packREPORT 1-2/2022

Produktion „WIR HELFEN UNSEREN KUNDEN, DIE PERSPEKTIVE ZU WEITEN“ Seite 18 Materialien ALS LAIE IM VERPACKUNGSMARKT Seite 40 Technik ZUKUNFTSFÄHIGKEIT INKLUSIVE Seite 20 D3896E | 54.Jahrgang | 01-02/2022 Das Fachmagazin für industrielles Verpacken

Smarte Lösungen für klinische Studien More than just labels › PROJEKTMANAGEMENT › PRODUKTENTWICKLUNG › LABELDESIGN › ROUTING › VERBLINDUNGEN › OVERPRINTING › SMART LABELS › FALTSCHACHTELN UND INLAYS faubel.de EFFIZIENTE PROZESSE Die Faubel-Gruppe hat sich von einem Spezialisten für die Kennzeichnung klinischer Prüfmuster zu einem Multi-Service-Provider entlang der Lieferkette entwickelt. INDIVIDUELLE KENNZEICHNUNGEN UND SERVICES

Süßes oder Genaueres! Rund 6.000 Fachbesucher an vier Messetagen – so lautete die Bilanz der Koelnmesse GmbH. Und auch der packREPORT war auf der ProSweets 2022 in der Dom- stadt unterwegs: Unser Redakteur Matthias Laux klärt etwa im Video-Interview mit Witali Neumann, Kaufmännischer Leiter bei der Chocal Packaging Solutions GmbH, Schwäbisch Gmünd, warum das Unternehmen begonnen hat, sich noch mit anderen Packstoffen als mit Aluminium zu beschäftigen – und was die größten Herausforderungen auf diesem Weg sind. Oder mit Christoph Krombholz, Marketing Manager bei der Loesch Verpackungstechnik GmbH, Altendorf, was die Kompaktheit einer Verpackungsmaschine mit Effizienz zu tun hat – und wie er die Resonanz auf die unternehmenseigene Weltpremiere in Köln wahrgenommen hat. Klicken Sie sich doch einfach durch unsere Videos! Bild: 3d_kot / Adobe Stock 3 packREPORT 01-02 / 2022 Auf Sendung

22 „Klebstoffe sind mehr denn je gefragt!“ Das 46. Münchener Klebstoff- und Veredelungs- Symposium (MKVS) hatte einen klaren Fokus: Haftklebstoffe. Wir waren vor Ort und sprachen exklusiv mit MKVS-Organisator Stephan Hinterwaldner. WAS DIE BRANCHE BEWEGT 12 Kommt die Einweg-Verpackungssteuer? 2020 startete die Deutsche Umwelthilfe die Aktion „Plastikfreie Städte“ und befragte 130 Städte und Landkreise nach ihren Maßnahmen gegen Plastikmüll. Damals war die Bilanz ernüchternd. TITELSTORY 18 „Wir helfen unseren Kunden, die Perspektive zu weiten“ Schubert-Consulting ist ein Geschäftsbereich der Schubert Packaging Systems. Auf Basis jahrzehntelanger Expertise im Verpackungsbereich beraten Michael Graf, Director Consulting, und sein Team Kunden zu allen Prozessen rund um das Verpacken. TECHNIK 20 Zukunftsfähigkeit inklusive Bereits seit vielen Jahren entwickelt Koch Pac-Systeme Maschinen für die Verpackung medizinischer Produkte. Nun wählte Sharp die Expertise von Koch – und das bei einem „ausgesprochen ehrgeizigen Zeitplan“. 44 Bypass-Lösung für schnelle Verpackung Robopac installierte bei Tubex vollautomatische Dreharm-Wickelmaschinen. Diese sollten nicht nur den aktuellen Ansprüchen genügen, sondern auch für künftige Kunden- vorgaben gerüstet sein. 46 Mit der Speedmaster CX 104 auf Erfolgskurs Die neue Universalmaschine von Heidelberg ist für immer mehr Kunden eine attraktive Investition. So konnte Heidelberg bereits mehr als 1000 Druckwerke verkaufen und unterstreicht damit die Markterholung im Kerngeschäft des Unternehmens. 48 Fehlerfreie Qualitätskontrolle Zumindest in der Theorie sollten Verpackungen per se keine Mängel aufweisen. Das hat auch Cartotecnica Jolly Pack erkannt und rüstete seine Expertfold 110 A2 mit dem Qualitätssicherungssystem Accucheck aus. Cover / Titelstory: Gerhard Schubert 4 packREPORT 01-02 / 2022 Inhalt

50 Nachhaltiger Großzeichendruck Mit der Einführung des Cx350i unterstreicht Domino sein Engagement „mehr zu tun“, um Hersteller beim Erreichen ihrer Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. REPORT VERPACKUNG + LOGISTIK 26 Jobmotor und unverzichtbar für den Alltag Eine flexible, schnelle und innovative Logistik ist unerlässlich, um Verpackungen und damit Waren des täglichen Bedarfs, Medikamente und Industriegüter lokal und global zu befördern. Logistik ist eine Wachstumsbranche. 35 Zahlen und Fakten 36 Intelligente Verpackung wird wichtiger Experten sehen viele technische Potenziale, um Logistikprozesse effizienter zu machen. Die Verpackung wird zunehmend zum Informa- tionsträger. MATERIALIEN 40 Als Laie im Verpackungsmarkt Vetain produziert vegane Proteinpulver und vertreibt diese über den eigenen Onlineshop. Dabei legt das Start-up besonderes Augenmerk auf eine nachhaltige Verpackung und faire Produktion. VERANSTALTUNGEN 42 Messetrio geht an den Start Nach Anzeichen für eine allgemeine Erholung bieten die Ausgaben der ICE Europe, CCE International und Inprint Munich vom 15. bis 17. März 2022 in München erstmals wieder die Gelegenheit für persönliches Geschäftstreiben und Networking. LOGISTIK 53 Effektiver Energy-Harvesting-Einsatz Das IoT und der damit verbundene Informationsaustausch verursacht einen erhöhten Datenstrom, der wiederum den Energiebedarf steigert. Verstärkt wird das Problem durch das Nachrüsten von Systemen mit Sensoren für die Zustandsüberwachung (Condition Monitoring). RUBRIKEN 3 Auf Sendung – neue Videos 6 Nachrichten 7 Nachgefragt 8 Meist gelesen 9 Zahlen des Monats 10 Tiliscos Kolumne 11 Kommentar 14 10 Verpackungsgebote 16 Neu vorgestellt 56 Auf Sendung – neuer Podcast 56 Hersteller- und Lieferantenverzeichnis 57 Impressum 58 Last but not least 5 packREPORT 01-02 / 2022 Inhalt

