten Ablieferungen ihrer Mitglieder 2021 um 1,2 Prozent auf rund 5,6 Milliarden Einheiten zurückgegangen sind. Während der Hauptabsatzmarkt der Deodorants sich in etwa auf Vorjahresniveau bewegte, konnten die Ablieferung in die Märkte für Haarschäume, Rasierschäume sowie Lebensmittel zum Teil zweistellig zulegen. Schwächer als im Vorjahr präsentierten sich hingegen die Segmente für Haarsprays, Sonnenpflege- und pharmazeutische Produkte sowie für Desinfektions-, Haushalts- und technische Artikel. Der leichte Rückgang der Ablieferungen war insbesondere auf eine geringere Nachfrage aus den EU-Mitgliedstaaten plus Großbritannien zurückzuführen. Die nord- und südamerikanischen Märkte lagen auf Vorjahresniveau, während die Ablieferungen nach Asien und in den Mittleren Osten zum Teil deutlich zulegen konnten. Faller Packaging blickt trotz Corona und schwieriger Situation auf dem Rohstoffmarkt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 zurück. Steil ansteigende Nachfragen weltweit führten zu Lieferengpässen und zu großen Preissteigerungen bei den Rohstoffen. „Trotz aller Widrigkeiten entwickelt sich der Pharma- und Healthcare-­ Markt weiterhin mit guten Zuwachsraten“, erklärt Dr. Daniel Keesman, CEO von Faller Packaging. Das Unternehmen konnte seinen Gesamtumsatz 2021 erneut steigern – um circa 3,3 Prozent auf jetzt 147,8 Millionen Euro. Dr. Michael Faller, geschäftsführender Gesellschafter: „Sehr zufrieden sind wir auch mit unserer 2019 gestarteten Tochtergesellschaft PackEx, die auf die effiziente Faltschachtel-Fertigung in Klein- und Kleinstmengen spezialisiert ist.“ Aktuell größtes Projekt ist der Neubau am Stammsitz in Waldkirch. Ifco, einer der weltweit führenden Anbieter von wiederverwendbaren Verpackungen für frische Lebensmittel (RPCs), gibt den Abschluss der Übernahme des RPC-Pooling-Geschäfts von Sanko Lease durch seine hundertprozentige Tochtergesellschaft Ifco Japan bekannt. Durch die Übernahme geht das Geschäft auf Ifco Japan über und wird durch die Ifco Oricon Co., Ltd fortgeführt, die ihren Betrieb am 1. März 2022 aufgenommen hat. Ifco Japan erweitert somit seinen verfügbaren Pool von RPCs und sein Service-­ Center-Netzwerk erheblich und werde zum größten RPC-Pooling-Anbieter in der Lieferkette für frische Lebensmittel auf dem japanischen Markt. Gleichzeitig sind Ifco Japan und die Sanko Group eine langfristige strategische Partnerschaft für den japanischen Markt eingegangen. Der Veranstalter Tarsus Group hat bekannt gegeben, dass die Labelexpo Europe, die ursprünglich vom 26. bis 29.April 2022 in Brüssel stattfinden sollte, auf den 11. bis 14. September 2023 verschoben wurde. Als Grund wurde der „derzeit erhebliche Druck auf die Lieferketten in der europäischen Etikettenindustrie“ genannt, vor dem Hintergrund „der sich aktuell schnell entwickelnden Situation in der Ukraine“. Die Entscheidung sei das Ergebnis einer engen Abstimmung mit Ausstellern, Verbänden und der gesamten Branche, heißt es, wo viele Unternehmen direkt von der Verknappung bei Komponenten und Materialien betroffen seien. Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen der Europäischen Union werden den europäischen Palettenmarkt stark beeinflussen. Dies teilt die European Pallet Association e.V. (EPAL) mit. Sie organisiert als internationaler Verband den EPAL Europaletten-Tauschpool. Durch den Krieg in der Ukraine sei dort die Produktion von EPAL Europaletten in vielen Betrieben unterbrochen, heißt es. Ebenso werde aus der Ukraine derzeit nahezu kein Verpackungs- und Palettenholz nach Europa exportiert, so die weiteren Angaben. 6 packREPORT 03 / 2022 Nachrichten

