packREPORT 12/2021

Nachhaltigkeit SÜSSE HERAUSFORDERUNGEN Seite 18 Materialien RAD IM KARTON Seite 38 Jahresrückblick 2021 „ES KAM LEIDER ANDERS“ Seite 14 D3896E | 53.Jahrgang | 12/2021 Das Fachmagazin für industrielles Verpacken

#Qualitätsmacher Jung, wild, hungrig. Seit 1946. Mehr wissen, besser entscheiden.

Es ist das Medium der Stunde – und neben Bewegtbild das wichtigste Puzzlestück in unserer digitalen Berichterstattung. Dass dieser Bereich bei uns auch im Jahr 2022 stetig ausgebaut wird, sowohl quantitativ als auch qualitativ, ist ein Versprechen, das die Redaktion des packREPORT mit größter Freude einlöst. Denn: Auch für uns sind etwa die Aufnahmen unseres Podcasts „ausgepackt“ immer eine lehrreiche und zugleich kurzweilige Erfahrung. Und wenn es dann noch so lustig und informativ zugeht wie in den beiden jüngsten Folgen – umso besser! Hören Sie rein unter: packreport.de/service/podcasts ... Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH), Köln, über die wichtigsten Trends und Entwicklungen in Sachen E-Commerce: Welche Packstoffe profitieren besonders und – wo führt die Reise mit Waren aus demWWW noch hin. ... Patric Lamprecht, Geschäftsführer der Videojet Technologies GmbH, über den Status quo in Sachen Kennzeichnungslösungen, Corona, Selbstzweifel, was gute Führung ausmacht – und ob Geld jemals eine Motivation für ihn war. Matthias Laux ist unser Mann hinter dem Mikrofon. Er spricht aktuell mit ... Auf Sendung! Bild: dfv Bild: IFH Bild:Videojet Technologies Bild: Phasin Sudjai / Adobe Stock 3 packREPORT 12 / 2021 Podcasts

WAS DIE BRANCHE BEWEGT 12 Wir machen deutliche Fortschritte Graue Farbeimer, blaue Pflanztöpfe, 90 Prozent Rezyklateinsatz und voll recyclingfähig – nur zwei symbolhafte Beispiele von vielen, die zeigen, dass es bei der Produktverantwortung für Verpackungen erhebliche Fortschritte gegeben hat. JAHRESRÜCKBLICK 2021 14 „Es kam leider anders“ Was war 2021 eigentlich für ein Jahr für die Verpackungsbranche? Was wird bleiben von diesen zwölf Monaten? Auf was darf man sich im Jahr 2022 freuen? TITELSTORY 18 Süße Herausforderungen Verpackungsspezialist Schur Flexibles Group im Gespräch über die Vereinbarkeit von Produktschutz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. TECHNIK 22 Königlich verpackt – in ausgezeichneter Qualität Mit zwei Montagelinien von Schubert hatte Guschlbauer bereits positive Erfahrungen gemacht. 2019 stand für den Gebäckhersteller eine weitere Investition an: Eine neue Picker- linie des Verpackungsmaschinenbauers sollte die Produktionsleistung nochmals steigern. 24 „Das ist nur eine Seite der Medaille“ Mit einem virtuellen Tag der offenen Tür eröffnete Mettler-Toledo jüngst sein Global Centre of Excellence für Röntgeninspektion am britischen Standort Royston. Wir sprachen anlässlich der Veranstaltung mit Digital Technology Manager Ian Scott-Mance. REPORT SÜSS- UND BACKWAREN 28 Design und Nachhaltigkeit sind gefragt Weil’s schmeckt: Die Nachfrage nach Süßwaren steigt, die Verpackungsbranche profitiert davon. Designs, die am Point of Sale auffallen und nachhaltige Verpackungen sind gefragt. Lieferengpässe und stetiger Innovationsdruck sind einige der aktuellen Herausforderungen. 32 Flexibel, schnell und nachhaltig Schokoladenriegel, Waffelschnitten oder Kaubonbons: Leistungsstarke Verpackungsmaschinen sind gefragt, wenn es darum geht, begehrte Süßwaren zu verpacken. 4 packREPORT 12 / 2021 Inhalt

MATERIALIEN 38 Rad im Karton Das Fahrrad ist das Fortbewegungsmittel der Stunde. Wer über eine Neuanschaffung nachdenkt und ein bestimmtes Wunschbike im Sinn hat, musste sich wegen des Nachfragebooms bei den Händlern bereits in den vergangenen Monaten auf längere Liefer- zeiten einstellen. LOGISTIK 40 Langlebige Alternative zur Düsseldorfer Palette Walther Faltsysteme hat eine intelligente Alternative zur Düsseldorfer Holzpalette auf den Markt gebracht. Die für einen Retailer entwickelte Kunststoff-Düsseldorfer-Palette setzt neue Maßstäbe in der Transport- und Intralogistik. 42 Nachlese Mehrweg-Transportbehälter aus Kunststoff spielen eine wichtige Rolle und werden quasi in allen Branchen eingesetzt. Auch Winzer nutzen sie oft. Wir haben beim Sekterzeuger des Jahres 2021 nachgefragt. Und über- raschende Antworten erhalten. 45 Nachhaltigkeit – die Anforderungen verändern sich Die Warenumhüllung, die anfänglich nur als Schutz gedacht war, hat sich innerhalb eines knappen Jahrhunderts zum unabkömmlichen Träger vieler anderer Aufgaben gewandelt. Sei es die Werbung, Informationsvermittlung oder Imageaufbesserung. RUBRIKEN 3 Auf Sendung – neue Podcasts 6 Nachrichten 7 Nachgefragt 8 Meist gelesen 9 Kommentar 10 Tiliscos Kolumne 11 Zahlen des Monats 26 Neu vorgestellt 48 Hersteller- und Lieferantenverzeichnis 49 Impressum 50 Last but not least 5 packREPORT 12 / 2021 Inhalt