In aller Kürze Unternehmen Nachrichten Gerresheimer Erweitert Vials-Produktion SIG Übernimmt Scholle IPN Wiegand-Glas Produktionsstart verschoben Schumacher Mehrheit an Kaierde Die Schumacher Packaging Gruppe übernimmt die Mehrheit an der Kartonfabrik Kaierde in Delligsen, Niedersachsen. Damit steigert das Familienunternehmen seine Gesamtkapazitäten im Bereich Vollpappe um 50 Prozent auf insgesamt 75.000 Tonnen pro Jahr. „Die Kartonfabrik Kaierde ergänzt unsere Aktivitäten im Bereich Vollkarton hervorragend. In Zeiten von Nachfragesteigerung und Produktionseng- pässen aufgrund knapper Ressourcen bieten wir unseren Kunden durch diese Übernahme solide Zukunftsperspektiven und gewährleisten ihnen auch künftig Versorgungssicherheit“, erklärt Hendrik Schumacher, Geschäftsführer der Schumacher Packaging Gruppe. Kaierde ist seit mehr als 30 Jahren im Markt etabliert. Auch nach dem Einstieg von Schumacher Packaging bleibt die Familie Gravenkamp beteiligt. SIG hat bekannt gegeben, dass man eine Vereinbarung zur Übernahme des privat gehaltenen US-Unternehmens Scholle IPN abgeschlossen hat. Die Transaktion wird durch 33,75 Millionen SIG-Aktien, die aus dem bestehenden genehmigten Kapital aus- gegeben werden, und 370 Millionen Euro in bar finanziert; die bestehenden Schulden von Scholle IPN werden bei Abschluss der Übernahme refinanziert. Die Transaktion wird voraussichtlich vor Ende des dritten Quartals 2022 abgeschlossen werden. Das 1945 gegründete Unternehmen Scholle IPN ist ein führender Innovator im Bereich nachhaltiger Verpackungen. Scholle IPN ist SIG-Angaben zufolge Erfinder und Welt- marktführer von Bag-in-Box-Verpackungen (2 Liter bis 1.500 Liter Fassungsvermögen) und die Nummer zwei bei Standbeuteln (50 Milliliter bis 500 Milliliter). Durch die Übernahme wird das Portfolio von SIG sowohl auf größere als auch auf kleinere Formate ausgeweitet, heißt es aus der Schweiz. Gerresheimer erweitert seine Kapazitäten für Glas-Vials am Standort Wertheim und an zwei Standorten in China und den USA. Das Unternehmen investiert in die Produktion in Wertheim, um die Vials-Kapazität um 150 Millionen Fläschchen pro Jahr zu erhöhen und will dafür 70 neue Arbeitsplätze schaffen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert die Investition im Rahmen der Bundesförderung von Produktionsanlagen von Borosilikatrohrglas und Glas-Vials zur Verwendung in der Impfstoffproduktion. Gerresheimer ist schon jetzt einer der weltweit größten Hersteller der unter anderem für Impfkampagnen benötigten Produkte. Bisher hat das Unternehmen den europäischen Bedarf an Vials vornehmlich aus den Werken in Boleslawiec (Polen) und Chalon (Frankreich) bedient. Das Werk in Wertheim wird durch die Investition zu einem der führenden Standorte der Vial-Produktion in Europa, heißt es seitens des Unternehmens. Nachdem bereits 2020 am neu gebauten Standort in Schleusingen eine Weißglaswanne in Betrieb ging, sollte im Januar 2022 eine Braunglaswanne folgen. Der Produktionsstart dieser Schmelzwanne muss in das zweite Quartal verschoben werden. Das verringere die Braunglaskapazität erheblich, da bereits in der Weihnachtswoche die alte Schmelzwanne am Standort Schleusingen außer Betrieb ging. Die Versorgungslage und die Kostensituation bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen habe sich derart zugespitzt, dass ein erhebliches betriebswirtschaftliches Risiko bestehe. Im weiteren seien die Krankenstände außerordentlich hoch und „eine fünfte Corona-Welle liegt vor uns“, so Wiegand-Glas. „Die Gefahr, dass ein geregelter Betriebsablauf nicht mehr gewährleistet werden kann, steigt dadurch stark an.“ Gmund Papier expandiert nach Frankreich: Seit dem 17. Januar 2022 gehört die Papierfabrik Cartonnerie Jean FG, mit Sitz im Herzen Frankreichs, zu Gmund Papier. Damit sichert sich die Papierfabrik Gmund eigenen Angaben zufolge zusätzlich erhebliche Kapazitäten für die Herstellung ökologischer Kartonqualitäten auf 100 Prozent Recycling-Basis und baut sein Know-how für zukunftsträchtige Lösungen aus alternativen Rohstoffen kontinuierlich aus. Die Messe Düsseldorf verschiebt die ProWein in Abstimmung mit den beteiligten Partnern und Verbänden auf den 15. bis zum 17. Mai 2022. Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens und der sich schnell ausbreitenden OmikronVariante war die Veranstaltung zum ursprünglich geplanten Zeitraum vom 27. bis zum 29. März 2022 nicht mehr haltbar. Übernahme der TVI-Anteile abgeschlossen: Mit dem planmäßigen Ausscheiden von Thomas Völkl als geschäftsführender Gesellschafter der TVI Entwicklung und Produktion GmbH zum 31. Dezember 2021 übernimmt die Multivac Sepp Haggenmüller SE & Co. KG vollständig die Anteile von TVI in Bruckmühl. Als Marktführer für Fleischportionier- maschinen gehört TVI bereits seit Januar 2017 zur Multivac Gruppe. Verschiebung wegen Corona – Biofach und Vivaness 2022 finden Ende Juli statt: Um dem vielfachen Wunsch der bereits angemeldeten Aussteller gerecht zu werden und maximale Planungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen, so die NürnbergMesse, gibt es einen neuen Termin für die internationale Bio- und Naturkosmetik-Community im Sommer. Ursprünglicher Messetermin war im Februar 2022. Und: Nach intensiven Beratungen mit den im Messebeirat der BrauBeviale vertretenen Unternehmen und Verbänden hat die NürnbergMesse als Veranstalter nun entschieden, die BrauBeviale 2022 vom 8. bis 10. November 2022 auszusetzen. 6 packREPORT 01-02 / 2022 Nachrichten