Zum Jahreswechsel wurde bekanntermaßen die Pfandpflicht für Einweggetränkeverpackungen auf nahezu sämtliche Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff sowie auf sämtliche Getränkedosen ausgeweitet. Der packREPORT zieht ein Zwischenfazit: Hat alles geklappt? Wie ist es gelaufen? Wo gab es Probleme? Statement von Joachim N. Amland, Geschäftsführer Tomra Systems GmbH: Die Ausweitung der Pfandpflicht ab dem 1. Januar 2022 und die damit verbundene Rücknahme der neuen Verpackungsarten ist aus der Sicht von Tomra reibungslos verlaufen. Im Vorfeld hatten wir in enger Abstimmung mit der DPG und unseren Handelspartnern die notwendigen Rahmen- bedingungen geschaffen und uns technisch vorbereitet – zum Stichtag waren sämtliche Automaten unserer Kunden mit aktualisierter und bei Bedarf kundenindividueller Software ausgestattet. Für die neu hinzugekommenen pfandpflichtigen Gebinde ist somit seit der Umstellung die zuverlässige automatisierte Rücknahme gewährleistet. Es hat uns besonders gefreut, dass viele Getränkehersteller und auch der Handel bereits deutlich vor dem Stichtag umgestellt hatten. So entstanden ab dem Stichtag in der Pfandrückgabe und beim weiteren Hand- ling keine Probleme. Mit Sicherheit hat zur hohen Akzeptanz unter den Verbrauchern ebenfalls beigetragen, dass der Einzelhandel seine Kunden auf vielfältige Weise informiert und sein Personal entsprechend geschult hat. Insgesamt wird das dazu beitragen, dass noch weniger Abfälle in der Umwelt landen und signifikant mehr Wertstoffen dem Recycling zugeführt werden. Statement der Geschäftsführung DPG Deutsche Pfandsystem GmbH: Mit der Ausweitung der Pfandpflicht zum 1. Januar gab es keine Probleme: die DPG hat die neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich informiert und eingebunden. Der Aufbau des DPG-Systems ist grundsätzlich für eine hohe Anzahl von Verpackungen ausgelegt, deshalb hat die Ausweitung in quantitativer Hinsicht reibungslos geklappt. Für die Qualität des Recyclings haben wir das bestehende System erweitert, um auch künftig die Voraussetzungen für hochwertige Rezyklate zu schaffen. Wir haben neue Materialarten wie PET mit Nylon, das häufig für Saftflaschen genutzt wird, in unsere Stammdatenbank eingepflegt. Die Rücknahmeautomaten im Handel registrieren diese neuen Daten und ordnen sie den entleerten Verpackungen zu. Im weiteren Sammel- und Sortierpro- zess können sie nun sortenrein gesammelt, hochwertig recycelt und wieder dem Kreislauf zugeführt werden. Die laut Studien erhobenen hohen Rücknahmequoten für Einweggetränkeverpackun- gen von rd. 98 Prozent sprechen dafür, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland mit dem Einwegpfandsys- tem der DPG gut vertraut sind und es akzeptieren. Natürlich tragen jetzt auch alle neu hinzugekommenen Verpackungen das DPG-­ Kennzeichen/Logo, damit sie gut und leicht für die Verbraucherinnen und Verbraucher erkennbar sind. Wir gehen deshalb auch davon aus, dass es bei den hohen Rücklaufquoten bleibt und sich dadurch die Menge der Wertstoffe für die Kreislaufwirtschaft, welche über das DPG-System zugeführt werden, erhöht. Statement von Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels: Als Branchenverband des Getränkefachgroßhandels unterstützen wir die im Verpackungsgesetz festgelegte Mehrweg- Zielquote von 70 Prozent und fordern deren konsequente Umsetzung. Dies insbeson- dere vor dem Hintergrund des in der Abfallrahmenrichtlinie festgelegten Prinzips der Abfallhierarchie: Wiederverwendung geht vor Wiederverwertung. Wir begrüßen daher außerordentlich die Änderung des Verpackungsgesetzes mit der Ausweitung der Pfandpflicht bei den Einwegverpackungen. Allerdings ist die Novellierung des Verpackungsgesetzes aus unserer Sicht noch nicht weitreichend genug. Die Einwegpfandpflicht sollte grundsätzlich alle Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff und Getränkedosen – vollkommen unabhängig vom Inhalt – einbeziehen und sich zukünftig auch auf Getränkekartons erstrecken. Nur ein durch Bepfandung der Verpackung gestützter Wertstoffkreislauf sichert eine korrekte Entsorgung und Rückführung und bildet die Grundlage für ein bestmögliches Recycling. Das haben unter anderem Herstel- ler und Vermarkter von Mineralwasser und Erfrischungsgetränken seit Einführung des Einwegpfandes für diese Produktkategorien mehr als unter Beweis gestellt. Insoweit stellt die aktuelle Ausweitung der Pfandpflicht die Branche auch nicht vor unlösbare Herausforderungen. Mit den entsprechenden Vorlaufzeiten kann und wurde diese problemlos umgesetzt. Nachgefragt Die Ausweitung der Pfandpflicht „Hat reibungslos geklappt“ packREPORT 03 / 2022 7 Nachgefragt

Meist gelesen im Monat Februar Unter Berücksichtigung der erforderlichen coronabedingten Hygienevorschriften hat der vorläufige Insolvenzverwalter der Baden Board GmbH, Rechtsanwalt Marc Schmidt-Thieme von der Kanzlei Hoefer I Schmidt-Thieme, die Beschäftigten des mittelständischen Karton- und Verpackungsspezialisten in Gernsbach in einer Mitarbeiterversammlung über den Stand des Insolvenzverfahrens informiert. Die Schumacher Packaging Gruppe übernimmt die Mehrheit an der traditionsreichen Kartonfabrik Kaierde in Delligsen, Niedersachsen. Damit steigert das Familienunternehmen seine Gesamtkapazitäten im Bereich Vollpappe um 50 Prozent von 50.000 Tonnen auf insgesamt 75.000 Tonnen pro Jahr. Kaierde stellt jährlich rund 25.000 Tonnen hochqualitativen Grau- und Braunkarton her. Im neuen Podcast „AUSGEpackT“ des packREPORT sprechen die Redakteure Martin Hirschmann und Matthias Laux mit Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA, über die sichere Durchführung von Messen in Pandemiezeiten, Forderungen an die Politik, das Manko digitaler Formate – und warum er für 2022 trotz allem zuversichtlich ist. Wo ist die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fach- und Führungs- kräften am größten? Warum nimmt der Maschinenbau eine besondere Stellung ein? Welche persönlichen Eigenschaften sind gerade jetzt entscheidend? Exklusiv für den packREPORT blickt Collin Weber von der gleichnamigen Personalberatung in Karlsruhe, auf die aktuelle Job-Situation in der Verpackungsbranche. Der Lockdown imMärz/April 2020 sowie der ab November 2020 geltende Teil-Lockdown haben der Getränkebranche stark zugesetzt. Wie hoch die Auswirkungen für den Getränkefachgroßhandel sind, zeigen Auswertungen der Gedat Getränkedaten GmbH, Hamburg. Basis der Erhebung ist die Anzahl der monatlich belieferten Betriebe im Außer-Haus-Markt durch den Getränkefachgroßhandel. Die Bestreikung der finnischen UPM-Werke geht in die Verlängerung, das teilte die Papierarbeitergewerkschaft mit. Sofern nicht vorher neue Vereinbarungen getroffen werden, soll der Streik bis zum 12.März 2022 verlängert werden. Der Streik bei UPM Pulp, UPM Biofuels, UPM Communication Papers, UPM Specialty Papers und UPM Raflatac begann am 1. Januar dieses Jahres. 1224 Clicks Baden Board: Produktion kann nicht aufrechterhalten werden 671 Clicks Schumacher: Mehrheit an Kartonfabrik Kaierde 522 Clicks Podcast: „Wir brauchen Messen!“ 709 Clicks „Nachfrage nach Fach- und Führungskräften ist weiterhin hoch“ 565 Clicks Trotz Lockdown-Ende: Erholung bleibt unter Vor-Corona-Niveau 451 Clicks UPM Finnland: Streiks gehen weiter 8 packREPORT 03 / 2022 Meist gelesen