In aller Kürze Unternehmen Nachrichten EAFA Produktionszuwachs in Q3 Labelprint24 Wird Teil von All4Labels Propak „Auftragsbücher sind voll“ Veltins „+1,5 Mio. Euro für Paletten“ Mit 40 Halbliter-Kästen geht jede Palette von Grevenstein aus auf den Weg in den Handel. Die hölzerne Transportbasis – seit Jahrzehnten weltweit genormt – gilt bei den Traditionsbrauern seit diesem Jahr als kostbarstes Gut. Zwar hat die 1,2 × 0,8 m große Palette einen unveränderten Pfand- wert von 7,50 Euro, doch die Neubeschaffung verlangt in diesem Herbst nach der doppelten Summe. Tatsächlich führt die Brauerei am Stammsitz in Grevenstein jedes Jahr rund 180.000 neue Paletten dem Warentransport zu, um ein einwandfreies Handling zu gewährleisten. Die neuen Paletten müssen her, weil sie regelmäßig gegen solche Exemplare ausgetauscht werden, die auf der Fördertechnik vorhersehbar für Komplikationen sorgen würden. 2021 führt das alleine zu Mehrkosten von 1,5 Millionen Euro – eine Steigerung von 150 Prozent. Die Onlinedruckerei Labelprint24.com, ein führender deutscher Systemanbieter von Verpackungsmitteln, hat sich der All4- Labels Global Packaging Group, einem weltweit führenden Etikettenunternehmen und Pionier für nachhaltige und digitale Verpackungslösungen, angeschlossen. Als Tochtergesellschaft wird Labelprint24.com die Wachstumsgeschichte beider Unternehmen in einem globalen Kontext fortsetzen und zusammen mit der All4Labels Gruppe einen der weltweit führenden Etikettenanbieter für innovative, digitale und nachhaltige Verpackungslösungen bilden. Stefan Harder, Gründer und Eigentümer von Labelprint24.com, bleibt Geschäftsführer der Druckerei aus Zeithain und wird mit seiner Erfahrung und seiner Expertise weiterhin dazu beitragen, die Online-Aktivitäten von Labelprint24.com und All4Labels zu intensivieren und zukunftsorientiert auszurichten. Um weiter wachsen zu können, plane Labelprint24.com unter enderem neue Produktionslinien. Die Aluminiumfolienlieferungen der euro- päischen Hersteller gingen im dritten Quartal 2021 gegenüber dem Vorquartal leicht zurück, übertrafen aber das Vorjahresquartal. Wie der europäische Alu- miniumfolienverband EAFA mitteilt, legten die Lieferungen mit 236.500 Tonnen um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert zu (Q3 2020: 233.400 t). In den ersten neun Monaten dieses Jahres lag die Produktion mit 723.000 Tonnen um 2,7 Prozent über dem Niveau von 2020 (706.500 t), was auf den gestiegenen Inlandsverbrauchs zurück- zuführen ist, der den Rückgang beim Export ausglich. Die Nachfrage auf den europäischen Märkten erholte sich weiter, und zwar stark (+7 Prozent). Die Lieferungen von dünner Folie, die hauptsächlich für flexible Verpackungen und Haushaltsfolie verwendet wird, stieg um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dicke Folie, die für halbstarre Behälter verwendet wird, legte mit +9 Prozentauf diesen Märkten ebenfalls deutlich zu. Die Papier und Karton verarbeitende Indus- trie erzielte im 1. Halbjahr 2021 ein Plus. Trotzdem steht die Branche wegen der massiven Preissprünge bei Papier, Karton und Energie unter enormem Kostendruck. Im Gespräch mit der Austria Presse Agentur (APA) erklärte Obmann Fischer, warum. „So paradox es klingt: Die Auftragsbücher sind vielfach voll, aber gleichzeitig kämpfen die Betriebe um die Wertschöpfung!“, sagt Georg Dieter Fischer, Obmann von Propak, dem Fachverband der industriellen Hersteller von Produkten aus Papier und Karton in Österreich, im Gespräch mit der APA. „Preissteigerungen bei Propak-Produkten, nicht nur bei Verpackungen, sind eine zwingende Konsequenz aus dieser Kostenentwicklung. In welcher Höhe und in welchem Zeitraum sie kommen werden, hängt von den individuellen Verträgen ab.“ Die Nachfrage nach Verpackungsmaschinen (ohne Getränkeabfüllmaschinen) lag im September auf Vorjahresniveau. Dies teilt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit. Dabei legten die Inlandsbestellungen um 6 Prozent zu. Aus dem Ausland gab es im September ein Null-Wachstum: Die Bestellungen aus den Euro-Partnerlän- dern wiesen im Vergleich zum Vorjahres- monat ein Plus von 1 Prozent auf, aus den Nicht Euro-Ländern lagen die Orders 1 Prozent unter dem vergleichbaren Vor- jahreswert. In dem weniger schwankungs- anfälligen Dreimonatszeitraum Juli bis September 2021 lag der Auftragseingang 9 Prozentpunkte über dem Vorjahres- vergleichswert. Ikea wird keinen Kunststoff mehr in Verkaufsverpackungen verwenden. Diese Maßnahme vollzieht der Konzern schrittweise: Bis 2025 werden die Kunststoff- verpackungen für neue Sortimente ausgelistet und im bestehenden Sortiment werden die Kunststoffverpackungen bis 2028 ersetzt, heißt es. Ikea gibt eigenen Angaben zufolge jährlich mehr als eine Milliarde Euro für rund 920.000 Tonnen Verpackungsmaterial aus. Die vom 8. bis 10. März 2022 in Stuttgart geplante Logimat muss aufgrund der erneut schwierigen Corona-Lage verscho- ben werden. In enger Abstimmung mit den Ausstellern hat der Veranstalter, die Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH, entschieden, die anstehende Messe auf den Termin vom 31. Mai. bis 2. Juni 2022 zu verlegen, heißt es. Die Plattform Logimat.digital wird bis Ende Juni 2022 verlängert. Rund fünf Monate vor dem geplanten Termin verkündeten die Messe Stuttgart und der Deutsche Weinbauverband e.V. (DWV), dass im April 2022 die Fachausstellung Intervitis Interfructa nicht durchgeführt wird. Nachdem Marktführer aus Deutschland kein klares Bekenntnis pro Intervitis Interfructa 2022 abgeben, sehen die Veranstalter von einer Durchführung im kommenden Jahr ab. 6 packREPORT 12 / 2021 Nachrichten

„In vielen Bereichen sind wir First-Mover“ Drei Fragen an Roy van den Oudenhoven, Nyco Flexible Packaging. Nyco Flexible Packaging hat 2021 gleich zwei wichtige Preise gewonnen: den Deutschen Verpackungspreis und den Swiss Packaging Award. Was bedeuten diese Auszeichnungen für Sie als Unternehmen? Und: Inwieweit sind solche Preise auch immer ein Gradmesser für die eigene Innovationsfähigkeit? Unser Ziel ist es, Verpackungstrends frühzeitig zu erkennen, bestenfalls zu setzen und so die Bedürfnisse der Kunden und des Marktes zu erfüllen. In vielen Bereichen sind wir First-Mover und zeigen anhand unserer Innovationen, was möglich ist, zum Beispiel mit unserer PET Shrink Sleeve Folie 20my, für die wir im vergangenen Jahr den Swiss Packaging Award in der Kategorie Nachhaltigkeit erhalten haben. Eine Auszeichnung durch ein unabhängiges Expertengremium zeigt uns, dass wir mit unseren Produktentwicklungen auf dem richtigen Weg sind und Außerordentliches leisten. Insofern sind solche Preise ein sehr wichtiger Gradmesser für unsere Innovationsfähigkeit. Auf dem globalen Markt für flexible Verpackungen herrscht stets viel Bewegung. Welche Strategie verfolgt Nyco im Hin- blick auf die stetig wachsenden Anforderungen der Kunden, die regional breit verteilt sind? Wie lauten diesbezüglich Ihre Pläne für 2022? In einem sich ständig verändernden Markt muss man agil sein. Der Markt braucht schnelle Antworten und die bieten wir. Bei Nyco haben wir dafür das so genannte Nyco-Lab ins Leben gerufen. Das ist eine Arbeitsgruppe mit findigen Köpfen, die sehr frei und ohne Hierarchien in kurzen Zyklen an neuen Verpackungslösungen arbeiten. Daraus sind bereits einige vielversprechende Innovationen entstanden, die wir auf den Markt gebracht haben und noch bringen werden. Außerdem arbeiten wir eng mit Maschinenspezialisten und Lieferanten von Folien und Farben zusammen, sind also am Markt gut vernetzt. Da wir nicht vertikal integriert sind, können wir schnell und unkompliziert die beste Formel für neue Verpackungslösungen zusammenstellen. Das Thema der Stunde ist und bleibt die Nachhaltigkeit. Welchen Stellenwert räumen Sie als Unternehmen diesem Megathema ein? Wie und mit welchen Maßnahmen begegnen Sie den allgemeinen Anspruchshaltungen bezüglich der Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie? Wie jeder Hersteller flexibler Verpackungen haben wir gegenüber allen anderen Verpackungsarten in punkto CO2-Fussabdruck schon allein durch das geringe Gewicht einen Vorteil. Bei Nyco gehen wir aber noch weiter: Alles, was wir machen, steht unter dem Ziel der Nachhaltigkeit. Wir möchten die Bedingungen für die Umwelt verbessern. Erreichen wollen wir das durch intelligente und fortschrittliche Konzepte, die die Verpackung vereinfachen. Sie sollen weniger Ressourcen verbrauchen und rezyklierbar sein. Das fängt bei hauchdünnen Folien mit minimalem Materialeinsatz an und reicht bis zu Monomateriallösungen mit kundenspezifischen Barriereeigenschaften, die das Produkt optimal schützen. Gerade Lebensmittel werden schnell entsorgt, wenn sie nicht mehr frisch aussehen – unabhängig davon, ob sie noch genießbar sind oder nicht. Das ist ein weit größeres Problem für die Umwelt als die Verpackung. Um Material einzusparen, wird in der Schweiz und in Deutschland beim Joghurt beispielsweise statt der Platine und dem Außenklemmdeckel häufig nur noch die Platine als Verschluss verwendet. Einmal geöffnet, ist der Inhalt kaum noch geschützt. Wir haben deshalb einen semi-rigiden Deckel mit Erstöffnungsgarantie entwickelt, der angebrochene Verpackungen gut wiederverschließt und den Inhalt frisch hält. Unsere Nyco 2-in-1 Lösung kann bei Molkereiprodukten ebenso wie bei Snackverpackungen eingesetzt werden. Nachgefragt Bild: Nyco Flexible Packaging 7 packREPORT 12 / 2021 Nachgefragt