Dass Papier zu einem begehrten und knappen Rohstoff geworden ist, darf seit Monaten als Allgemeinplatz gelten. Neben den damit verbundenen Kostensteigerungen – welche Auswirkungen hat diese Entwicklung noch auf die Verpackungsbranche? Deutschlands Papier-Spitzenverband äußert sich. Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie wird seit diesem Jahr auf Bundesebene einheitlich von dem wirtschafts- und sozialpolitischen Spitzenverband „Die Papierindustrie e.V.“ vertreten. Verfügbar- keit, Lieferengpässe, Rohstoffe, Preisentwicklung – lesen Sie die Antworten exklusiv beim packREPORT: Es trifft zu, dass es derzeit europaweit zu temporären Lieferengpässen kommt. Dies betrifft vor allem grafische Papiere. Hintergrund sind die seit 2009 an die sinkende Nachfrage angepassten Kapazitäten, die jetzt einer nach dem Lockdown sprunghaft angestiegenen Nachfrage nach Printwerbung gegenüberstehen. Klassische Buchdruckpapiere werden in Deutschland übrigens nicht hergestellt. Im Bereich der Verpackungen gibt es ebenfalls eine starke Nachfrage. Dort kommt es aber eher nicht zu Engpässen. Die Situation ist angespannt, nicht nur bei den Sekundär-, sondern auch bei den Primärrohstoffen. Dies wirkt sich auf die Preise aus. Im grafischen Bereich fehlen jetzt im Altpapier vor allem jene Sorten, die für die Herstellung grafischer Recyclingpapiere benötigt werden. Die dort benötigten Zeitungen und Zeitschriften wurden im vergangenen Lockdown erst gar nicht gedruckt. Ist der Papierbedarf der Verpackungsbranche 2021 größer geworden? Falls ja, in welcher Größenordnung? Ja, der Absatz für Verpackungspapiere und -karton ist in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres um 6,7 Prozent gewachsen. Ist die Papierversorgung der Verpackungsbranche aktuell/zukünftig in Gefahr? Die Versorgung ist nicht gefährdet. So ist zum Beispiel auch die Produktion in den ersten elf Monaten um 7,1 Prozent gestiegen. Allerdings werden die Her- steller durch hohe Rohstoff- und Energiepreise belastet – und dies an ihre Kunden weitergeben. Bierabsatz 2021 erneut gesunken Aluminiumtuben Robuste Marktlage Die Ablieferungen von Aluminiumtuben und Aerosoldosen in den deutschen Markt waren 2021 trotz anhaltender COVID-19- Belastungen stabil. Die Nachfrage zog im zweiten Halbjahr deutlich an und führte zu einem insgesamt zufriedenstellenden Ergebnis für die Branche. Während die Nachfrage nach pharmazeutischen und kosmetischen Produkten aufgrund rückläufiger Arztbesuche, anhaltender Mobilitätsbeschränkungen und reduzierter Freizeitaktivitäten im Jahr 2021 eher verhalten war, nahm die Nachfrage nach Lebensmittel-, technischen und Haushalts- produkten deutlich zu, da die Verbraucher mehr Zeit in ihren eigenen vier Wänden verbrachten. Zulegen konnte 2021 auch die Nachfrage nach Aluminium-Kartuschen, -Hülsen, -Fläschchen und -Röhrchen, wo bestehende Märkte ausgebaut und neue Märkte entwickelt werden konnten. Die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager haben 2021 insgesamt rund 8,5 Milliarden Liter Bier abgesetzt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sank damit der Bierabsatz gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent beziehungsweise 187,7 Millionen Liter. Bereits 2020 war der Bierabsatz um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Staaten außerhalb der Europäischen Union (EU) eingeführte Bier nicht enthalten. 81,5 Prozent des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Der Inlandsabsatz sank im Vergleich zu 2020 um 3,4 Prozent auf 7,0 Milliarden Liter. Gegenüber 2019, dem Jahr vor der Corona-­ Krise, war der Inlandsabsatz 2021 um 8,6 Prozent niedriger. Steuerfrei (als Exporte und als Haustrunk) wurden 1,6 Milliarden Liter Bier abgesetzt. Das waren 4,0 Prozent mehr als 2020 und 2,0 Prozent weniger als 2019, so Destatis. Nachgefragt Bild: wstockstudio / Adobe Stock „Die Versorgung der Verpackungsbranche ist nicht gefährdet“ packREPORT 01-02 / 2022 7 Nachrichten

Meist gelesen im Monat Januar Der Lockdown imMärz/April 2020 sowie der ab November 2020 geltende Teil-Lockdown haben der Getränkebranche stark zugesetzt. Wie hoch die Auswirkungen für den Getränkefachgroßhandel sind, zeigen Auswertungen der Gedat Getränkedaten GmbH, Hamburg. Basis der Erhebung ist die Anzahl der monatlich belieferten Betriebe im Außer-Haus-Markt durch den Getränkefachgroßhandel. Dass Papier zu einem begehrten und knappen Rohstoff geworden ist, darf seit Monaten als Allgemeinplatz gelten. Neben den damit verbundenen Kostensteigerungen – welche Auswirkungen hat diese Entwicklung noch auf die Verpackungsbranche? Deutschlands Papier-Spitzenverband äußert sich auf Anfrage von packREPORT.de. Corona und kein Ende – es war das Branchenthema in den vergangenen Tagen: Vor dem Hintergrund von möglicherweise verkürzten Quarantäne- und Isolationsfristen für bestimmte Industriesparten kam mehrfach und vielerorts die Frage auf, ob denn die Verpackungsunternehmen in Deutschland auch offiziell zu dieser besagten „kritischen Infrastruktur“ gehören. Ein Meinungsbild auf packREPORT.de. Unter Berücksichtigung der erforderlichen coronabedingten Hygienevorschriften hat der vorläufige Insolvenzverwalter der Baden Board GmbH, Rechtsanwalt Marc Schmidt-Thieme von der Kanzlei Hoefer I Schmidt-Thieme, die Beschäftigten des mittelständischen Karton- und Verpackungsspezialisten in Gernsbach in einer Mitarbeiterversammlung über den Stand des Insolvenzverfahrens informiert. In der jüngeren Vergangenheit gab es an der Verpackung von Listerine, einer antibakteriellen Mundspülung aus dem Hause Johnson & Johnson, nur wenige Veränderungen. Als der packREPORT-Redaktion vor wenigen Wochen auffiel, dass die Verschlusskappen auf den Kunststoff-Flaschen plötzlich transparent waren, war der Spürsinn geweckt. Die Antworten des US-Konzerns lesen Sie auf packREPORT.de. Lieferengpässe, Rohstoffknappheit, explodierende Kosten – auch die Verpackungsindustrie ist von diesen Entwicklungen stark betroffen. Der packREPORT hat beim Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) nachgefragt, wie denn all dem aktuell zu begegnen sei. Die Antwort, die aus naheliegenden Gründen wirklich alle Marktteilnehmer interessieren sollte, lesen Sie exklusiv bei uns. 704 Clicks Trotz Lockdown-Ende: Erholung bleibt unter Vor-Corona-Niveau 624 Clicks „Die Versorgung der Verpackungs- branche ist nicht gefährdet“ 504 Clicks Zählt die Verpackungsindustrie zur „kritischen Infrastruktur“? 683 Clicks Baden Board: Produktion kann nicht aufrechterhalten werden 576 Clicks Warum Listerine plötzlich transparente Verschlusskappen hat 436 Clicks BME: „Einkaufsstrukturen an die Corona-Bedingungen anpassen“ 8 packREPORT 01-02 / 2022 Meist gelesen

Irand 2022 Schottland 2022 Island 1989 Norwegen 1999 Schweden 1984 Finnland 1996 Estland 2005 Lettland 2022 Litauen 2016 Deutschland 2003 Kroatien 2006 Dänemark 2002 England 2024 Niederlande 2005 | 2021 | 2023 Luxemburg 2020 Slowakei 2022 Österreich 2022 Rumänien 2022 Malta 2022 Türkei 2023 Stand: 12 / 2021 VERBREITUNG DES PFANDSYSTEMS IN EUROPA Quelle: TOMRA Systems GmbH Portugal 2023 Griechenland 2023 Pfandsystem beschlossen Pfandsystem implementiert 9 packREPORT 01-02 / 2022 Zahlen des Monats