Der Verpackungsmaschinenbau sieht sich einer Vielzahl von Veränderungen und Herauforderungen gegenüber, so wie es die Branche in dieser Weise noch nicht erlebt hat. Im Cluster Packaging Valley Germany arbeiten nahezu 100 Unternehmen der Branche gemeinsam daran, dass diese auch mittel- und langfristig erfolgreich bleibt. Der packREPORT dokumentiert die Ergebnisse einer Umfrage vom 9. –11. Februar dieses Jahres. 23 von 98 Packaging Valley-Mitgliedern haben geantwortet: 2021 2021 8 14 1 4 4 5 8 8 16 16 3 12 7 3 3 1 2 8 13 3 0 0 2 5 12 9 4 2 1 4 7 7 9 13 13 6 1 2 7 12 3 2 1 15 2021 2021 2021 2021 2022 / 23 * 2022 / 23 * 2022 / 23 * 2022 / 23 * 2022 / 23 * 2022 / 23 * Quelle: Packaging Valley Germany e.V. Wie ausgeprägt sind die Herausforderungen bei folgenden Themen? 2021 im Vergleich zu 2022/23 Geschäftsverlauf in den Unternehmen 2021 im Vergleich zu 2022/23 Lieferkettenprobleme Fachkräftemangel Zunehmender Wettbewerb aus Asien Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen Umsetzung der Digitalisierungsanforderungen * erwartete Werte * erwartete Werte Sehr stark Stark Weniger Keine Sehr gut Gut Befriedigend Unbefriedigend Packaging Valley WAS DIE MITGLIEDER ERWARTEN 9 packREPORT 03 / 2022 Zahlen des Monats

Till Isensee und Sonja Bähr Laut Online-Wirtschaftslexikon bedeutet Glaubwürdigkeit als Leitmotiv unternehmerischen Handelns, dass „sich die Unternehmung das Vertrauen und die Akzeptanz seiner Stakeholder erhalten oder erhöhen muss, um langfristig überleben zu können“. Eine aktive Glaubwürdigkeitsstrategie steht im Zentrum von drei grundlegenden, gleich- berechtigt zu berücksichtigenden Elementen: (1) Kommuni- katives Handeln. Die Unternehmung hat die Bedürfnisse und Wertvorstellungen der Stakeholder abzuklären und in das eigene Handeln zu integrieren. (2) Verantwortliches Handeln. Das Unternehmen übernimmt die Konsequenzen für bisheriges und zukünftiges Tun. (3) Innovatives Han- deln. Für bestehende Probleme bessere und für neuartige Probleme gute Lösungen finden, um die Akzeptanz bei den Zielgruppen zu erreichen. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das so aus: Die Politik verspielt sich ihre Glaubwürdigkeit, wenn in einem ambitionierten Verpackungsgesetz bei Nichtbefolgen der Paragrafen keinerlei Konsequenzen zu fürchten sind und aufgrund fehlender, standardisierter Vorgaben kaum Kontrollmechanismen greifen. Schon 2023 schlägt für den Handel die Stunde der Wahr- heit. Versprochen werden 100 Prozent recycelbare Verpackungen und mindestens 30 Prozent weniger Material. Solange aber weiterhin Unmengen schwarze geschäumte Trays, schmerzlich überverpackte Produkte und überdimensionierte Mehrfachverbundverpackungen im Verkauf zu finden sind, obwohl es längst Alternativen gäbe, steht es mit der Glaubwürdigkeit und dem Vertrauen in solche Aussagen nicht zum Besten. Ähnlich sieht es bei den Lebensmittelproduzenten aus. Nur zu behaupten, dass eine Verpackung kompostierbar, wie Papier zu entsorgen oder sehr gut recycelbar sei, reicht nicht aus. Um glaubwürdig für eine Veränderung einzustehen, braucht es unabhängige Nachweise dieser Claims. Und auch die Packstoff- und Verpackungshersteller sind in aller Konsequenz bei weitem nicht so nachhaltig und innovativ, wie sie es gerne von sich behaupten. Sicher, nicht alle Lieferanten machen Pauschalaussagen wie „Geht nicht“, „Haben wir noch nie so gemacht“ oder „Haben wir schon immer so gemacht“, wenn der Kunde nach Lösungen fragt. Und selten war die Chance so groß, sich Glaubwürdigkeit zurückzuerobern. Die Branche muss nur endlich bereit sein, unter dem Aspekt des Mangels echte Tabus zu brechen, mit modernen Lösungen mutig voranzugehen und das umfassend zu kommunizieren- auch um das eigene Überleben zu sichern. Internet: tilisco.de Tiliscos Kolumne Hat die Branche ein Glaubwürdigkeitsproblem? Ja, sicher hat sie das! Aber welche Branche ist gemeint? Traurig, aber wahr: Jede! Packstoff- und Verpackungshersteller, Lebensmittelproduzenten, der Handel und auch die Politik. packREPORT 03 / 2022 10 Tiliscos Kolumne