Meist gelesen im Monat November Der Lockdown imMärz/April 2020 sowie der ab November 2020 geltende Teil-Lockdown haben der Getränkebranche stark zugesetzt. Wie hoch die Auswirkungen für den Getränkefachgroßhandel sind, zeigen Auswertungen der Gedat Getränkedaten GmbH, Hamburg. Basis der Erhebung ist die Anzahl der monatlich belieferten Betriebe im Außer-Haus-Markt durch den Getränkefachgroßhandel. Zigarettenverpackungen genossen im Verpackungskosmos lange Zeit eine Sonderstellung. Seit Sommer diesen Jahres muss die Branche nun mit zusätzlichen Warnhinweisen auf der Verpackung umgehen. Was der Tabak-Konzern British American Tobacco (BAT) zur nationalen Umsetzung der EU- Einwegkunststoffrichtlinie sagt. Und welche Schlüsse das Unternehmen daraus zieht. „An der positiven ökologischen Bewertung des Getränkekartons durch das Umweltbundesamt (UBA) ändert sich nichts“, hieß es seitens des Fachverbands Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel (FKN), Berlin, im Oktober. An diesem Beitrag hat sich im weiteren Verlauf eine hitzige Debatte entspannt. Nun kontert der FKN die geäußerte Kritik. Es ist nur wenige Tage her: „Umweltbundesamt bestätigt öko- logische Vorteile des Getränkekartons“ titelte der packREPORT im Oktober dieses Jahres. Lesen Sie exklusiv bei uns, was die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das Aktionsforum Glasverpackung davon halten. Wir dokumentieren die Stellungnahmen imWortlaut. Ein hitziges Thema, das seit jeher die Verpackungs- gemüter erregt. Das neue Unternehmen wurde gegründet, nachdem KPS Capital Partners die Akquisition der Crown Holdings Inc. EMEA-­ Geschäftsbereiche Lebensmittel- und Konsumgüterverpackungen abgeschlossen hat. Der neue Markenname Eviosys leitet sich vom griechischen Wort für "nachhaltig" ab und wird 200 Jahre Verpackungserfahrung nutzen, heißt es dazu. Seit Anfang November haben McDonald’s Gäste in ausgewählten Testrestaurants in Deutschland die Möglichkeit, Getränke und Desserts in Mehrwegverpackungen zu bestellen. So testet das Unternehmen als größter Systemgastronom in Deutschland ein eigenes Mehrwegpfandsystem, bevor Ende des Jahres 2022 der nationale Rollout in allen Restaurants erfolgt, heißt es dazu aus München. 894 Clicks Trotz Lockdown-Ende: Erholung bleibt unter Vor-Corona-Niveau 584 Clicks British American Tobacco: „Weniger Kunststoff“ 478 Clicks FKN: „Einem konstruktiven Dialog verweigert“ 624 Clicks DUH: „Erneut zweifelhafte Ökobilanz zu Getränkekartons“ 569 Clicks Eviosys: „Europas größter Hersteller von Lebensmittelverpackungen“ 367 Clicks McDonald’s Deutschland: Testet eigenes Mehrwegpfandsystem 8 packREPORT 12 / 2021 Meist gelesen

Kommentar Keine frohen Botschaften Da sind wir wieder. Gefühlt am gleichen Punkt wie bereits vor Monaten. Für uns als Berichterstatter ist es wie ein böses Déjà-vu: Die Verschiebungen oder gar Absagen von Messen und Branchenevents machten im Jahr 2020 ein Großteil unserer täglichen News auf packREPORT.de aus. Es steht zu befürchten, dass die jüngste Absage der SPS in Nürnberg sowie die Verschiebung der Logimat in Stuttgart nur der Auftakt für einen ähnlichen Nachrichtenreigen sein könnten. Wahrlich keine frohen Botschaften. Richten wir daher mal den Blick auf diejenigen, die sich mit großer Tatkraft der Pandemie entgegenstellen – auch und vor allem in den Reihen der Verpackungsindustrie. Diesbezügliche Beispiele gibt es viele, die Nennung aller würde den hiesigen Rahmen sprengen. Zunächst: In der Bekämpfung der Corona-Pandemie, so fällt dem kundigen Geographen auf, spielt die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt eine Hauptrolle. Nicht nur der bedeutende Impfstoffproduzent Biontech hat in Mainz seinen Hauptsitz – auch die Schott AG residiert dort. Durch die Brille der Verpackungsbranche betrachtet: Drei von vier Covid-19-Impfstoffprojekten verwenden Pharma-Fläschchen aus dem Hause Schott. So vermeldeten wir es wahrheitsgetreu im September 2020. Seitdem ist viel passiert. Unsere neuerliche Anfrage, wie sich der weltweit operierende Spezialglas-­ Hersteller für den Booster-Boom wappnete, wurde von Schott gewohnt professionell beantwortet – in Person von Salvatore Ruggiero, Vizepräsident Marketing und Kommunikation bei Schott: „Die Pharma-Branche ist seit jeher von Booster-Impfungen ausgegangen und hat sozusagen ‚durchproduziert‘ (wie wir auch), so dass sich durch die Empfehlung der Stiko keine wesentlichen Änderungen für uns ergeben.“ Aha. Bei Schott wurde also der Fuß gar nicht erst vom Gaspedal genommen. Ein mahnendes und zugleich lehrendes Beispiel für viele andere in Politik und Gesellschaft, wenn Sie mich fragen. Um die Mainzer jedenfalls, so viel ist klar, muss man sich keine Sorgen machen: „Wir können schon sagen, dass wir unser Ziel, bis Ende 2021 genügend Fläschchen für zwei Milliarden Covid-Injektionen auszuliefern, deutlich übertreffen werden“, so Salvatore Ruggiero weiter. „Die Nachfrage nach Pharmaverpackungen war bereits vor der Pandemie hoch, daher hatten wir Anfang 2019 ein Investment- programm von 1 Mrd US-Dollar in unser Pharmageschäft angestoßen. Da die Ausbaupläne weiterhin voll im Zeitplan liegen, konnten wir die Kapazitäten schnell hochfahren. Corona hat eher für eine Verschiebung der Prioritäten gesorgt – zum Beispiel sind auch die Abfüllkapazitäten bei den Herstellern begrenzt. Daher werden unsere neu aufgebauten Kapazitäten auch in Zukunft gut ausgelastet sein.“ Liebe Leserinnen, liebe Leser, noch ein Wort in eigener Sache: An dieser Stelle hören wir uns erst im Februar 2022 – im gedruckten packREPORT 1–2 / 2022 – wieder. Dann wissen wir sicher schon mehr, was das Verpackungsjahr für uns bereithält. Wenn Sie mögen, abonnieren Sie unseren Newsletter auf packREPORT.de, der Sie zuverlässig zweimal wöchentlich mit exklusiven Beiträgen und Nachrichten auf dem Laufenden hält. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch! Herzlichst, Ihr Matthias Laux 9 packREPORT 12 / 2021 Kommentar