Till Isensee und Sonja Bähr Um die Freude zu verstehen, schauen wir ein wenig zurück. Im Januar 2017 wurde die britische Organisation „A Plastic Planet“ mit dem Ziel gegründet: „Die Welt zu entflammen und zu inspirieren, den Plastikhahn zuzudrehen“. 2019 wurde das „Plastic Free Certification Mark“ eingeführt. Supermärkte in England und Holland bestücken seitdem werbewirksam ganze Regalgänge mit „plastikfreien“ Verpackungen. Die Anforderungen, um das Zeichen aufbringen zu dürfen, sind denkbar einfach: Die Verpackung muss aus kompostierbaren Materialien (Biomaterialien) – die zertifiziert kompostierbar sind und mindestens 50Prozent biobasierten Kohlenstoff enthalten, bestehen. Das heißt, jede Verpackung, die die anerkannte, international gültige Norm DIN EN 13432 erfüllt, kann das „plastic free“ Zeichen aufbringen, auch wenn hier nach 12 Wochen Kompostierung unter definierten Bedingungen immer noch 10 Prozent Reststoffe abgesiebt werden dürfen – inklusive nicht abbaubarer Kunststoffe. Und genau darin liegt das größte Missverständnis: in der Begrifflichkeit. Wenn das Siegel „plastic free“ kommuniziert, gibt es ja nur wenig Zweifel, was die mutmaßliche Erwartung eines normal informierten, angemessen auf- merksamen und verständigen Durchschnittsverbrauchers zur Bedeutung sein kann, nämlich: kein Plastik, frei von Plastik, nichts, was wie Plastik aussieht, auch kein Bioplastik oder aus „nachwachsender Cellulose“. Finde den Fehler: die Hersteller von kompostierbaren Materialien lachen sich ins Fäustchen, die Abfüller freuen sich über einen starken Claim im Regal und der Verbraucher wird veräppelt, weil es sich um einen klaren Fall von Greenwashing handelt. Das hat „A Plastic Planet“ nun offenbar auch erkannt, sicher auch, weil wir von TILISCO bestimmt nicht die einzigen waren, die auf diesen offensichtlichen Missstand hingewiesen haben. Natürlich gibt man sich keine Blöße, sondern begründet den Rückzug mit Interessenkonflikten, ah ja! Uns und unsere Kunden freut es, aber es bleibt ein schaler Nachgeschmack. Die Nachhaltigkeit wird nur allzu leicht für Marketingversprechen ausgenutzt, dabei muss der ambitionierte Anspruch erhalten bleiben, Ressourcen maximal zu schonen und die bestmögliche Verpackungslösung, gemessen an den Anforderungen des Produkts, ohne Greenwashing zu finden! Internet: tilisco.de Tiliscos Kolumne Teilsieg errungen, aber nichts gewonnen! Der Anbieter des „plastic free“ Zeichens gibt auf und wird keine Zertifikate mehr ausstellen. Wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt jemals von einem Siegel oder zertifizierten Nachweis sprechen konnte. Noch nie haben wir zwei Kolumnen zu genau dem gleichen Thema geschrieben, aber diesmal lohnt es sich, denn es gibt etwas zu feiern. packREPORT 01-02 / 2022 10 Tiliscos Kolumne

DAS GEHT EINFACHER. Für Kunden. Und für Sie. Vor allem im E-Commerce braucht es effiziente Klebstoff-Auftragslösungen. Wir zeigen sie Ihnen – exklusiv beim virtuellen Robatech Solutions Showcase vom 15. bis 17. März 2022. Jetzt online anmelden: robatech.com/de/solutions-showcase Kommentar Umweltschutz schlägt Systemrelevanz? Ich habe in den vergangenen Wochen viel gelernt. Als regelmäßige Leserin und regelmäßiger Leser unseres exklusiven packREPORT-Newsletters wissen Sie das längst. Insbesondere die Vorbereitung auf meine Moderation des Deutschen Verpackungsrechtstages hat mich mit Menschen und Erkenntnissen zusammengebracht, die viele Dinge noch einmal in ein ganz anderes Licht setzen. Lassen Sie uns noch einmal ein wenig über das Ver- bot von Einweg-Kunststoffprodukten philosophieren, das seit dem 3. Juli 2021 in Kraft ist. Sie wissen es besser als ich: Unter anderem Einwegbesteck und -geschirr aus Plastik dürfen zum besagten Datum EU-weit nicht mehr produziert werden. Gleiches gilt für To-go-Getränkebecher, Fast-Food-Verpackungen und Wegwerf-Essenbehälter aus Styropor. Nun ist es bekanntlich nicht allzu lange her, als zu Beginn der Corona-Pandemie, im März/April 2020, eben genau diese Verpackungen – und deren Hersteller – als „systemrelevant“ eingestuft wurden. Zur allgemeinen Erinnerung: Millionen von Menschen wurden von der lokalen Gastronomie mit Schnitzeln oder asiatischen Nudeln in der Styropor-Box versorgt. Ohne diese Verpackungen wäre ein Arbeitsplätze sichernder Außer-Haus-Verkauf (samt Lieferservice) über Monate vielerorts gar nicht möglich gewesen. Und wenig später folgte: das Verbot. Nun ist es müßig, darüber zu diskutieren, was höher einzuschätzen ist: der Umweltschutz oder die gesell- schaftliche Funktionsfähigkeit während der Corona- Pandemie. Aber einen Gedanken ist es doch schon noch einmal wert. Zumal, und damit bewegen wir uns wieder in aktu- ellere Gefilde, uns die Verpackungssteuer in Tübingen thematisch ja auch weiter beschäftigt. Seit dem 1. Januar 2022 gilt an den Ufern des Neckars eine Steuer auf den Verkauf von Einwegverpackungen: Einwegverpackungen und -geschirr werden mit jeweils 50 Cent netto besteuert, für Einwegbesteck beträgt die Steuer 20 Cent netto. Im Rahmen unserer umfassenden Online-Berichterstattung war das im Februar einer der Top-Beiträge: das Feedback und eine erste Zwischenbilanz aus der Hölderlin-Stadt. Das nächste Kapitel folgt im Übrigen am 29. März – da wird die Klage gegen die von der Stadt Tübingen erhobene Sondersteuer vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim verhandelt. Ob an diesem Tag auch ein Urteil ergeht – unklar. Herzlichst, Ihr Matthias Laux packREPORT 01-02 / 2022

Was die Branche bewegt Kommt die Einweg-Verpackungssteuer? 2020 startete die Deutsche Umwelt- hilfe die Aktion „Plastikfreie Städte“ und befragte 130 Städte und Landkreise nach ihren Maßnahmen gegen Plastikmüll. Damals war die Bilanz ernüchternd. auf die Aktion vor. Und dieses sei nach DUH-Angaben ernüchternd gewesen. Mehr als ein Drittel der Städte und Landkreise hätten gar nicht reagiert oder setzten weiter auf Einwegkunststoff. Besonders hervorgetan hätte sich unter anderem die Stadt Bamberg. Karin Köberlein vom Klima- und Umweltamt Bamberg erklärte: „Natürlich werden wir keine hundertprozentig kunstofffreie Stadt bekommen, uns geht es eher um die Haltung und die Motivation und die Überzeugung unserer Bürgerinnen und Bürger.“ Die Stadt hatte sich eine Reihe von Aktionen ausgedacht und beteiligte sich unter anderem an der Initiative „Einmal ohne, bitte“. Auch in Bamberg gibt es Überlegungen, eine EinwegVerpackungssteuer einzuführen. Mit der Kampagne „1wegfrei bis 23“ soll aber auch ein einheitliches Mehrwegsystem in der Gastronomie eingeführt werden. Das Tübinger System Als erste Stadt in Deutschland hat Tübingen eine Steuer für Einwegverpackungen und Einwegbesteck seit dem 1. Januar 2022 eingeführt – ungeachtet einer Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim. Nach Auskunft von Oberbürgermeister Boris Palmer sind rund 460 Betriebe und Geschäfte steuerpflichtig. Dazu zählen neben den klassischen Imbissgeschäften auch die Systemgastronomie oder Franchiseunternehmen wie beispielsweise McDonald’s und Burger King. Seit Anfang dieses Jahres sind in Tübingen 50 Cent für jeden Einweggetränkebehälter sowie für Einwegge- schirr und -speiseverpackung fällig und 20 Cent für jedes Einwegbesteck-Set. Pro Mahlzeit werden maximal 1,50 Euro kassiert. Die Verpackungssteuern müssen die Verkaufsstellen zahlen, die in den Einwegverpackungen Jedes Jahr zahlen Städte und Kommunen 720 Millionen Euro für die Beseitigung von To-go-Bechern, Einweggeschirr und Flaschen auf Straßen, Gehwegen, öffentlichen Plätzen und Parks. Die Corona-Pandemie hat die Situation zusätzlich verschärft. Natürlich auch deswegen, weil der Außer-Haus-Konsum nochmal deutlich gestiegen ist. Die DUH hatte vor anderthalb Jahren einen FünfPunkte-Plan erstellt und bundesweit abgefragt, welche der Handlungsvorschläge bereits umgesetzt wurden. Erstens die Förderung von Mehrwegsystemen in der Gastronomie. Zweitens sollte eine örtliche Verpackungs- steuer auf To-go-Verpackungen ausgesprochen werden. Drittens sollen die Ämter mit gutem Beispiel voran gehen, also Einweg verbieten für alle öffentlichen Einrichtungen. Ein Mehrweggebot sollte Viertens auch auf allen öffentlichen Veranstaltungen gelten. Und schließlich müsse man darauf achten, dass ein konsequenter Vollzug von Pflichtpfand auf Einwegflaschen aus Kunststoff und Dosen auch wirklich durchgesetzt wird. Wie sich Verbraucher mit kleinerem Gehalt die höheren Kosten durch eine Steuer auf Einwegkunststoffen leisten sollen, thematisierte die DUH nicht weiter, sondern stellte knapp ein Jahr später stattdessen das Feedback Bild: George Dolgikh / Adobe Stock 12 packREPORT 01-02 / 2022 Was die Branche bewegt