Bild: dfv Bild: Steffen Kugler Bild: Phasin Sudjai / Adobe Stock Hören Sie rein unter: packreport.de/service/podcasts Erneut startete die Messewirtschaft in Deutschland mit Absagen und Verschiebungen in das Jahr 2022. Auch viele Verpackungs-Messen waren und sind bekanntermaßen davon betroffen. Nicht wenige hochrelevante Branchentreffs wurden etwa in die warmen Frühlings- und Sommermonate gelegt. Die Labelexpo Europe wurde gleich komplett ins nächste Jahr verschoben. Zum Zeitpunkt der Aufnahme dieses Podcasts Ende Januar vermeldete der Verband der deutschen Messewirtschaft, dass wenigstens 100 der 390 geplanten Messen bereits in spätere Monate oder das kommende Jahr verschoben oder gestrichen worden seien. Hintergrund seien Messe-­ verbote oder weiter verschärfte Pandemiebestimmungen. Mehr als 46 Milliarden Euro gesamtwirtschaftlicher Schaden verzeichneten den Verbandsangaben zufolge die Messewirtschaft und die damit verbundenen Branchen in den zurückliegenden beiden Corona-Jahren. ... Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA, über die sichere Durchführung von Messen in Pandemiezeiten, Forderungen an die Politik, das Manko digitaler Formate – und warum er für 2022 trotz allem zuversichtlich ist. Matthias Laux ist unser Mann hinter dem Mikrofon. Er spricht aktuell mit ... „Wir brauchen Messen!“ 11 packREPORT 03 / 2022 Auf Sendung

Was die Branche bewegt Noch haben wir es selbst in der Hand! Sind die Klimaziele überhaupt noch zu erreichen? Können wir die Vermüllung der Umwelt weltweit noch stoppen? Die Wissenschaft sagt ja. Aber wir alle müssen mehr tun, vor allem müssen wir es schneller tun. Verpackungen ständig aus neu gewonnenen Rohstoffen herzustellen. Dass die Wirtschaft in Europa viel für den Umweltschutz und Klimawandel tun kann, hat sie in den vergangenen Jahren bewiesen. Das könnte nun auch international umgesetzt werden. Auf der Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UN) in Nairobi wurde ein rechtlich bindendes internationales Abkommen im Kampf gegen Kunststoffe in der Umwelt auf den Weg gebracht. Die Delegationen stimmten einstimmig für die Einsetzung eines sogenannten zwischenstaatlichen Verhandlungskomitees, welches das internationale Abkommen aushandeln soll. Die Vereinbarung soll spätestens Ende 2024 rechtsverbindlich werden. Bei den Verhandlungen über das Abkommen soll der vollständige Lebenszyklus von Kunststoffen unter die Lupe genommen werden. Dazu zählen die Herstellung, der Gebrauch, die Entsorgung im Müll oder die Wiederverwendung. Die Verhandler können zahlenmäßige Höchstgrenzen und verbindliche freiwillige Maßnahmen gegen Plastikmüll an Land und im Meer festlegen. Auch Kontroll- und Hilfsmaßnahmen für ärmere Länder gehören zu dem Verhandlungsmandat. Die Verhandlungen der UN-Umweltversammlung sollen in der zweiten Jahreshälfte beginnen. Sie stehen allen Mitgliedstaaten der UNO offen. Der jetzt veröffentlichte Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC) macht deutlich: Die Weltgemeinschaft wird noch früher und stärker mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert als bislang angenommen, schreibt Prof. Matthias Garschagen von der Ludwig-MaximilianUniversität (LMU) in München. „Die bisherigen Risikoabschätzungen waren zu optimistisch“, so Garschagen. „Wir haben es immer mehr mit Verflechtungen und Komplexitäten im System zu tun, durch die sich Risiken gegenseitig hochschaukeln, etwa wasserbezogene und nahrungsmittelbezogene Risiken. Diese Komplexität hat die Wissenschaft erst in den letzten Jahren verstärkt in den Blick genommen.“ Die Autorinnen und Autoren sehen starke Auswirkungen des Klimawandels in allen Erdregionen und in allen Sektoren, beispielsweise in der Infrastruktur, in Städten, in der Nahrungssicherung, in der Landwirtschaft oder im Fischfang. Deshalb müsse sowohl der Klimaschutz als auch die Klimaanpassung sehr zügig und effektiv vorangetrieben werden. Dabei müsse man wesentlich vorausschauender und integrierter agieren, als es bisher der Fall ist. Aber was haben die Auswirkungen des Klimawandels mit der Verpackungsindustrie zu tun? Eine ganze Menge. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft spart Energie und ist damit klimafreundlicher, als Bild: calypso77 / Adobe Stock 12 packREPORT 03 / 2022 Was die Branche bewegt

CONNECT|M. STANZEN 4.0: DIE ZUKUNFT BEGINNT JETZT. CONNECT|M. Brandneue Software, kombiniert mit verschiedenen Hardwarekomponenten. Kameras, Sensoren und QR-Codes stellen eine Verbindung zwischen Stanzwerkzeug, Maschine und Bediener her. Für maximale Transparenz in Ihrer Verpackungsproduktion. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Stanzens 4.0. connect.marbach.com Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen ist überzeugt, dass ein weltweites Übereinkommen ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem veränderten und positiven Umgang mit Kunststoffen ist. Wissenschaft, Gemeinsinn und Verbindlichkeit müssten die Leitplanken sein. In Anbetracht der vermüllten Meere, wilder Deponien und ihrer Konsequenzen für Flora und Fauna sei die Betonung der Vorzüge von Kunststoffen jedoch keine passende Antwort. Denn einmal in der Umwelt gelandet, werden sehr schnell Nachteile aus der Langlebigkeit des Materials. Die Antwort der deutschen Hersteller lautet: so wenig Verpackung wie möglich, so viel wie nötig. Braucht es die besonderen Eigenschaften des Kunststoffs nicht oder gibt es keine entsprechenden Sammel- und Verwertungsmöglichkeiten vor Ort, sollten Kunst- stoffe nicht genutzt werden. Und Abfälle müssten endlich wie Rohstoffe behandelt werden. Das reduziert Einträge in die Umwelt und entlastet die CO2-Bilanz zusätzlich. Ob nun die von der Industrie initiierte Global Plastics Flow Studie, der Global Plastics Outlook der OECD oder die Meta-Studie des WWF zusammen mit dem AlfredWegener-Institut; die Ergebnisse zeigen: Die Eintragspfade von Kunststoffen in die Umwelt sind vielfältig. Dementsprechend werde es aus Sicht der IK auch nicht die eine Lösung geben. Aber es gebe bereits heute eine Vielzahl an Maßnahmen für einen verantwortungsvollen Umgang und weniger Abfall in der Umwelt. Diese gilt es für mehr Menschen verfügbar zu machen, sie weiterzuentwickeln und breite ökologische und ökonomische Vorteile aus ihnen zu generieren. Darin sieht die IK das große Potenzial eines UN-Abkommens. Während geschlossene Kreisläufe weltweit unterschiedlich definiert würden, bestehe Einigkeit darüber, dass das Sammeln und Sortieren von Abfällen aus Kunststoff oberste Priorität haben muss, um Einträge von Kunststoffen in die Umwelt grundsätzlich zu verhindern. Laut IK müsse dabei regional unterschiedlich gehandelt werden. In Regionen, die nicht über eine effektive Sammlungs- und Verwertungsinfrastruktur für Kunststoffabfälle verfügen, könne es kein „Weiter so“ geben. Das Prinzip der erweiterten Produktverantwortung sei ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Das bedeutet: Wer verpackte Produkte in einer Region in Verkehr bringt, muss dafür Sorge tragen, dass die Verpackungen nach Gebrauch wieder eingesammelt und einer Verwertung zugeführt werden. Und dies sollte nicht nur für Kunststoffverpackungen gelten, sondern für alle Packmittel. Autor: Thomas Röhl