Till Isensee und Sonja Bähr Sie wollen Ehrlichkeit und Transparenz. Keine Lügen, weder über die Bezeichnung und die Zutaten eines Lebensmittels noch über den wahren Inhalt, der sich in einer oft viel zu großen Verpackung verbirgt. Gut, dass es Verbraucherverbände gibt, die der Industrie auf die Finger gucken, könnte man meinen. Ärgerlich nur, wenn sich diese Organisationen der gleichen marktschreierischen und verzerrenden Werbung für die eigene Sache bedienen, wie es diejenigen tun, die sie so massiv anprangern. Aktuell stehen wieder die Nominierungen für den „Goldenen Windbeutel“ fest. Beim Scrollen durch die vielen Vorschläge der Verbraucher auf „schummelmelder.de“ fällt auf, dass es sich nicht nur um aktuelle Hinweise aus diesem Jahr handelt, sondern viele noch aus dem letzten Jahr stammen müssen. Schlauerweise verzichtet Foodwatch auf die Angabe eines Einreichungsdatums, so erscheint die Menge der Meldungen deutlich größer. Ebenfalls seltsam, dass keines der in diesem Jahr nominierten Produkte von einem Verbraucher auf das Portal gemeldet wurde. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass es regelmäßig bekannte Marken trifft, die an den medialen Pranger gestellt werden. Weder die Menge der Einreichungen noch die Anzahl der Abstimmenden ist transparent einsehbar. Wenn da mal alles mit rechten Dingen abläuft? Wie schon im letzten Jahr stehen einige Kandidaten zu Unrecht auf der Nominierungsliste. Zweimal sind Verpackungen aus kompostierbaren Materialien dabei, zweimal soll durch Aussagen zum Klima getäuscht worden sein und Kandidatin fünf ist eine Süßigkeit, die zu viel Zucker enthält – ah, ja! Sowohl die Kompostierbarkeit als auch das Siegel ‚klimaneutral‘ sind durch Zertifikate belegt. So kritisch man die gewählten Nachhaltigkeitsmaßnahmen auch sehen mag, der Verbraucher wird dadurch nicht getäuscht. Der Vorwurf von Foodwatch richtet sich vielmehr an die Systeme, die dahinterstehen: die Prüfnorm EN 13432 zur Kompostierbarkeit entspreche nicht den realen Bedingungen und die Kompensationsprojekte von „Climate Partner“ für den Claim „klimaneutral“ hielten nicht das, was sie versprechen. Weil diese Fische für einen leichten Fang offenbar zu groß sind, nimmt man sich die kleinen vor und klagt stellvertretend einzelne Produkte an. Richtigerweise müssten die Methoden kritisch hinterfragt werden, denn so viel mehr als nur diese vier hier angeklagten Produkte und Verpackungen werben genauso. Es bleibt der schale Nachgeschmack, dass Selbstdarstellung offenbar wichtiger ist als der Anspruch systemimmanent Änderungen herbei führen zu wollen. Internet: tilisco.de Tiliscos Kolumne Echter Verbraucherschutz oder Eigenwerbung? Seit es Konsum und Handel gibt, wird „der Verbraucher“, das unbekannte Wesen, in zigtausend Marktforschungen intensiv untersucht, um alle Bedürfnisse und Wünsche jeder nur möglichen Zielgruppe zu identifizieren. Dabei wollen doch alle nur das eine ... packREPORT 12 / 2021 10 Tiliscos Kolumne

Die Verpackungsindustrie ist in den letzten Jahren sukzessive gewachsen, hat die Corona-Krise wirtschaftlich sehr gut und besser als die meisten anderen Branchen überstanden und blickt mit stetigen Wachstumsraten optimistisch in die Zukunft, heißt es seitens Horváth&Partners. Branchenturbo sind und bleiben das Thema Nachhaltigkeit und die Anstrengungen der meisten Verpackungsunter- nehmen, umweltverträgliche Lösungen mit deutlich sichtbarer Erhöhung des Kundennutzens zu entwickeln. Die Materialkompetenz und Ressourceneffizienz werden dabei Schlüssel zur Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb, sagt Studienautor Christoph Kopp von der Managementberatung Horváth&Partners in Wien. Er geht davon aus, dass E-Commerce und Online-Handel den Innovations- druck weiter erhöhen werden. VERPACKUNGSINDUSTRIE BOOMT WELTWEIT Quelle: Horváth&Partners, Studie „Die europäische Verpackungsindustrie 2025 – Trends, Perspektiven und Erfolgsfaktoren in einem kompetitiven Marktumfeld“ Der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum verbraucht gut 40 Prozent der weltweiten Verpackungen. Europa, Nahost und Afrika (EMEA) folgen mit knapp 30 Prozent. Nordamerika verbraucht 26 Prozent der Verpackungen. Globaler Verpackungsmarkt nach Verwendungszweck Die globale Verpackungsindustrie machte 2021 einen Umsatz von 770 Milliarden US-Dollar. Drei Viertel des Umsatzes am Weltmarkt machen Papier, Pappe und Karton sowie Kunststoffverpackungen aus. 59 Prozent Konsum 41 Prozent Industrie und Transport 70 Prozent aller Konsumverpackungen werden für Lebensmittel und Getränke produziert. 2025 wird mit einem Umsatz von 1 Billionen US-Dollar gerechnet. 11 packREPORT 12 / 2021 Zahlen des Monats