Special Edition! Seien auch Sie dabei - hier erfahren Sie mehr! www.anugafoodtec.de KÖLN, 26.–29.04.2022 Internationale Zuliefermesse für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie Food Processing | Food Packaging | Safety & Analytics | Intralogistics Digitalisation |Automation | Environment & Energy | Science & Pioneering ONE FOR ALL. ALL IN ONE. Koelnmesse GmbH Messeplatz 1, 50679 Köln Tel. +49 1806 578 866* Fax +49 221 821 99-1020 anugafoodtec@visitor.koelnmesse.de *(0,20 EUR/Anruf aus dem dt. Festnetz; max. 0,60 EUR/Anruf aus dem Mobilfunknetz) Speisen und Getränke für den sofortigen Verzehr oder zum Mitnehmen ausgeben. Die Stadt selber unterstützt Gastronomiebetriebe, die ein Mehrwegsystem einführen wollen, mit bis zu 500 Euro für die Anschaffung des Geschirrs. Beim Kauf einer Spülmaschine für das wiederverwendbare Geschirr erhalten Lokale und Bäckereien bis zu 1000 Euro. Bereits einen Monat nach Einführung der Verpackungssteuer in Tübingen lagen die ersten Zahlen zum Müllaufkommen vor. Rund 30,74 Tonnen Abfall wurden im Januar 2022 über die öffentlichen Mülleimer im gesamten Tübinger Stadtgebiet entsorgt. Das sind zwischen fünf und 15 Prozent weniger als in den Vorjahren: Im Januar 2018 waren es 36,24 Tonnen, im Januar 2019 waren es 32,28 Tonnen, und im Januar 2020 waren es 34,34 Tonnen Müll. Lediglich im Januar 2021 war das Müllaufkommen mit 24,31 Tonnen noch geringer – damals befand sich Deutschland im zweiten CoronaLockdown. Die Gastronomie war komplett geschlossen, nur wenige Menschen waren unterwegs. Berücksichtigt werden müsse allerdings auch, dass 2021 und 2022 praktisch kein Silvestermüll angefallen ist. Die Verpackungssteuer wirkt, so Palmer. Im Vergleich zu vorpandemischen Zeiten habe das Müllaufkommen in Tübingen bereits nach einem Monat abgenommen. Vor allem in der Innenstadt seien manche Mülleimer sichtbar leerer als früher, weil weniger Einwegverpackungen verwendet und weggeworfen werden. „Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend in den wärmeren Monaten noch verstärkt.“ Und das Feedback? Die Stadt hat auf unserer Nachfrage hin ein weitgehend positives Feedback bekommen. Das Ziel der Müllvermeidung werde geteilt. Als Problem wurde die zusätzliche Arbeit und Organisation rund um die Verpackungssteuer und die Rücknahme und Reinigung des Mehrweggeschirrs angesprochen. Positiv wurden die Einsparungen beim Wegfall der Einwegverpackungen genannt. Jetzt am Anfang sei auch die Information der Kundschaft eine zusätzliche Arbeitsbelastung, aber das werde mit der Zeit weniger werden. Noch ausstehend ist jedoch ein Normenkontrollantrag beim Mannheimer Verwaltungsgerichtshof. Den hat eine Tübinger Franchise-Nehmerin des McDonald`sKonzerns gestellt. Die Fast-Food-Kette betrachtet die „Einwegsteuer“ als „unverhältnismäßig“ und im Sinne eines modernen Umweltschutzes „nicht zielführend“. Eine Entscheidung steht noch aus und könnte am 29. März 2022 fallen. Das könnte dann Signalwirkung für andere Städte haben. Autor: Thomas Röhl

2022 – Was wirklich 10 Verpackun von Flora Fliegner 01 Am Thema Nachhaltigkeit probieren mittlerweile viele Firmen mitzuverdienen. Und auch hier gibt es natürlich schwarze Schafe. Schützen Sie sich davor. 02 Heutzutage ist es wichtig, auf den sozialen Medien präsent zu sein. Setzen Sie auf Influencer Marketing, wenn Sie ein neues Produkt bewerben möchten! 03 Nicht die Nachhaltigkeit einer Verpackung sollte immer penetrant im Vordergrund stehen, sondern vor allem Form und Funktion. 04 Durch die neuen gesetzlichen Homeoffice-Regelungen werden immer mehr Fachkräfte aktiv abgeworben. Denn auch Firmen in unattraktiven Lagen bieten nun spannende und gegebenenfalls besser bezahlte Aufgaben. 05 Die Schaffenskraft, die Kreativität und der unermüdliche Einsatz der Selbstständigen bilden einen wichtigen Teil unserer Wirtschaft. Sie sorgen auch für große Fortschritte und innovative Geschäftsmodelle. Vernetzen Sie sich für neue Impulse.