Kam die Dekorationsart IML bislang nur in Kombination mit der Produktionstechnologie Spritzguss zum Einsatz, baut Greiner Packaging mit dem Angebot tiefgezogener IML-Becher nun seine langjährige Kernkompetenz im Bereich Tiefziehen aus. Der Vorteil liegt in der Materialersparnis – für tiefgezogene Becher wird weniger Kunststoff benötigt. Dadurch verursachen sie im Transport weniger CO2. Sowohl Becher als auch IML Label bestehen aus PP, die Monomateriallösung lässt sich so gut rezyklieren. Wo immer machbar, versucht Greiner Packaging auch Recyclingmaterial zum Einsatz zu bringen – noch ist der Einsatz von recyceltem Material für Lebensmittelanwendungen aufgrund strenger Zulassungskriterien aber nur sehr eingeschränkt möglich, aktuell erfüllt nur rPET die nötigen Anforderungen. Greiner Packaging Neuer T-IML- Becher im Portfolio Februar 2022 startete der Vertrieb einer Thermoboxen-Linie aus Naturfasern. Die Thermoboxen werden für den gekühlten Versand von Lebensmitteln und Medikamenten eingesetzt. Bei der neuen Produktlinie Thermocon Nature nutzt Schaumaplast zu nahezu 100 Prozent nachwachsende Rohstoffe wie Gras-, Hanf- oder Holzfasern. Das Unternehmen achte hierbei streng darauf, dass keine für den Verzehr geeigneten pflanzlichen Rohstoffe zum Einsatz kommen. Die Thermocon Nature-Produkte ähneln in ihren Eigenschaften denen klassischer Thermobehälter und schützen den Inhalt genauso gut wie diese, so Schaumaplast. Zudem hinterließen sie nur einen minimalen CO2-Fußabdruck, könnten vollständig recycelt und wieder für die Produktion eingesetzt werden. RF-Sicherheitsetiketten von Checkpoint Systems auf Verpackungen können problemlos über die Gelbe Tonne recycelt werden, das ergab eine aktuelle Überprüfung der PTS. Um sicherzustellen, dass seine Einzelhandelskunden die Recyclingfähigkeit von Produktverpackungen durch das Anbringen von Sicherheitsetiketten nicht negativ beeinflussen, hat Checkpoint Systems zusammen mit PTS eine Reihe von technischen Tests an seiner Etikettenpalette durchgeführt. Der technische Bericht kam zu dem Schluss, dass die Verbraucher ein Checkpoint-Sicherheitsetikett gefahrlos in einer Haushalts-Recyclingtonne entsorgen können. Es ist für ein vollständiges Recycling der Verpackung nicht nötig, das Etikett von der Verpackung zu trennen. Schaumaplast Neue Thermoverpackungen im Portfolio Checkpoint Systems Kreislauf und Sicherheit vereint Bild: Schaumaplast Bild: Greiner Bild: Checkpoint Systems 14 packREPORT 03 / 2022 Neu vorgestellt

Die wachsende Anzahl an Bestellungen im E-Commerce erzeugt mehr Verpackungsmüll. Um diesen auf ein Minimum zu reduzieren und die Transportauslastung zu verbessern, hat Mymuesli zusammen mit Smurfit Kappa nach einer nachhaltigen Verpackungslösung gesucht. Die Effekte sind erheblich: Unter anderem können 50 Prozent Verpackungsmüll eingespart und 30 Prozent mehr Transportvolumen pro LKW erzielt werden. Zum Einsatz kommt eine Verpackungsmaschine CPV-Everest der Firma Sparck Technologies mit einer Kapazität von 1.100 Verpackungen pro Stunde für mehrere oder einzelne Bestellpositionen. Die CVP-Everest ist eine automatisierte Lösung, die dank 3-D-Scanner passgenaue Verpackungen herstellt. Ab sofort kann immer häufiger eine kleine, aber feine Veränderung an den Verschlüssen der PET-EinwegFlaschen aus dem Hause Coca-Cola festgestellt werden. Denn der Deckel bleibt beim Aufschrauben fest mit dem Flaschenhals verbunden. Durch den festen Verschluss ist es einfacher, alle Bestandteile der Flasche zu sammeln und recyceln. Die Flaschen können wie gewohnt am Pfandautomaten zurückgegeben werden. Das Unter- nehmen verändert das Design im Einklang mit der EU-Richtlinie zu Einwegplastikprodukten, nach der Getränkehersteller bis 2024 gewährleisten müssen, dass die Deckel zum Schutz der Umwelt fest an der Flasche verbunden bleiben. Um Verbraucher auf die neuen Verschlüsse aufmerksam zu machen, werden die Deckel bei Coca-Cola Deutschland mit der Beschriftung „Lass’ mich dran!“ gekennzeichnet. Chanel hat eine umweltbewusste Beauty-Linie in einer neuen Verpackung aus nachwachsenden Rohstoffen auf den Markt gebracht: N° 1 de Chanel. Für alle Verpackungen der Pflegelinie N° 1 de Chanel gilt das Ecodesign. Sie sind das Ergebnis der 2018 begonnenen Zusammenarbeit zwischen der Innovationsabteilung für Duft- und Kosmetikverpackungen von Chanel und dem finnischen Start-up Sulapac. Der Deckel der neuen Generation für die N° 1 de Chanel Creme besteht aus 90 Prozent biogenen Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen: FSC-zertifizierte Holzschnitzel, die als Nebenprodukt industrieller Prozesse anfallen, in Kombination mit den Schalen von Kamelienfrüchten. Smurfit Kappa Mymuesli verpackt passgenau Coca-Cola Verschlüsse werden umgestellt Sulapac Chanel im neuen Gewand Bild: Sulapac Bild: Smurfit Kappa Bild: Coca-Cola 15 packREPORT 03 / 2022 Neu vorgestellt