Was die Branche bewegt Wir machen deutliche Fortschritte Graue Farbeimer, blaue Pflanztöpfe, 90 Prozent Rezyklateinsatz und voll recyclingfähig – nur zwei symbolhafte Beispiele von vielen, die zeigen, dass es bei der Produktverantwor- tung für Verpackungen erhebliche Fortschritte gegeben hat. Verpackung entdeckt. Ist es die recyclinggerechte Monoverpackung, die zudem Material spart, dann hat der Mindeststandard seine Wirkung erzielt. Wenn es ein schwer recycelbarer Materialverbund ist, der nur mit brauner Farbe ‚Öko‘ suggeriert, dann ist das in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft eine Sackgasse.“ Das Jahr 2021 stand zudem im Zeichen der Novelle des Verpackungsgesetzes. In der ersten Stufe der Umsetzung wurde im Verpackungsregister LUCID die Möglichkeit für ausländische Hersteller integriert, einen Bevollmächtigten in Deutschland einzusetzen. Dieser soll die Umsetzung der inhaltlichen Pflichten garantieren. Nach dem Vorbild des Elektrogesetzes (ElektroG) erhofft sich der Gesetzgeber eine deutliche Steigerung der gesetzeskonformen Umsetzung von ausländischen Herstellern. Zum 1. Juli 2022 tritt eine weitere Stufe der neuen Regelungen in Kraft: Die Vollregistrierung für alle Verpackungsarten und die Verantwortlichkeit für Marktplätze und Fulfilment-Dienstleister. Damit wird klar, dass niemand mehr in Deutschland verpackte Waren in Verkehr bringen darf, der nicht registriert ist. Die Marktplätze müssen dies für ihre Anbieter sichern. „Die Registrierungszahlen sind im Jahr 2021 deutlich gestiegen, vor allem aus China. Die erweiterten Pflichten setzen bei den bekannten Schwachstellen an: Ausländische Hersteller, Marktplätze und Trittbrettfahrer. Die erste Stufe zum 3. Juli 2021 haben wir mit einem Kraftakt pünktlich umgesetzt. Derzeit arbeiten wir daran, die Gesetzesänderungen zum 1. Juli 2022 schlank umzusetzen, so dass die Das Fazit der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) gleich vorne weg: Es gibt keine Entschuldigung mehr, die Verpackung nicht als zukünftige Ressource zu gestalten. Besser kann man es kaum formulieren. Die Recyclingmengen aus dem dualen System sind im Jahr 2020 erneut um 8,4 Prozent gestiegen. Die gesetzlichen Quoten wurden von den Systemen im Durchschnitt erreicht. Die Grundlage dafür seien erhebliche Fortschritte bei recyclinggerecht gestalteten Verpackungen. Es gebe eine große Auswahl vollständig recyclingfähiger Verpackungen ohne Abstriche beim Produktschutz: Alle Formen, alle Materialien und für das Marketing eine Vielzahl von Ausgestaltungen. Klar ist, dass Verpackungen aus Monomaterial in Bezug auf die Recyclingfähigkeit die Nase vorn haben. Der Mindeststandard zur Bemessung des recyclinggerechten Designs für Verpackungen habe viele Innovationen initiiert, so Gunda Rachut, Vorstand der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR). „Das Marketing hat die ökologische Bild: Kim Schneider / Adobe Stock 12 packREPORT 12 / 2021 Was die Branche bewegt

ICE Europe 2022: Aktuelle Herausforderungen in volle Auftragsbücher umwandeln Der Branchentreffpunkt für Technologietrends, smarte Lösungen und Knowhow 15. – 17. März 2022 Messe München Materialien Beschichtung/ Kaschierung Trocknung/ Härtung (Vor)Behandlung Maschinenzubehör Schneide/ Wickeltechnik Konfektionierung Fabrikmanagement/ Abfallbeseitigung/ verwertung Lohnveredelung/ verarbeitung Flexo/ Tiefdruck Retrofitting/ Runderneuerung von Anlagen Kontroll, Mess & Prüfsysteme Steuerung von Produktionsprozessen Dienstleistungen, Information & Kommunikation Halbzeuge und Fertigprodukte Extrusion Spezialfolien Internationale Leitmesse für die Veredelung und Verarbeitung von Papier, Film und Folie 12. Internationale Converting Fachmesse Aussteller erkunden: www.ice-x.com/europe Hersteller möglichst bürokratiearm zeigen können, dass sie die Produktverantwortung für ihre Verpackungen ernst nehmen“, verdeutlichte Gunda Rachut die aktuellen Herausforderungen. Es gilt jetzt, die Fortschritte des Verpackungsgesetzes zu sichern und auszubauen. Neue Verpackungsentwicklungen müssen in die Bewertung des Mindeststandards integriert werden. Die jährliche Überarbeitung habe sich bewährt, um die hohe Innovationskraft korrekt abzubilden. Weitere Entwicklungsmöglichkeiten werden sich durch die Evaluierung des Verpackungsgesetzes ergeben. „Die Richtung ist positiv: Das Verpackungsgesetz hat die notwendigen Entwicklungen angestoßen. Für die nicht vermeidbare Verpackung gibt es keine Entschuldigung mehr, sie nicht als zukünftige Ressource zu gestalten“, resümiert Gunda Rachut. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung zum Recycling beziehungsweise Nicht-Recycling von Kunststoffverpackungen unterstreichen die neuen Zahlen den erfolgreich eingeschlagenen Weg in Richtung Kreislaufwirtschaft von Kunststoffverpackungen. Das stetig zunehmende Recycling von Kunststoffverpackungen sei ein toller Erfolg, so auch IK-­ Geschäftsführerin Dr. Isabell Schmidt. „Design for Recycling, Sammlung und Sortierung sowie Innovationen in allen Bereichen der Wertschöpfungskette stärken die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffverpackungen! Und wir wissen, da geht noch mehr. Immerhin sind mittlerweile schon heute 74 Prozent der Haushaltsverpackungen aus Kunststoff recyclingfähig, inklusive pfandpflichtiger PET-Getränkeflaschen sogar 80 Prozent.“ Der Verbrauch von Kunststoffverpackungen nahm nach Angaben des Umweltbundesamt und der GVM in 2019 gegenüber dem Vorjahr um 56 Tausend Tonnen beziehungsweise 1,7 Prozent ab. Für 2020 weisen erste Zahlen ebenfalls in diese Richtung – trotz Sondereffekten der Corona-Pandemie. Zurück- zuführen sei die Mengenabnahme auf weniger Ressourceneinsatz bei Kunststoffverpackungen, mehr Folien- statt starrer Verpackungen sowie auf die Substitution durch andere Materialien und hier vor allem zumeist schlecht recyclingfähige Papier-Kunststoff-Verbunde. Recyclingfähige Kunststoffverpackungen seien bereits heute im Sinne eines nachhaltigen Konsums oft die beste Lösung, äußerte auch die KreislaufwirtschaftsExpertin Schmidt. Steigende Recyclingquoten und zunehmender Rezyklateinsatz verbesserten die Ökobilanz noch weiter. Weitere Fortschritte in der Kreislaufwirtschaft von Kunststoff seien gefragt und kein recyclingschädigendes Greenwashing durch Materialverbunde, die nur zu gerne mit dem Scheinargument „weniger Plastik“ beworben würden. Autor: Thomas Röhl 13 packREPORT 12 / 2021