 Wissensvermittlung durch hochqualifizierte Referenten Schulungen nach dem neuesten Stand der Technik Umsetzung der aktuellen Vorschriften anhand von Beispielen Fachwissen direkt vom Experten Gezielte Weiterbildungen bringen viele Vorteile und zusätzliche Sicherheit. Wir bieten praxisnahe Schulungen rund um das Thema Maschinensicherheit – von fachlichen Experten entwickelt und begleitet. MIT SICHERHEIT WISSEN A K A D E M I E www.euchner.de Maschinensicherheit in der Produktion wichtig wird gsgebote 06 Der 3-D-Druck für Kleinstmengen von Verpackungskomponenten ist im Kommen. Und diese selbstverständlich nachhaltig und aus nachwachsenden Rohstoffen. 07 In der Praxis ist die Nachhaltigkeitsarbeit vor allem eine Fleißaufgabe mit einem sehr hohen kapazitiven Aufwand, der nicht mehr nebenbei abgewickelt werden kann. 08 Nachhaltige Verpackungen müssen massentauglich sein. 09 Verbraucher greifen immer weniger zu kunststoffbasierten Verpackungen. Kunden greifen am POS zu wiederverwendbaren, recycelbaren oder kompostierbaren Alternativen. 10 Auch das Thema Produkt- und Lebensmittel- sicherheit rückt 2022 zunehmend in den Vordergrund. Dieses Themengebiet beinhaltet eine große Tragweite, die von Migration über Save Food bis hin zur Produktpiraterie und Fälschungssicherheit reicht. Flora Fliegner entwickelt als Geschäftsführerin des Berliner Unternehmens pack3 GmbH passende Verpackungslösungen mit einem breiten Leistungsspektrum für vorwiegend mittlere und große Unternehmen. Als Diplom-Ingenieurin für Verpackungstechnik, zertifizierte Produktmanagerin und studierte Patentingenieurin bietet sie einen ungewöhn- lichen Expertisen-Mix, der sie von vielen Marktbegleitern unterscheidet. Illustration: Hurca! / Adobe Stock, Foto: pack3

Bild: Coveris Das neue Produkt des ostwestfälischen Herstellers von Schutzverpackungen hat besonders sensible Pro- dukte mit schwierigen Konturen und hohen Stück- zahlen in den Fokus gerückt. Das zu schützdende Produkt wird auf die Swing Verpackung gelegt – es handelt sich bei dieser Verpackung um einen schwebenden Transport des Produktes – und wird dann von dem Emba-Tray Tec Maschinensystem mit hoher Geschwindigkeit verpackt. Beide Probleme hat Emba-Protec mit der jüngst vorgestellten Verpackung Emba-Tray Tec Plus gelöst. Dabei werden die Vorteile der Membranpolsterverpackung mit schneller Automatisierung kombiniert. Emba-Protec Schutzverpackung trifft auf High-Speed Bild: Emba-Protec In Zusammenarbeit mit Ornua Foods hat Coveris eine Wende bei Verpackungslösungen für Käseprodukte eingeläutet. Für Tesco wurde ein zu 100 Prozent recycelbarer, leichter Beutel für geriebenen Käse auf den Markt gebracht. Bislang wurde Käse in Verpackungen aus dreilagigem Nylon-Verbundmaterial, eines der am schwierigsten recy- celbaren Materialien, verkauft. Die neuen Mono Flex BE Beutel sind aus recycelbarem Polyethylen-Monolaminat (PE) samt integrierter Barriere-Eigenschaften und bieten dafür eine nachhaltige Alternative. Mit jedem Mono Flex BE-Beutel werden rund 680 mg Kunststoff eingespart, was sich nachhaltig auf die CO2-Bilanz auswirkt. Mit Grass Green-Versandverpackungen bringt die Pohl-Scandia GmbH eine neue Produktserie aus Gras- fasern auf den Markt. Die Versandkartonagen und Versandumschläge sind gut zu verarbeiten und bestens bedruckbar. Die Grasfasern, produziert in Form von Pellets, stammen von Creapaper, die Grasmaterial ausschließlich von landwirtschaftlich ungenutzten Flächen oder Ausgleichsflächen bezieht. Anders als bei Papier auf Holzbasis sind für die Herstellung von Graspapier nur mechanische Schritte und keine chemische Behandlung notwendig. Das Material hat bis zu 40 Prozent Grasanteil, der übrige Teil besteht aus Altpapier. Die Verpackungen sind zu 100 Prozent recyclingfähig und kompostierbar. Die Eigenschaften lassen sich mit denen von anderen Recyclingkartons vergleichen. Coveris Neue Käseverpackung für Tesco Pohl-Scandia Neue Versandverpackungen aus Graskarton Bild: Pohl-Scandia 16 packREPORT 01-02 / 2022 Neu vorgestellt

Das finnische Unternehmen Golf Coat Oy launcht eine neue Golfballverpackung, die sich später in ein Insektenhotel verwandeln lässt. „2021 haben wir mit unseren Kunden und Partnern 36 virtuelle Workshops durchgeführt. Dabei haben wir uns darauf konzentriert, die bestehenden Verpackungen zu optimieren und gleichzeitig etwas komplett Neues zu schaffen – wie beispielsweise dieses Insektenhotel“, erklärt Gunilla Nykopp, Customer Experience Manager im Verpackungsdesign-Team von Metsä Board. Die geleerte Verpackung lässt sich in ein Insektenhotel verwandeln, das Insekten und Larven Unterschlupf bietet. Bobst hat sein Portfolio um neue Novafold-Maschinen erweitert. Mit den neuen Faltschachtel-Klebemaschinen Novafold 50, 80 und 110 sollen Verpackungshersteller sowohl ihre Produktivität als auch die Qualität ihrer Produkte deutlich erhöhen können. Bei Geschwindigkeiten bis 300 Metern pro Minute produzieren die Maschinen eine Vielzahl unterschiedlicher Faltschachtelarten aus verschiedenen Materialien. Die Faltschachtel-Klebemaschine verfügt über alle wesentlichen, Funktionen und Leistungsmerkmale – angefangen beim stabilen Einleger über die Zuschnittausrichtung und den präzisen Vorbrecher bis hin zu den flexiblen Modulen für die Herstellung von Faltboden-, 4- und 6-Punkt-Schachteln. Metsä Board Aus Golfballverpackung wird Insektenhotel Bobst Die brandneuen Novafold Bild: Bobst Bild: Metsä Board