Deutscher Verpackungsrechtstag Mehr Verbote statt Gebote? Beim Deutschen Verpackungsrechtstag diskutierten Mitte Februar in Frankfurt Expertinnen und Experten über Regulierungen im Verpackungsbereich. Es ging dabei auch um Reizthemen wie Kunststoffsteuer, Sonderabgaben oder Littering-Fonds. auch in die Zukunft. Droht ein Verbot von be- stimmten Verpackungsmaterialien – kommt die Kunststoffsteuer? So lautete das Thema einer Paneldiskussion während des Hybridkongresses. Dr. Matthias Klein, Referent im Bundesumweltministerium, berichtete, dass die Evaluierung des Verpackungsgesetzes derzeit in Berlin anstehe. Insgesamt sei man sehr zufrieden, auch wenn sich die neue Regierung anschauen werde, welche Novellierungen nötig seien. Einzelne Materialien zu verbieten, sei keine Lösung, stellte Klein klar. Höchstens Additive, die das Recycling erschweren, könnten aus seiner Sicht verboten werden. „Reine Kunststoffverpackungen können manchmal nachhaltiger als Papierverpackungen sein, bei denen das Produkt schnell verdirbt.“ Kunststoff habe im Verpackungsbereich seine Berechtigung. Man solle aber sparsamer damit umgehen und es in Kreisläufe geben. „Es gibt wunderbare Mehrwegverpackungen aus Kunststoff“, sagte Klein. Entschieden gegen weitere Verbote ist Dr. Markus Pauly, der als Rechtsanwalt und Spezialist für Umweltrecht zahlreiche Mandanten aus dem ToGo-Verpackungsbereich vertritt. Seit 3. 7. 2021 sind gemäß einer Verordnung, die sich auf die EU-Kunststoffrichtlinie bezieht, To-Go-Lebensmittelbehälter und Getränkebecher aus EPS (expandiertes Polystyrol) verboten. Pauly kritisierte, dass unter anderem das Land Berlin zusätzlich das Verbot von Behältern aus XPS (extrudiertes Polystyrol) fordere. Das verwirre und führe zu Problemen. „Man muss Das Verpackungsgesetz hätte schon 20 Jahre früher eingeführt werden sollen. Das sagt der Jurist und Ministerialdirigent a.D., Dr. Thomas Rummler. Er fühle „sich ein bisschen als Geburtshelfer der Verpackungsverordnung“ berichtete er den Teilnehmenden des Deutschen Verpackungsrechtstags, den die Zeitschrift für das gesamte Lebensmittelrecht (ZLR) und packREPORT in der Sofitel Frankfurt Opera veranstalteten. Rummler war vor seiner Pen- sionierung seit 1987 im Bundesumweltministerium und seit 2005 mitverantwortlich für die Einführung der abfallrechtlichen Produktverantwortung im Verpackungsbereich sowie für die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft. Im Rahmen der Veranstaltung, die von packREPORT- Redakteur Matthias Laux moderiert wurde, blickte das Fachpublikum aber nicht nur auf die Genese der Verpackungsverordnungen und Gesetze, sondern Bild: Talaj / Adobe Stock 16 packREPORT 03 / 2022 Veranstaltungen

Special Edition! Seien auch Sie dabei - hier erfahren Sie mehr! www.anugafoodtec.de KÖLN, 26.–29.04.2022 Internationale Zuliefermesse für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie Food Processing | Food Packaging | Safety & Analytics | Intralogistics Digitalisation |Automation | Environment & Energy | Science & Pioneering ONE FOR ALL. ALL IN ONE. Koelnmesse GmbH Messeplatz 1, 50679 Köln Tel. +49 1806 578 866* Fax +49 221 821 99-1020 anugafoodtec@visitor.koelnmesse.de *(0,20 EUR/Anruf aus dem dt. Festnetz; max. 0,60 EUR/Anruf aus dem Mobilfunknetz) Rechtssicherheit schaffen.“ Aus beiden Materialien, die aussehen wie Styropor, gibt es To-Go-Menüschalen oder -Getränkebecher, die den Inhalt warmhalten. „Man sollte es dabei bewenden lassen, was bisher geregelt ist“, so Pauly. Der To-Go-Anbieter könne auch die Mehrwegalternative anbieten, sagte er an die Adresse der Verpackungskritiker. Es drohe eine Überregulierung, so Pauly. „Lebensweisen verändern sich“ Eine ähnliche Meinung vertrat Dr. Carl Dominik Klepper, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt. „Lebensweisen verändern sich, kleinere Verpackungen sind nachgefragt – auch Unterwegs-Verpackungen“, führt er aus. Der Verbraucher sei derjenige, der die Nachfrage regele. Dem widersprach Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft der Deutschen Umwelthilfe. Er nannte das Beispiel einer 0,15-Liter-Dose als unnötige Verpackung. Und es sei bestimmt nicht die Verbraucher, die die Folie für regionale Karotten gefordert hätten. „Mir fallen genug Beispiele ein, für Verpackungen, die man nicht braucht.“ Dem „Sie werden gekauft“ von Klepper entgegnete Fischer: „Aber sie sind nicht umweltfreundlich.“ Dennoch solle man solche Produkte nicht durch Verbote „oder pseudosozialistische Eingriffe“ eingrenzen wollen, konterte Klepper. Beteiligung an Littering-Fonds Klein stellte klar, dass der deutsche Gesetzgeber Verpackungen nicht verbieten könne, das gehe nur auf europäischer Ebene. Eine Möglichkeit sei, über die Beteiligung an Fonds wie einen Littering-Fonds oder eine Kunststoffsteuer, Verpackungshersteller dazu zu bewegen, nachhaltiger zu agieren. Wenn da noch eine Beteiligung am Dualen System hinzukomme, dann habe der Hersteller einige Abgaben für bestimmte Verpackungen zu leisten und somit Hürden zu meistern. Die neue Koalition werde auch Steuer- oder Sonderabgaben prüfen. Allerdings sollte der Gesetzgeber laut Klein dabei aufpassen, dass die Verpackungshersteller dann nicht andere Materialien und Verpackungsarten wählen, mit der sie diese Maßnahmen umgehen können, die aber auch nicht gut zu recyceln sind. Davor hatte auf dem Kongress auch der Generalsekretär der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister, Dr. Alexander Dröge, gewarnt. Autorin: Anna Ntemiris 17 Themengebiet packREPORT 03 / 2022