Bei groninger blicken wir auf ein rasantes und gleichzeitig ereignisreiches Jahr zurück. Nach heutigem Stand sieht es ganz danach aus, dass 2021 als eines der erfolgreichsten Jahre, wenn nicht sogar als das erfolgreichste Jahr überhaupt, in unsere Firmengeschichte eingehen wird: mit dem besten Auftragseingang aller Zeiten, einer immensen Nachfrage nach unserem Know-how sowie einiger großen Investitionen in die Zukunft unserer Firma – etwa dem Spatenstich unseres Lager- und Logistikzentrums am Stammwerk für über 20 Millionen Euro oder der stetige Ausbau unserer Fertigungen in Crailsheim und Charlotte, USA. Dass dies alles möglich ist, haben wir dem unermüdlichen Einsatz unserer 1.300 Mitarbeiter sowie dem anhaltenden Vertrauen unserer Kunden weltweit zu verdanken. Das ist keineswegs selbstverständlich und es macht mich als Geschäftsführer unseres Familienunternehmens sehr dankbar und demütig. Meine Höhepunkte in 2021 waren folgende: Wir haben die Sensibilität für die Gefahr von Covid-19 weiter hochgehalten, haben vor Ort Impfangebote gemacht, getestet, Selbsttests ermöglicht und auf die Einhaltung der AHAL-Regeln geachtet, um die Gesundheit unserer Mitarbeitern nach allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu schützen. Das hat sich ausgezahlt: Unsere Mitarbeiter sind – bis auf wenige Ausnahmen – auch in diesem Jahr gesund durch die Pandemie gekommen. Auch im kommenden Jahr wollen wir ein Höchstmaß an Schutz für unsere Mitarbeiter bieten. Unternehmerische Highlights waren für mich einerseits die erfolgreiche Inbetriebnahme einer Covid-19-Linie in Indien, als die Pandemie dort einen traurigen Höchststand erreicht hatte. Andererseits die pünktliche Auslieferung einer anspruchsvollen Covid-19-Linie in die USA mit einer Lieferzeit von unter einem Jahr. In beiden Fällen haben auch hier unsere Mitarbeiter einen hervorragenden Job gemacht. Das zeigt mir, warum es Firmen wie die unsere gibt: Wir können mit unserem Einsatz die Welt ein klein wenig gesünder machen. Das macht mich unglaublich stolz. Mit diesem Spirit werden wir auch in 2022 durchstarten. Jahresrückblick 2021 „Es kam leider anders“ Was war 2021 eigentlich für ein Jahr für die Verpackungsbranche? Was wird bleiben von diesen zwölf Monaten? Auf was darf man sich im Jahr 2022 freuen? Was war super in 2021 – und was vielleicht weniger schön? Im letzten packREPORT des Jahres lesen Sie exklusiv die Einschätzungen von fünf bekannten Entscheidungsträgern der Branche. Jens Groninger Geschäftsführer Groninger 14 packREPORT 12 / 2021 Jahresrückblick 2021

www.cce-international.de NEU : Veranstalter: Mack-Brooks Exhibitions Ltd. 5. Internationale Fachmesse für die Wellpappen- und Faltschachtelindustrie Quer denken und Geschäfte ankurbeln! Europas spezialisierter Branchentreffpunkt für Technologietrends und Know-how 15. – 17. März 2022 Messe München • Papier, Karton und Pappe • Verbrauchsmaterialien • Wellpappenanlagen, Zubehör und Komponenten • Converting-Ausrüstung für Wellpappe und Faltschachteln • Design und CAD/ CAM • Druckverfahren und -ausrüstung • Schneid-, Rill- und Stanztechnik • Peripheriegeräte • Materialhandling und Lagerhaltung • Palettenumreifungs- und -transportsysteme • MIS- und Produktionsplanungssysteme • Abfallwirtschaft und Ballenpressen Gleiche Zeit, gleicher Ort! Entdecken Sie innovative Produkte und Technologien im Verpackungs- und Digitaldruck. www.inprintmunich.de MEHR INFORMATIONEN: Das Jahr 2021 war für die meisten in der Branche sicher eines: kontaktarm – zumindest, was die persönlichen Begegnungen vor allem auf interna- tionaler Ebene angeht. Die interpack hätte im März 2021 – bereits aufgrund der Covid-19-Pandemie schon um ein Dreivierteljahr später als regulär – diese Begegnungen und den direkten Austausch der Branche wieder ermöglichen sollen. Es kam leider anders. Das hat uns als Veranstalter schon wehgetan. Nicht nur finanziell, sondern auch emotional. Gähnende Leere, wo sich sonst die internationale Branche zu ihrem Top-Event trifft und es richtig brummt, ist einfach bitter. Doch wir haben dann schnell unseren Blick in Richtung kommende interpack im Mai 2023 gerichtet und konnten uns über viel Zuspruch freuen. Über ein Re-Booking ist es uns gelungen, bereits beinahe ausgebucht zu sein. Man spürt ganz deutlich: Der persönliche Aus- tausch und das direkte Erleben von Technologie und Materialien ist das, was die Branche möchte. Digitale Angebote haben sich als sinnvolle Ergänzung für Messen erwiesen, ein Komplettersatz sind sie nicht. Daher steht das kommende Jahr für uns im Zeichen der inhaltlichen Vorbereitung der interpack als Präsenzmesse mit digitalen Zusatzangeboten. Man spürt ganz deutlich: Der persönliche Austausch und das direkte Erleben von Techno- logie und Materialien ist das, was die Branche möchte. Thomas Dohse Project Director interpack Messe Düsseldorf packREPORT 12 / 2021

Das Jahr 2021 kann für die Verpackungsbranche im Allgemeinen und Romaco im Speziellen wohl am besten unter dem Motto „Investition in die Zukunft“ zusammengefasst werden. Am weitreichendsten ist hier sicherlich das Thema Nachhaltigkeit im Sinne des Umweltschutzes, das jetzt endgültig bei der Gesetzgebung angelangt ist. Unternehmen müssen klimafreundlichere Wege der Produktion finden und benötigen dafür nachhaltig konzipierte Anlagen. Genau da setzen unsere Technologien an. Ein Beispiel dafür ist unsere neu entwickelte Blisterlinie Unity 300 von Romaco Noack, die unter anderem mithilfe eines Nachhaltigkeitsmonitors den Energie- und Luftverbrauch über- wacht sowie die Grundlast der Maschine senkt und überdies in einer klimaneutralen Ausführung erhältlich ist. Zudem haben wir in den Ausbau unseres Portfolios investiert und dabei 2021 zwei entscheidende Meilensteine erreicht: Zum einen konnten wir unser neues Produktionsgebäude in Bologna fertigstellen. Dort werden wir fortan auf rund 15.000 Quadratmetern Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackungs- lösungen von Romaco Macofar und Promatic herstellen. Zum anderen haben wir das spanische Unternehmen STE Tecpharm, S. L. übernommen, dessen patentierte Trommelcoater die Wirbelschichttechnologien von Romaco Innojet perfekt ergänzen. Wir von RAJA blicken mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2021 zurück. Durch den E-Commerce Boom konnten wir ein immenses Wachstum an Neukunden, Bestellungen und Umsatz verbuchen. Allerdings hat auch uns die Beschaffungsproblematik getroffen. Durch unsere großen Lagerkapazitäten und guten Lieferantenkontakte waren wir länger lieferfähig als manch ein Marktbegleiter. Aber da Kundenzufriedenheit für uns an erster Stelle steht, tut es uns weh, wenn wir nicht alle Wünsche erfüllen können beziehungs- weise Kunden vertrösten müssen. Wir rechnen damit, dass die Rohstoffverfügbarkeit noch bis Mitte 2022 für die Verpackungsbranche ein Thema sein wird. Das Level im E-Commerce bleibt auch 2022 hoch. Wir erwarten eine verstärkte Nachfrage im FoodFrische-Versand. Und natürlich, allem voran, werden umweltfreundliche Lösungen uns weiter und verstärkt begleiten. RAJA baut hierzu das Sortiment kontinuierlich aus und berät Kunden aktiv zumWechsel auf nachhaltige Produkte. Wir freuen uns darauf, auch in 2022 weiter an unserem CO² Fußabdruck zu arbeiten, wieder viele neue Mitarbeiter bei RAJA zu begrüßen, die Synergien aus den letzten Akquisitionen zu nutzen und entsprechend noch mehr Kunden beraten und bedienen zu dürfen. Das Level im E-Commerce bleibt auch 2022 hoch. Wir erwarten eine verstärkte Nachfrage im FoodFrische-Versand. Jörg Pieper CEO Romaco Group Harald Schönfeld General Manager RAJA Deutschland Unternehmen müssen klimafreundlichere Wege der Produktion finden und benötigen dafür nachhaltig konzipierte Anlagen. 16 packREPORT 12 / 2021 Jahresrückblick 2021