Schubert-Consulting ist ein Geschäftsbereich der Schubert Packaging Systems – hervorgegangen aus der Gerhard Schubert GmbH. Auf Basis dieser jahrzehntelangen Expertise im Verpackungsbereich beraten Michael Graf, Director Consulting, und sein Team Kunden zu allen Prozessen rund um das Verpacken von Produkten. Im Mittelpunkt der Kundenbetreuung steht die übergreifende, vollständig herstellerunabhängige Analyse und Optimierung ganzer Prozessketten, für mehr Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Im Interview berichtet Michael Graf anlässlich des 10-jährigen Jubiläums im letzten darüber, wie Schubert-Consulting die Kunden bei den aktuellen und zukünftigen Marktanforderungen unterstützt. Woran arbeiten Sie gerade bei Schubert-Consulting? Michael Graf: Was uns aktuell viel beschäftigt, ist das sogenannte Connecting – also das Zusammenbringen verschiedener Beteiligter im gesamten Verpackungsprozess. Das beginnt schon bei den unterschiedlichen Abteilungen unserer Kunden und reicht bis zu externen Partnern. Wenn ein beauftragter Architekt eine moderne Werkshalle auf der grünen Wiese entwirft, sollte er von vorneherein über die Kubikmeter der Maschinen, das geplante Layout und das benötigte Personal Bescheid wissen. Sonst kann es passieren, dass die Maschinen der Halle angepasst werden müssen und die Produktionsabläufe nicht mehr optimal umgesetzt werden können. Unser Team von Schubert-Consulting hilft, die Beteiligten beim Start eines Projekts an einen Tisch zu holen und eine gemeinsame Lösung zu finden, welche den eigentlichen Verpackungsprozess so effizient wie möglich macht. Absolut im Trend ist außerdem das Thema Verpackungsentwicklung. Gerade hier ist Connecting unbedingt notwendig, denn Verpackungen müssen heute zahlreiche Anforderungen erfüllen, die weit über den Produktschutz und den Transport hinausgehen. Man denke nur einmal an die Recyclingfähigkeit, ein besseres Marketing am Point of Sale oder an Markttrends wie die Individualisierung von Produkten und den E-Commerce. In der Zusammenarbeit mit allen Partnern können wir durch die Entwicklung neuer Verpackungen einen wirtschaftlichen Mehrwert generieren, der über die gesamte Prozesskette entstehtn. In welcher Phase wenden sich denn Kunden an Sie und warum? Graf: Meistens unterstützen wir, wenn Hersteller einen neuen Verpackungsprozess planen, aber die Umsetzung schwierig wird – wenn sie in einem Projekt feststecken, das nicht richtig vorankommt. Das sind oft Ideen und Ziele, die über eine einzelne Verpackungsmaschine als Lösung hinausreichen, weil die vor- und nachgelagerten Prozesse die Produktion stark beeinflussen. In solch einem Fall ist es wichtig, die gesamte Liefer- und Produktionskette unter die Lupe zu nehmen, um die Engpässe herauszufinden und abzustellen. Daher haben wir uns auf die strategische Planung von Prozessen und Unter- nehmenszielen spezialisiert, insbesondere für die Branchen der schnelllebigen Konsumgüter und im Bereich Pharma. Dabei sind unsere Kunden international: Unsere Leistungen bieten wir von Europa bis nach Nordamerika an. Sie waren von Anfang an dabei. Wie ist Schubert-Consulting damals entstanden? Graf: Vor der Gründung im Jahr 2011 habe ich bereits Erfahrungen als Senior Project Manager gesammelt, unter anderem in der Pharmabranche. Eine meiner Aufgaben war es, Validierungen für die komplexen Verpackungsprozesse pharmazeutischer Produkte anzufertigen. Dabei hatte ich die Gelegenheit, mich ausführlich mit dem Thema Qualitätssicherung vertraut zu machen. Gleichzeitig entwickelte sich bei Schubert Packaging Systems ein neues Geschäftsfeld, damals noch unter dem Namen „Engineering Consulting“. Seitdem haben Peter Gabriel und ich den Bereich nach und nach aufgebaut. 2016 erfolgte dann die Umfirmierung in SchubertConsulting. Unsere ersten Projekte entstanden aus dem Kundenwunsch, die Investition und Realisierung einer neuen Verpackungsmaschine über den Projektablauf auch als Dienstleister zu begleiten. Die Kundenbegleitung ist nach wie vor eine unserer zentralen Säulen im Consulting. Von Anfang an war es aber auch mein Ziel, das Know-how aus anderen Industrien in die Branchen, die Schubert bedient, zu transformieren. Ich erinnere mich an die Anfänge bei Consulting, wo wir die sehr schnellen Verpackungsmaschinen für Süßwaren mit einem entsprechenden Qualitätsmanagement für unsere Kunden effizienter machen konnten. Denn den Ausschuss im gesamten Verpackungsprozess zu verringern ist und bleibt ein wichtiger Punkt bis heute. Und hier haben wir nicht nur die Roboter in Interview mit Michael Graf, Director Consulting bei Schubert-Consulting „Wir helfen unseren Kunden, die Perspektive zu weiten“ 18 packREPORT 01-02 / 2022 Titelstory

Schubert-Consulting dennoch mit einem gewissen Stolz tragen, ist die aus jahrzehntelanger Erfahrung resultierende Verpackungskompetenz, die wir vorweisen können. Was sind Ihre Erfahrungen mit Consulting und was sagen Ihre Kunden? Graf: Viele Kunden stehen unter hohem Wettbewerbs- und Zeitdruck. Darüber hinaus haben nur wenige eine entsprechend umfassende Expertise im Haus, um neue Verpackungsprozesse zu etablieren oder bestehende zu verbessern. Daher ist das Feedback, das wir bekommen, durchweg positiv – wir lösen Probleme, bringen die Produktionen zum Laufen und machen sie dazu noch wirtschaftlicher. Ein Aspekt ist auch, Lösungen zu finden, die für den Kunden weit in die Zukunft reichen. Deshalb versuchen wir immer zu klären, wie und wohin sich ein Kunde entwickeln möchte. Daraus entstehen manchmal skalierbare Projekte, die über Jahre nach und nach umgesetzt werden. Das geht alles nur in vertrauensvoller Zusammenarbeit. Deshalb ist der persönliche Kontakt, das intensive Vorgespräch und der Aufbau einer Partnerschaft die unbedingte Voraussetzung für ein erfolgreiches Projekt. Und mit den Kunden sprechen heißt für uns vor allem: die Kunden verstehen. Zuhören, immer wieder anders fragen und noch weiterdenken, die Perspektive wechseln bis hin zu den Kunden unserer Kunden. Wer zum Beispiel ein Medikament schon umständlich auspacken muss und mit der Verpackung kämpft, der ist weniger gewillt, es tatsächlich auch regelmäßig zu nehmen. So gesehen hat sich unser Motto von „Kunden begleiten“ über die Zeit zu „Kunden verstehen“ gewandelt. Wie bringen Sie Schubert-Consulting in die Zukunft, insbesondere beim Megathema Nachhaltigkeit? Graf: Daran arbeiten wir schon seit geraumer Zeit und haben uns als Leitidee das „Rethink“ aus den 5R zur Nachhaltigkeit herausgezogen. Altbekanntes neu zu denken ist genau das, was wir für die Transformation in eine nachhaltigere Welt brauchen und es entspricht dem Kern von Schubert-Consulting zu 100 Prozent. Wir erweitern also noch einmal unseren Blick und betrachten den Prozess praktisch von A bis Z – vom Rohprodukt zum Endkonsument und der Wiederverwertung. Dem zugrunde liegt der Ansatz, Prozesse so stabil zu halten, dass in der gesamten Kette keinerlei Ausschuss entsteht. Denn Nachhaltigkeit entsteht zu einem großen Teil aus Effizienz. Aus diesem größeren Blickwinkel folgt, dass wir auch in andere Nischen, Start-ups und Industrien gehen möchten. Wir möchten Pionierarbeit leisten, eine Denkfabrik der Zukunft schaffen, unter anderem mit Allianzen und Experten aus verschiedensten Bereichen und Institutionen wie dem Fraunhofer Institut, Forschungsgruppen, Herstellern usw. Damit möchten wir die Visionen unserer Kunden zu einem nachhaltigen Erfolg führen. Ich freue mich, wenn unsere Kunden mit Begeisterung an ihre neuen Projekte gehen, weil daraus viel mehr entsteht, als sie anfangs für möglich gehalten haben. Ein Premium-Mehrwert, ein Anstoß für weitere Entwicklungen, den wir ihnen geben können, und ein finanzieller Erfolg für beide Seiten – das ist mein Ziel und das macht den Spaß am Consulting aus. (tr) der Verpackungsmaschine im Sinn, sondern auch Vorprozesse wie Backöfen, in denen das zu verpackende Produkt hergestellt wird. Wie hat sich Ihr Angebot über die Jahre weiterentwickelt? Graf: Das nächste Thema neben der Qualitätssicherung war der Bereich Logistik, unter anderem mit Funktionen zu Track and Trace. Das ist heute aktueller denn je, wo Verbraucher gerne wissen möchten, von welchem Hof ihre Milch auf dem Frühstückstisch stammt. So haben sich die Leistungsbereiche der Schubert-Consulting von Projekten in bestehenden Anlagen und Hallen über Simulationen bis zu Neuplanungen auf der grünen Wiese erweitert. Wichtigstes Arbeitsmittel für uns ist ein ganzheitlicher Blick auf die Verpackungsprozesse sowie die Linienintegration, das Customising und die Kundenberatung zu Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Für jedes Projekt stellen wir ein neues Team zusammen, das nicht nur aus einem oder mehreren unserer Mitarbeiter besteht, sondern je nach Bedarf auch die Zusammenarbeit mit Universitäten, Zulieferern, Verbänden wie dem VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) und anderen Institutionen einschließt. Dabei arbeiten wir in der Schubert-Gruppe strategisch über mehrere Geschäfts- einheiten zusammen. Ganz zentral für Schubert-Consulting ist aber unsere generelle Unabhängigkeit von den anderen Schubert-Unternehmen. Wir legen größten Wert auf eine herstellerunabhängige Beratung! Das heißt, wer unsere Dienstleistungen in Anspruch nimmt, bekommt immer eine Wahlmöglichkeit aus mehreren verschie- denen Prozesslösungen. Warum wir den Namen Schubert in Altbekanntes neu zu denken ist genau das, was wir für die Transformation in eine nachhaltigere Welt brauchen. Michael Graf Director Consulting Schubert-Consulting Bild: Gerhard Schubert 19 packREPORT 01-02 / 2022 Titelstory