„Meine Skizzen sind gefürchtet.“ Joachim Kraus lacht. Er ist bester Dinge an diesem sonnigen Januartag, der Mann hinter – und an der Spitze – der Kraus Maschinenbau GmbH, einem Spezialisten für Zuführ- und Vereinzelungssysteme. Für den packREPORT-Besuch im beschaulichen Spaichingen hat sich der passionierte Wintersportler viel Zeit genommen. Er, der Macher und Vor(wärts)denker, empfängt zu Kaffee und belegten Brötchen im ersten Obergeschoss der 2019 neu bezogenen Firmenzentrale – mit Aussicht auf den Dreifaltigkeitsberg. Herr Kraus, zwei Drittel Ihres Umsatzes machen Sie im Pharma-Segment, ein bekanntermaßen sehr anspruchsvoller Markt. Mit welchen Herausforderungen sind Sie als Akteur in diesem Bereich konfrontiert? Und inwiefern haben sich diese vielleicht mit der Zeit gewandelt? Joachim Kraus: Als Premiumhersteller haben wir den Anspruch, allen Kunden, egal aus welcher Branche, Maschinen mit einwandfreier Funktion und entsprechenden Wirkungsgraden zu liefern. Neben zuverlässiger Funktion verlangen Kunden aus dem Pharma-Bereich eine umfangreiche Dokumentation und Validierungen, die den Prozess und die Funktion beschreiben. Die vergangenen beiden Jahre waren zudem geprägt durch die Corona-Pandemie. So standen zuletzt Maschinen im Zusammenhang mit der Impfstoffherstellung und der Herstellung von Coronatests im Fokus. Joachim Kraus spricht über Messen, Herausforderungen und E-Commerce. Kraus Maschinenbau „Marktgetrieben bedeutet, dass wir unseren Kunden zuhören“ 18 packREPORT 03 / 2022

Außen Wellpappe. Und innen WOW-Pappe. www.wellpappen-industrie.de Versandkartons aus Wellpappe. Sie haben die Kraus Maschinenbau GmbH im Jahr 2008 gegründet. Was war Ihre Motivation? Gab es selbst gesteckte Ziele? Und: Haben Sie diese inzwischen gar erreicht? Kraus: Meine unternehmerische Tätigkeit erlaubt mir, eigenständig zu agieren, eigene Ideen umzusetzen und die eigene Produktstrategie zu verfolgen. Ich muss keinem Vorgesetzten Rechenschaft leisten und kann so Entscheidungen treffen, die das Unternehmen nach vorne bringen. Die Entscheidung, vorhandene Ressourcen auf die Pharmabranche zu konzentrieren, wäre im Angestelltenverhältnis nicht so einfach umzusetzen gewesen. 13 Jahre nach der Gründung sind die damals gesteckten Ziele zum Großteil erreicht. Als agiles und dynamisches Unternehmen bleiben wir nicht stehen, sondern entwickeln uns ständig weiter und so ändern sich auch die Ziele. Aus ursprünglich fünf Beschäftigten sind mittlerweile 45 geworden. Wie würden Sie sich als Chef und Vorgesetzter beschreiben: mehr Kontrolle – oder mehr Eigenverantwortung? Kraus: Für mich steht das eigenverantwortliche Handeln der Mitarbeiter im Vordergrund. Damit Mitarbeiter aber eigenverantwortlich handeln können, benötigen sie klar definierte und kommunizierte Ziele, die auch regelmäßig abgestimmt werden müssen. Von Ihnen stammt der Satz: „Wir sind marktgetrieben.“ Bleibt da überhaupt noch Raum und Zeit für selbst initiierte Ideen und deren Umsetzung? Falls ja, ein Beispiel, bitte. Kraus: Marktgetrieben bedeutet, dass wir unseren Kunden zuhören und deren Anforderungen und Bedürfnisse erfassen. Daran richten wir die Entwicklung unserer Maschinen und Komponenten aus. Zwischenzeitlich haben wir uns auch die Freiräume geschaffen, dass wir selbst entscheiden können, welche Ideen wir umsetzen. Ein Beispiel aus der näheren Vergangenheit wären hier nachhaltige Für mich steht das eigenverantwortliche Handeln der Mitarbeiter im Vordergrund. Joachim Kraus Geschäftsführer Kraus Maschinenbau GmbH Bild: Kraus Bild: Haller Industriebau packREPORT 03 / 2022