Outstanding packaging. Driving business. #magicinthemaking at Vangenechten.com Food | Non-Food | Premium Ihre Süsswaren Perfekt in Szene gesetzt Stärken Sie Ihr Geschäft mit unseren Lösungen: • Faltschachteln • Formverpackungen • Runddosen • Promotion- und Saisonverpackungen • POS Displays Tel: +32 14 40 36 40 Email: sales@vangenechten.com Mit unseren nachhaltigen und konzeptionell durchdachten Verpackungslösungen glänzt Ihre Marke am POS. Lassen Sie sich inspirieren! seit 1834 VGP_017_AZ_PackReport_185x128_RZ.indd 1 19.11.21 09:50 Das Jahr 2021 hatte für MSK zwei Gesichter: Ein erstes Halbjahr, welches noch deutlich unter dem Einfluss der Covid-Pandemie und Lockdown-Umständen stand mit stark eingeschränkter Reisetätigkeit, weniger Ausschreibungen als üblich und prioritär dem Schutz der Gesundheit aller Mitarbeiter. Die Tatsache, dass MSK jedoch ca. 70–80 Prozent mit langjährigen Stammkunden arbeitet, machte Geschäftsabschlüsse auf digitalem Wege dennoch möglich, sodass MSK als Unternehmen, wie auch in 2020, komplett durch- produzieren konnte. Pandemiebedingt ergaben sich auch neue Chancen und Geschäfts- entwicklungen: Der Online-Handel erfuhr seit 2020 einen besonderen Boom, und infolge- dessen gab es Investitionen in der Kartonherstellung und im Logistikbereich, in welchen MSK wichtige Projekte einfahren und die in 2020 abgeschlossenen Neuentwicklungen des Energiesparschrumpfrahmens einbringen konnte. Strengere Hygieneanforderungen im Getränke- und Lebensmittelbereich führten zu sehr guten Verkaufszahlen für das Palettendefoliersystem. In der zweiten Jahreshälfte entwickelte sich mit dem Verbot des Einwegplastiks und zurückkehrender Nachhaltigkeitsdiskussion insbesondere der Containerglasbereich nach Stillstand in 2020 rasant zurück. Insgesamt schließen wir als MSK Covertech Group das Jahr 2021 mit einem sehr guten Auftragseingang ab. Der Digitalisierungsfokus bei MSK mit neuen Produkten der MSK EMSY Softwarefamilie kam im Zuge der nur eingeschränkt möglichen Reisetätigkeit sowie des internationalen Facharbeitermangels genau zur richtigen Zeit. Diesen Bereich werden wir weiter stark ausbauen. Der aktuelle Auftragsbestand reicht nun bis weit in das Jahr 2022 hinein. Die eingeschränkten Zuliefererketten sowie der Anstieg der Rohstoffpreise haben uns 2021 bereits vor große Herausforderungen gestellt. Auch für 2022 erwarten wir eine weiterhin angespannte Situation hinsichtlich Lieferzeiten und Kosten für Bauteile und Ressourcen. Nach den ersten präsenten Fachmessen in 2021 erwartet uns in 2022 ein spannendes Messejahr mit LogiMAT, Achema und Glasstec, auf welchen wir neue MSK Produkte vorstellen werden. Uwe Jonkmanns Director Sales&Marketing MSK

Interview mit Dr.Martin Berlekamp und Richard Bell, Schur Flexibles Group Süße Herausforderungen Verpackungsspezialist Schur Flexibles Group im Gespräch über die Vereinbarkeit von Produktschutz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Die 2012 gegründete Schur Flexibles Group zielt bei der Unternehmensentwicklung auf die Akquisition spezialisierter Unternehmen und betreibt inzwischen 23 hochspezialisierte Produktionsstätten, die auf ihrem Gebiet Technologieführerstatus genießen und ihr besonderes Know-how projektbezogen in die Gruppe einbringen. Dr. Martin Berlekamp, Head of Sustainability, und Richard Bell, Business Development – Innovation Manager for Confectionery and Hygiene Divisions, sprachen über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven im Bereich der Süß- und Backwarenverpackung, die vom Engagement für mehr Nachhaltigkeit und verbessertes Recycling von Verpackungen geprägt sind. Worin besteht die Kompetenz von Schur Flexibles in Bezug auf Süß- und Backwaren und wie profitieren Ihre Kunden davon? Dr. Martin Berlekamp: Wir fertigen Verpackungslösungen für das Süß- und Backwarensegment in mehreren Produktionsstätten in Europa. Unsere Betriebe blicken in diesem Bereich teilweise auf eine über 100-jährige Tradition und Erfahrung zurück. Insbesondere die Produktion der „Wickler“ für Bonbons und andere Süßwaren bedarf besonderer Fertigungstechniken, welche die einzelnen Werke stetig weiterentwickelt haben. Ob Osterhase, Weihnachtsmann, Pfefferminz- und Hustenbonbon oder hochwertige Schokoladenprodukte wie Konfekt – alle diese Produkte bedürfen einer spezialisierten Verpackung. Unsere umfangreiche Expertise ist ein echter Gewinn für unsere Kunden: Jeder Standort der Schur Flexibles Group stellt besondere Kompetenzen zur Verfügung, sodass wir innerhalb unseres Schur Flexibles Netzwerks Ressourcen und Wissen zusammenführen können. Richard Bell: Wir sind stolz darauf, alle Bereiche des Süß- und Backwarensegments abdecken zu können – von herkömmlichen Heiß- oder Kaltsiegelapplikationen wie Flowraps bis hin zu anspruchsvollen thermogeformten Ober- und Unterfolien. Unser Portfolio umfasst Wickler aus Kunststoff, beschichtetem und unbeschichtetem Papier, streifenkaschier- ten Folien, Monomaterialfolien, Verbundmaterialien und reicht bis zu Brotbeuteln. Zur Bedruckung können wir uns optimal auf die Bedarfsmengen unserer Kunden einstellen: Für kleinere Auflagen und Spezialeffekte greifen wir auf unsere Digital- und Offsetanlagen zurück, bei größeren Mengen setzen wir auf Flexo- oder Tiefdruck, letzteres sowohl als Schmalbahnen als auch für Breitbahnen. Je nach Anforderungen können wir so immer ein maßgeschneidertes Angebot liefern, welches durch Speziallacke für anspruchsvolle Effekte weiter veredelt werden kann. Außerdem verfügen wir mit dem Unternehmen Prisma über einen eigenen, europaweit renommierten Standort zur Gravur der Druckzylinder, was uns volle Prozesskontrolle sicherstellt. Dass diese Stärken auch von anderen gesehen werden, belegen unsere zahlreichen Auszeichnungen und Preise aus der Druckbranche. Der innovative EcoString breadbag aus Mono-PP- oder PE-Folie ist vollständig recyclefähig. Die Streifenkaschierung mit Aluminiumfolie ist für Papier- und Kunststoffwickler realisierbar. Schur Flexibles bietet recyclingfähige Alternativen für konventionelle Schlauchbeutel. 18 packREPORT 12 / 2021 Titelstory