KDT medplus, einer kompakten, GMP-konformen Anlage für das sichere Handling sensibler Produkte aus der Medizintechnik. Effiziente, abgesicherte Prozesse Die Spritzen und Nadeln, die Sharp verpackt, werden auf der KDT medplus manuell in vorgeformte, automatisch zugeführte Blister eingelegt. Dabei prüft Hohe Wirtschaftlichkeit, maximale Flexibilität und eine einfache Bedienung waren für das Pharma-­ Lohnverpackungsunternehmen Sharp die entscheidenden Faktoren bei den Spezifikationen für das Design ihrer neuen Anlage zur Verpackung befüllter Spritzen. Der Sondermaschinenbauer Koch Pac- Systeme aus Pfalzgrafenweiler im Schwarzwald reali- sierte die Lösung auf Basis seiner Drehtischmaschine Verpackung befüllter Spritzen Zukunftsfähigkeit inklusive Seit vielen Jahren entwickelt Koch Pac-Systeme Maschinen für die Verpackung medizinischer Produkte. Nun wählte Sharp eben diese Expertise von Koch – und das bei einem „ausgesprochen ehrgeizigen Zeitplan“. Die Spritzen und Nadeln, die Sharp verpackt, werden auf der KDT medplus manuell in vor- geformte, automatisch zugeführ te Blister eingelegt. Dabei prüft die Anlage mit Hilfe eines Inspekt ionssystems Position und Vollständigkeit der Produkte im Blister. Bilder: Koch Pac-Systeme 20 packREPORT 01-02 / 2022 Technik

Jetzt registrieren: www.labelexpo-europe.com D I E S u c h e nach dem p e r f e k t e n D r u c k sich flexibel auf neue Packungs- und Produktgrößen umstellen. „Wir waren für das Projekt mit drei Lieferanten im Gespräch“, erklärt Toon Verstraeten, Projektingenieur bei Sharp Packaging in Hamont-Achel, Belgien. „Koch hat das beste Konzept geliefert – sowohl im Hinblick auf die Anlage selbst als auch auf den Support und die Gesamtpreisgestaltung. Durch die Terminsetzung unseres Kunden und der zusätzlichen Herausforderungen der Pandemie hatten wir einen ausgesprochen ehrgeizigen Zeitplan. Koch hat unsere Ziele mit hoher Motivation und Flexibilität unterstützt.” Viel Know-how in der Medizintechnik Seit vielen Jahren entwickelt Koch Maschinen für die Verpackung medizinischer Produkte. „Dadurch sind wir auch in dieser Branche nicht nur als Anlagenbauer gefragt, sondern auch als Entwicklungspartner unserer Kunden“, so David van Loo, Global Account Manager bei Koch. „In diesem Projekt konnten wir Sharp beratend zur Seite stehen und so die KDT auf individuelle Anforderungen zuschneiden. Wir hoffen mit diesem Auftrag einen Grundstein für weitere spannende Projekte mit Sharp gelegt zu haben.“ (ml) die Anlage mit Hilfe eines Inspektionssystems Position und Vollständigkeit der Produkte im Blister. Ein integrierter Thermo-Tintenstrahl-Drucker sorgt in Verbindung mit einem weiteren Inspektionssystem für die einwandfreie Bedruckung der Tyvek-Deckfolie mit Kundenlogo und variablen, produktspezifischen Informationen. Nach erfolgter Anwesenheitskontrolle der Deckfolie werden die befüllten Blister mit dem von Koch patentierten Siegelwerkzeug thermisch versiegelt. Das Koch Audittrail Pack – ein digitales Servicepaket des Anlagenbauers – gewährleistet das GMP- und 21 CFR Part 11-konforme Monitoring der Maschinendaten. Es ist eines von insgesamt neun Servicepaketen – den sogenannten K4.0 smartpacks, welche 2020 eingeführt wurden. Die smartpacks stehen für mehr Produktivität, erhöhte Verfügbarkeit und optimierte Gesamtanlageneffektivität. Flexible Anpassungen Einfache Formatwechsel und eine hohe Energieeffizienz tragen ebenfalls zum wirtschaftlichen Betrieb der Anlage bei. Auch künftige Anforderungen wurden bereits mitgedacht: Die KDT medplus lässt

Kinder und Enkel eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten vor sich haben. Man denke hierbei allen voran an den EU Green Deal, die Kreislaufwirtschaft, die Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit und die Renovierungswelle. In den kommenden Jahren ist grundsätzlich von einem weiterhin sehr starken Bedarf an sicheren, recycelbaren, nachhaltigen KlebstoffProdukten auszugehen, wobei Qualität und Preis weiterhin entscheidend bleiben werden. Klebstoffe sind mehr denn je gefragt! Es zeigt sich ein optimistisches Bild für die gegenwärtige und zukünftige Lage des Kleb- und MKVS „Klebstoffe sind mehr denn je gefragt!“ Das 46. Münchener Klebstoff- und Veredelungs-Symposium (MKVS) hatte einen klaren Fokus: Haftklebstoffe. Martin Hirschmann, Leitender Redakteur C2 Magazines & OPE journal (ebenfalls Publikationen der dfv Mediengruppe) war vor Ort und sprach exklusiv mit MKVS-Organisator Stephan Hinterwaldner. Herr Hinterwaldner, wenn Sie die Vorträge beim 46. Münchener Klebstoff- und Veredelungs-Symposium Revue passieren lassen, welche zwei Haupterkenntnisse haben Sie für sich mitgenommen? Stephan Hinterwaldner: Adhesives are Enablers! Das Fügeverfahren Kleben (allein und/oder in intelligenter Kombination mit anderen Fügeverfahren) war, ist und wird zukünftig im Rahmen der Umsetzung der Nachhaltigkeitsmaxime noch mehr ein mitverantwortlicher Wegbereiter für viele Produkte, Verfahrenstechniken und Technologien sein, damit auch unsere 22 packREPORT 01-02 / 2022 Technik

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