Kartontrays für die sichere Verpackung und den sicheren Transport von Impfstoff-Vials. Um das Thema E-Commerce kommt ja in der Verpackungsbranche fast keiner mehr umher. Sie auch nicht? Der Hunger nach innovativen Lösungen in diesem Bereich, man denke nur an den Food-Bereich, soll ja riesig sein. Kraus: Wir liefern schon seit vielen Jahren Rechnungsdruckmodule und Werbeeinwurfmaschinen in den E-Commerce-Bereich. Daneben bieten wir auch eine semiautomatische Verpackungslösung an, die mit Papiertüten komplett die Folienverpackung ersetzen kann. Diese findet sowohl im traditionelle E-Commerce-Geschäft als auch im aufkommenden Food-Bereich Anwendung. Alle Marktprognosen für den E-Commerce sehen in den kommenden Jahren weiterhin hohes Wachstum im E-Commerce und so wollen auch wir weiter wachsen. Lassen Sie uns noch einen Blick auf die kommenden Monate werfen. Ihr Unternehmen wird ja gleich auf mehreren Messen Präsenz zeigen. Mit welchen Erwartungen gehen Sie diese Branchenevents an? Verspüren Sie Vorfreude? Kraus: Messen und Austausch mit Kunden und Interessenten sind für marktgetriebene Unternehmen wie die Kraus Maschinenbau GmbH immer ein besonderes Highlight. Hier können neue Trends antizipiert oder Neuentwicklungen einem fachkundigen Publikum präsentiert werden. Insbesondere letzteres war in den vergangenen beiden Jahren kaum möglich und so erwarte ich, dass auf den kommenden Messen viele Neuheiten präsentiert werden, so auch von uns. Aktuell wird die Messeplanung durch die vielen Verschiebungen und Ausfälle erschwert. Ich gehe davon aus, dass wir dieses Jahr erste Tendenzen erkennen können, welche Messen in Zukunft Geltung haben werden und welche Messen auf Dauer verschwinden könnten. Kraus Maschinenbau GmbH ist ein junges, dynamisches Unternehmen, das Expertenlösungen für das Spenden, Zählen, Vereinzeln, Zuführen und Positionieren von Papier und flachen Produkten bis 30 mm Dicke bietet. Das können Papierbögen, Broschüren, Booklets, Kunststoffprodukte, Waren- proben, Sachets, CDs, ISO-Karten (z.B. Kunden- und Wertkarten), Gruß- und Glückwunschkarten, Karton- und Faltschachtelzuschnitte, Etiketten (auch mehrlagig) u. v. m. für alle denkbaren Branchen und Anwendungen sein. Häufig findet man die Systeme von sierungs- und Sicherheitskonzepten. Bei den Standardgeräten und bei allen kundenspezifischen Sonderlösungen steht Zuverlässigkeit, Verfügbarkeitsgrad und einfache, sichere Bedienbarkeit im Vordergrund. Nicht immer steht Kraus auf dem Produkt, es entstehen auf diesem Wege auch OEM-Lösungen für namhafte Maschinen- und Anlagen- bauer, die weltweit Einsatz finden. In Deutschland arbeitet Kraus mit Handels- agenturen und Exklusivhändlern, in Europa bestehen für die verschiedenen Anwendermärkte Vertriebs- und Service- partnerschaften. Kraus in Kombination mit Veredelungsschritten wie z. B. dem Bedrucken, Prägen, Etikettieren, Prüfen, Abstapeln, Verpacken etc. Den Einstieg für eine kundengerechte Lösung findet Kraus im Projektgespräch, bei dem die Aufgabenstellung analysiert, diskutiert, und in der Umsetzung dann für einen größtmöglichen Kundennutzen ausge- legt wird. Die so entstehenden Ma- schinenkomponenten und Anlagen finden Anwendung im Maschinenbau für die Verpackungs- und Kennzeichnungsindustrie, in der Druckweiterverarbeitung, Lettershops sowie in PersonaliBild: Kraus 20 packREPORT 03 / 2022 Titelstory

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Biotechnologisch hergestellte Medikamente gewinnen immer mehr an Bedeutung – eine Entwicklung, die nicht nur die Pharmabranche, sondern auch die Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen vor ganz neue Herausforderungen stellt. Kleine Füll- und Verschließsysteme Robotereinsatz im Reinraum Isolator sogar für verschiedene Packmittel und Prozesse verwendet werden. Die speziellen Produktionsmodule können hier ganz einfach wie ein Arbeitstisch aus dem Isolator herausgefahren und durch ein anderes ersetzt werden. Bei der Entwicklung entschied man sich bewusst für packmittelspezifische Maschinenmodule. Diese Fokussierung führt zu einer höheren Prozesssicherheit, geringeren Validierungsaufwänden sowie einer hohen Robustheit des Verarbeitungsprozesses. Große Flexibilität und schneller Chargenwechsel werden einerseits durch den einfachen und schnellen Modulwechsel, andererseits durch kurze Zykluszeiten bei der Sterilisation des Isolators erreicht. Das einfachste Modul ist ein spezieller Arbeitstisch, der mit unterschiedlichsten Laborgeräten oder Halbautomaten individuell bestückt werden kann. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Module, zum Beispiel eine vollautomatische Maschine zum Füllen und Ging es lange Jahre darum, häufig gebrauchte Arzneimittel in großen Mengen schnell und kostengünstig zu produzieren, so sind es heute oft kleine Chargen, die es möglichst effizient zu verarbeiten gilt. Neben den vollautomatischen Hochleistungsanlagen, die auf dem Pharmamarkt natürlich immer noch gefragt sind, wünschen sich die Pharmahersteller deshalb mehr und mehr kleine flexible Abfüll- und Verpackungssysteme. Der Einsatz von Robotern bietet hier große Chancen – an sie werden aber auch ganz spezielle technische Anforderungen gestellt. Isolator und Abfüllmaschine sind in der Regel fest miteinander verbunden – eine gute Lösung für mittlere und große Chargen. Damit sich die Anschaffung von Isolatortechnologie auch für kleine Chargen rechnet, sind inzwischen standardisierte Isolatoren auf dem Markt, um die Kosten zu senken. Doch in Sachen Flexibilität ist die Technik nun schon einen Schritt weiter. So kann heute ein standardisierter Der Automatisierungsgrad wird erhöht durch die Entwicklung eines Moduls zum vollautomati- schen Öffnen von Tubs und zum Denesten von Ready-to-Use (RTU)-Vials. 22 packREPORT 03 / 2022 Technik

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