Welche Herausforderungen sind damit für Hersteller von Verpackungsmaterialien und deren Kunden verbunden? Dr. Berlekamp: Die EU und die nationalen Gesetzgebungen haben die zu erreichenden Quoten rund um nachhaltigere und vor allem recyclingfähige Verpackungen mit den Etappenzielen 2025 und 2030 zwingend festgeschrieben. Wenn ersichtlich ist, dass Industrie und Handel dieses Ziel verfehlen, werden mit aller Wahrscheinlichkeit die Entsorgungskosten sowie die Kosten für die „Extended Producer Responsibility“ (ERP) steigen und somit den Druck auf die Branche weiter erhöhen. Hersteller von Verpackungen werden sich immer intensiver mit den Weiterentwicklungen der Gesetzgebung sowie einem erhöhten Maß an Dokumentation beschäftigen müssen, insbesondere, solange innerhalb der EU keine einheitliche Gesetzgebung vorhanden ist. Kleinere Unternehmen werden hier an personelle Grenzen stoßen und die dadurch zusätzlich entstehenden Kosten bekommt der Endverbraucher zu spüren. Bell: Bezogen auf den Süß- und Backwarenmarkt dürfen wir nicht vergessen: In den letzten 30 Jahren wurde dieses Segment ganz auf Effizienz ausgerichtet, um dem Verbraucher einen größtmöglichen Mehrwert zu gewährleisten. Darauf wurden alle Prozesse entlang der gesamten Produktionskette zugeschnitten und optimiert. Es wird Zeit brauchen, um das gleiche Maß an Effizienz und Optimierung auch für die neuen wiederverwertbaren Verpackungsmaterialien zu erreichen. Erste Erfolge in dieser Hinsicht haben wir aber bereits erzielt und mit Kunden zusammen ihre Verpackungen auf nachhaltigere Strukturen umgestellt. Dr. Berlekamp: Umso wichtiger ist es jetzt, vorausschauend und schnell in der Entwicklung neuer Produkte zu sein. Dieses gelingt aber nur dann, wenn die Spezialisten für Regulatory Affairs und Nachhaltigkeit eng in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden, wie es bei Schur Flexibles der Fall ist. Wie bereitet sich Schur Flexibles auf diese Veränderungen vor? Dr. Berlekamp: Der Druck durch den Handel wächst, sodass jedes Unternehmen in der Verpackungsbranche Lösun- gen bereitstellen muss. Innerhalb von Verbänden wie FlexibleEcoString Breadbag Ressourcenschonender Brotbeutel aus Mono-PE oder -PP mit innovativem Kordelzugverschluss: Für den Kordelzug werden Randstreifen des Beutels eingesetzt, sodass eine anwenderfreundliche, komplett recyclingfähige Einstoffverpackung entsteht. Der sonst als Verschluss übliche Metall- oder Kunststoffclip entfällt. FlowPack Beliebte Primär- oder Sekundärverpackung für Süßwaren – statt aus Kunststoff-Verbunden jetzt möglich als recyclingfähige Alternative, sowohl aus Mono-Kunststoffen als auch aus faserbasierten nachwachsenden Rohstoffen. Auch mit Coldseal-Beschichtung für hitzeempfindliche Produkte wie Schokolade oder Eiscreme erhältlich. PaperTwister ® Die recyclingfähige, papierbasierte Twist-Verpackung für Süßwaren ist mit mehreren Optionen verfügbar: paraffinfrei, palmölfrei oder wachsfrei. Eine wasserlösliche Imprägnierung erhöht die Stabilität und Flexibilität des Papiers, was eine hervorragende Maschinengängigkeit ermöglicht: Verpackungsgeschwindigkeiten von bis zu 1.800 Stück/Minute können erreicht werden. SAF/SAP Twistfolie mit teilweise kaschiertem Aluminiumstreifen, wird für Papier- und Kunststoffwickler verwendet. Dank des bereits integrierten Streifens kann die Effizienz maßgeblich erhöht werden. Gleichzeitig sorgt das Produkt für eine wertige und edle Erscheinung am POS. Welche besonderen Wünsche und Vorgaben bestehen bei Herstellern, Handel und Endkunden, wenn es um Verpackung von Süß- und Backwaren geht? Bell: Ganz oben auf der Anforderungsliste unserer Kunden, besonders aus Bereichen wie Fast Moving Consumer Goods (FMCG), Süß- und Backwaren, steht eine zuverlässige Barriere der Verpackung gegen Sauerstoff, Wasserdampf, Fett, Aroma und Mineralöl. Darüber hinaus sind Geschwindigkeit und Effizienz in der Verarbeitung wichtige Eigenschaften. Dr. Berlekamp: Neben dem wichtigsten Aspekt, dem optimalen Schutz des verpackten Gutes, spielt in diesem Segment natürlich die Attraktivität der Verpackung eine wichtige Rolle, um beim Endverbraucher am POS den Kaufimpuls zu wecken. Gleichzeitig spüren wir hier deutlich den globalen Wertewandel: Hersteller, Handel und Endkunden wünschen zunehmend nachhaltigere und vor allem recyclingfähige Verpackungen. Sie haben das Stichwort „nachhaltigere Verpackungen“ gerade geliefert: Welche Auswirkungen auf die Branche erwarten Sie durch zukünftige rechtliche/ regulatorische Vorgaben? Bell: Aus den gesellschaftlichen Bestrebungen nach Recyclingfähigkeit und Ressourcenschonung werden Vorschriften und Gesetzgebungen hervorgehen, die sicherstellen, dass leichter zu recycelnde Monopolymerfolien und -laminate dominieren. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass zukünftig die Verwendung eines Mindestanteils an recyceltem Material für Verpackungen vorgeschrieben sein wird. Für alle Verpackungen mit direktem Lebensmittelkontakt wird dies eine echte Herausforderung. Für flexible Verpackungslösungen erfüllen aktuell nur Rezyklate aus dem chemischen Recycling die Vorschriften für den direkten Lebensmittelkontakt. Gleichzeitig ist diese Technologie kaum ausgebaut, was bedeutet, dass die verfügbaren Mengen an chemisch recycelten Polymeren heute bei weitem nicht ausreichen, um den erwarteten Bedarf zu decken. In der gesamten Verpackungs- und Recyclingindustrie werden erhebliche Investitionen erforderlich sein, um die Sortierung und Aufbereitung zur Wiederverwertung zu verbessern. Schur Flexibles Group – Vorreiter mit nachhaltigen und effizienten Verpackungslösungen für Süß- und Backwaren Bilder: Schur Flexibles 19 packREPORT 12 / 2021 Titelstory

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